Das Abenteuer Nordkorea kann beginnen

In den folgenden Beiträgen möchte ich euch von meiner Rundreise durch eines der abgeriegelsten Länder der Welt berichten. Das Ziel im Frühjahr hieß Nordkorea. Nun fragen sich einige wie man sich dieses Reiseziel freiwillig aussucht. Ich bin in einer Generation nach dem Mauerfall aufgewachsen und kannte sozusagen nur die Freiheit. Umso mehr faszinierten mich die Beiträge in den diversen Medien.

Dadurch neugierig gemacht, begann ich zu diesem Land als auch dessen Besuch zu recherchieren. Schnell merkte ich, dass es nicht viele Anbieter auf dem Markt gibt, welche Reisen nach Nordkorea anbieten. Dabei sollte einem bewusst sein, dass dies kein gewöhnlicher Urlaub wie ein Städtetrip oder ein Strandbesuch ist. Vielmehr muss man sich darauf einstellen, dass man den Gepflogenheiten bestmöglich nachkommen sollte. Darunter fallen zum Beispiel

  • dem Präsidenten und Marschall den eigenen Respekt zu zollen,
  • seine Äußerungen mit Bedacht zu wählen und
  • zu überlegen, welche elektronischen Geräte man mitnimmt.

Wie bei jeder Reise besteht die Möglichkeit dies in einer Reisegruppe zu absolvieren oder sich ganz für eine Privatreise zu entscheiden. Hierbei entschied ich mich aus termingründen für Zweiteres. Der größte Vorteil dabei ist die individuelle Gestaltung des Ablaufes. Sei es in der Länge der Reise, die Sprache des Reiseleiters als auch bei den Wünsch was man sehen möchte. Diese müssen natürlich vorher eingereicht werden, damit der Ablauf geplant werden kann. Als ich nun die Bestätigung der Reise hatte, konnte ich erfreulicherweise feststellen, dass der Großteil meiner Ziele übernommen worden.

Visumsformular-Nordkorea

Nachdem alles fixiert worden ist, ging es darum die Einreiseformalitäten zu klären. Wer sich nun denkt bei der Visumsbeschaffung muss man einige Seiten ausfüllen, der hat sich getäuscht. Es reicht lediglich zwei DIN A4 Seite mit allgemeinen Informationen zu seiner Person einzureichen. Mit diesem Schritt stand der Reise nichts mehr im Wege.

Einige Wochen später war es endlich soweit und ein spannendes Kapitel von 11 Tagen konnte beginnen. Am frühen Morgen flog ich von Berlin via Amsterdam nach Peking, wo ich am nächsten Morgen landete. Hier war schon der Flug mit der chinesischen Airline China Southern Airline dahingehend interessant, dass sich leider viele Sterotypen über einheimische bestätigte. Der Flug mit dem Service als auch die Verpflegung unterschied sich nicht mit den von europäischen Fluggesellschaften.

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Check in Schalter von Air Koryo in Peking

Durch die gute Ausschilderung am Pekinger Flughafen, war das Terminal für den Flug nach Pjöngjang schnell gefunden. Die ersten Passagiere gaben schon ihr Gepäck auf, was nicht gerade wenig war. Ich würde mal behaupten, dass viele deutliche mehr als 32 kg dabei hatten. Nachdem alles aufgegeben wurde, konnte wenig später die Tupolev der nordkoreanischen Fluggesellschaft Air Koryo bestiegen werden. Zum Glück hat man vorher nicht allzu viel zu dieser Gesellschaft geforscht. Im Nachhinein habe ich gelesen, dass die Maschine schon rund 40 Jahre alt ist und auf der schwarzen Liste der EU steht. Nichtsdestotrotz war es ein recht angenehmer Flug und die Verspätung von 1 ½ Stunden vom Start konnten wir aber nicht aufholen. Dementsprechend landete das Flugzeug kurz nach 16 Uhr auf dem Flughafen von Pjöngjang.

Nach dem Ausstieg machte ich mich zur Einreise. Hier wurde jede Person kontrolliert sowie das komplette Gepäck durchsucht. Dabei musste ich ein Buch über Nordkorea abgeben. Mir wurde mitgeteilt, dass ich dieses bei der Ausreise auch nicht wieder bekomme. Gleich nach der Gepäckkontrolle wurde ich schon von meinem Reiseleiter, ich schätze ihn mal auf Anfang dreißig, in Empfang genommen, welcher mir unseren Fahrer für die nächsten Tage sowie den zweiten Reiseleiter, ein Herr im Bereich der fünfziger Jahre, vorstellte.

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Große Monument in Pjöngjang

Nach dem wir uns alle bekannt gemacht haben, steuerten wir das Große Monument an. Dabei handelt es sich um 20 Meter hohe Bronzefiguren von Kim Il Sung und Kim Jong Il. Die Figur von dem ewigen Präsidenten Kim Il Sung wurde 1972 zu seinem 60. Geburtstag errichtet. Sein Sohn Kim Jong Il kam im Jahre 2012 hinzu. Die beiden Bronzefiguren werden eingerahmt von zwei 50 Meter langen Menschengruppen. Diese stellen den geschichtlichen Freiheitskampf des koreanischen Volkes dar. Begleitet werden die Menschengruppen von zwei stilisierten roten Flaggen. Das Monument ist das Allerheiligste des koreanischen Volkes und zugleich der wichtigste Stopp beim Sightseeing.

Auf dem Weg dorthin erläuterte mir mein Reiseleiter wie wir uns an diesem Ort verhalten. Zu aller erst ist den Führern der Respekt zu zollen, in dem man sich 8 Sekunden vor diesen verbeugt.  Zu gleich kann man ihnen einen Blumenstrauß hinlegen, welchen man natürlich bei der gerade vorbeikommenden Blumenverkäuferin erwerben kann. Dies habe ich natürlich gemacht, wobei mir aufgefallen ist, dass es sich hier um Plastikblumen handelt. Darüber hinaus gibt es natürlich wichtige Regeln beim Fotografieren der Statuen zu beachten. Sie dürfen niemals abgeschnitten sein. Das heißt, die Staturen der Kims sind immer im Ganzen aufzunehmen.

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Chollima-Statue in Pjöngjang

Im Anschluss machten wir uns auf in Richtung des Autos und kamen noch an der Chollima-Statue vorbei. Dieses Denkmal, bei welchem es sich um einen sozialistischen Pegasus auf einem 32 Meter hohen Sockel handelt, soll an den raschen Wiederaufbau des Landes nach dem Koreakrieg erinnern. Eingeweiht wurde es zum 49. Geburtstag des Kim Il Sung am 15. April 1961. Der Name Chollima leitet sich von der Chollima Bewegung ab, welche die Aufgabe hatte die Planzahlen so schnell wie möglich  zu erreichen.

 

 

Nach der langen Anreise und den ersten Sightseeing Stopps konnte ich endlich mein Zimmer im Yanggakdo Hotel beziehen. Dieses Hotel befindet sich auf einer Halbinsel und ist nur mit einer Straße verbunden. Später war ich dann noch mit meinen Reiseleitern zum Abendbrot verabredet. Hierbei erläuterte sie mir noch einige Verhaltensregeln. Dazu zählen unter anderem,

  • dass ich das Hotel nur in Begleitung von ihnen verlassen darf und
  • ich mich nicht so weit von ihnen entfernen soll,
  • es mir untersagt ist einheimische Anzusprechen als
  • auch vorher am besten zu fragen, ob ich etwas fotografieren darf.

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