Die Jugend Nordkoreas

Auf dem heutigen Tagesprogramm steht der östliche Teil Nordkoreas mit der Stadt Wonsan, welche rund 200 km von der Hauptstadt entfernt ist. Die Stadt ist bei Einheimischen ein beliebter Badeort und das nahe gelegene Camp wird in der Sommerzeit von Schulklassen besucht. Dieses Internationale Sommercamp Songdowon ist auch der erste Stopp. Hier können auf einer Größe von 500 Hektar bis zu 1200 Kinder und Jugendliche übernachten. Auf einem Rundgang über das Gelände besichtigte ich die Schwimm- und Sporthalle, den Fußballplatz, Zoo, das Freibad mit Wasserrutschen, das Freilufttheater, die Blumengärten und die diversen Spielplätzen. Die Anlage macht einen exzellenten Eindruck, als ob es gerade errichtet wurde. Bei der Innenbesichtigung der Freizeiträume viel mir die sehr militarisiert Einrichtung auf. Zum Bespiel finden sich hier Kinderspielzeuge in Form von Gewehren und Pistolen die nahezu echt aussehen. Im Gesamtbild soll es den Kindern und Jugendlichen an nichts fehlen. Doch wer genauer hinschaut, dem fällt der Einfluss von Militär und Krieg auf.

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Bei der Fahrt durch die Straßen von Wonsan stachen mir besonders die herunterkommenden wirkenden Häuser ins Auge. Der Kontrast zwischen diesen Häusern und dem Sommercamp sowie dem jetzt zu besuchenden Kinderheim lassen einen ins Nachdenken kommen. Das Kinderheim ist wie das Sommercamp in einen einwandfreien und herausgeputzten Zustand. Den Kindern dort scheint es an nichts zu fehlen. Sogar ein Schwimmbad ist vorhanden. Bei der Besichtigung wurde mir der Alltag und die Versorgung erklärt. Den Kindern wird genau vorgeschrieben was und wieviel sie essen dürfen. Es gibt also keinen Nachschlag. Darüber hinaus werden die kleinsten schon sehr früh mit dem militarisierten Spielzeug erzogen. Sie spielen nicht mit Autos und Babypuppen sondern mit Panzern, Raketen und Soldaten. Hierbei fragte ich mich schon, ob es tatsächlich in der Realität abläuft oder dies hier alles inszeniert wurde.

Den Abschluss des Tages bildet ein Spaziergang am Hafen von Wonsan, wovon früher Schiffe zwischen Nordkorea und Japan verkehrten. Nebenan fischten Einheimische Muscheln aus dem Wasser. Mein Reiseleiter wollte mich zu einem Snack einladen, doch dies habe ich freundlich abgelehnt, da das Wasser nicht sehr sauber aussah. Nach den interessanten Einblicken kehrten wir in das Hotel von Wonsan ein, wo auch das Abendbrot eingenommen wurde. Dieses bestand vor allem aus Fisch und Meeresfrüchten. Das Skurrile hierbei ist der aufgeschnittene Fisch auf dem Tisch, welchen wir scheibchenweise roh verzehrten. Berührte man den Fisch an den Kiemen, bewegte er sich sogar noch ein wenig. Und plötzlich viel das Licht im Hotel aus. Auch eine Weile später gab es dies nicht und der Weg ins Hotelzimmer musste mit der Taschenlampe gesucht werden. Eine unterbrechungsfreie Strom- und Wasserversorgung sollte man außerhalb von Pjöngjang nicht erwarten.

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