Geisterstädte in der Atacama-Wüste

Der letzte chilenische Hafen unsere Reise heißt Iquique. Diese liegt im Norden des Landes an der Pazifikküste und zählt rund 300.000 Einwohner. Bekannt wurde die Stadt vor allem 1879 in der Salpeterschlacht zwischen peruanischen und bolivischen Schiffen. Früher führten alle Importe über diesen Hafen und wurden in ganz Südamerika verteilt. Heute ist vor allem der Tourismus ein wichtiger Zweig. Von hier aus Starten viele Touren in die Atacama-Wüste.

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Blick auf Iquique

 

Mein Weg führt heute in das rund 50 km weit entfernte Santa Laura und Humberstone. Dies sind zwei Geisterstädte und zählen seit 2005 zum UNESCO Weltkulturerbe, stehen aber gleichzeitig auch auf der Rote Liste des gefährdeten Welterbes. Vor allem das raue Klima der Atacama-Wüste setzt den Städten zu. Beide Orte sind historische Zeugnisse aus den Tagen des Salpeterbooms. Die Pracht der damaligen Architektur kann man bei Rundgängen erkunden.

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Eingang Santa Laura

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Atacamawüste

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Salpeterwerk Santa Laura

 

Nach eine guten Stunde Fahrzeit erreichen wir zuerst die Stadt Santa Laura. An diesem Ort wurde zur damaligen Zeit das Salpeter abgebaut. Dies ist auch an den riesigen Anlagen zu erkennen. Viele dieser Anlagen sowie die Gebäude kann man begehen und sich anschauen. Wer sich ein wenig Zeit nimmt und das auf sich wirken lässt, kann erahnen was vor langer Zeit für ein Betrieb dort geherrscht haben muss.

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Maschinen der damaligen Zeit

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ehemalige Werkstatt

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Vergangenheit zum Anfassen

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Innenansicht der Anlagen

 

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Eingang zur Geisterstadt Humberstone

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Nur wenige Kilometer vom Salpeterwerk in Santa Laura ist die Stadt Humberstone entfernt. Beide wurden 1872 gegründet und beherbergten zu Glanzzeiten bis zu 4.000 Menschen. Auf dem weitläufigen Areal in Humberstone lebten vor allem die Arbeiter mit ihren Familien. Dort hat es alles gegeben, was man sich vorstellen kann. Um dem Hauptplatz versammelten sich die kulturellen Einrichtungen wie das Theater und Kino (noch heute treten hier Schauspieler aus aller Welt auf), das Schwimmbad sowie die Einkaufsmöglichkeiten.

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Hauptplatz von Humberstone

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Theater

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Innenansicht Theater

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Schule

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Schwimmbad

 

Aber auch eine Schule sowie ein Krankenhaus und Hotel waren vorhanden. All diese Gebäude sind von den vielen Wohnkomplexe, in den die Familien lebten, umrahmt. Doch seit 1930, als die künstliche Herstellung von Salpeter entdeckt wurde, fingen der Niedergang und die Entlassung von den Arbeitern an, bis es 1960 komplett aufgegeben wurde. Seit dem sind alle Einrichtungen und Werke dem stetigen Verfall durch die Wüste ausgesetzt.

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seelenlose Gasse

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Krankenhaus

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Innenansicht Hospital

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Innenansicht Wohnhaus

 

Mein Fazit:

Eine bizarre Atmosphäre, die einen auch heute noch einfängt wenn man durch die verlassenen Gassen wandert. Besonders wer sich für Lost Places Interessiert, kann hier einen tollen Tag verbringen. Aber auch ein Besuch von Familien mit Kindern ist dies ideal geeignet, bei dem die kleinen ihrer Neugier und Forschung nachgehen können.

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