Die Felsenstadt Petra – Aqaba/ Jordanien

Der Golf von Aqaba ist eine schmale Verlängerung des Roten Meeres zwischen der ägyptischen Sinai Halbinsel im Westen und Saudi Arabiens im Osten. Am Nordende liegt Aqaba, Jordaniens einziger Seehafen. Die Stadt erstreckt sich vor einer imposanten Gebirgskulisse. Nur 10 km entfernt liegt der israelische Ort Eilat. Die Grenze der beiden Länder verläuft entlang der Senke des Wadi Araba durch eine bis ans Tote Meer reichende Wüstenlandschaft. Einst war Aqaba durch seinen Fischbestand ein Handelsknotenpunkt, doch heute hat es sich zu einem Industriezentrum entwickelt, in dem rund 200.000 Einwohner leben. Neben vielen Sehenswürdigkeiten in und um Aqaba wie zum Beispiel das Wadi Rum oder der Aqaba Marine Park stand für mich fest, dass ich die Felsenstadt Petra besuchen möchte, welches seit 1986 zum UNESCO Welterbe zählt.

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Fahrt durch die Berge und Wüste Jordaniens

Diese liegt rund 100 km nordöstlich von Aqaba und erreichten wir nach gut 2 Stunden Fahrzeit. Die antike Felsenstadt der Nabatäer stand vom 2. Jh. v. Chr. bis zum frühen 4. Jh. n. Chr. in voller Blüte. Der reiche und mächtige Volksstamm kontrollierte damals die Handelswege zwischen Südarabien und dem Mittelmeerraum. Übriggeblieben sind bis heute von diesem großen Reich Hunderte von prächtigen Höhlengräbern und Tempeln, von denen die meisten in die rosaroten Sandsteinwände gehauen wurden.

Vom Besucherzentrum aus geht es über einen Schotterweg in Richtung der Felsenstadt. Nach ca. 500 Meter auf diesem Weg findet man auf der rechten Seite ein kleines Unterstellhäuschen. Dort kann man eine Pferdekutsche buchen.  Platz ist in dieser für 2 Personen plus dem Fahrer. Die Bezahlung ist Verhandlungssache. Hierbei kann ein Richtpreis von 30,- € für 2 Personen Hin- und Rückfahrt zzgl. 5,- € Trinkgeld angenommen werden. Für die Rückfahrt wird mit dem Fahrer, welcher an seiner Kutsche eine Nummer hat, eine Zeit ausgemacht. Wie der Endpunkt bei der Hinfahrt ist auch der Startpunkt für die Rückfahrt direkt am Schatzhaus. Die Fahrweise der Fahrer ist nichts für empfindliche Mägen und man muss sich ordentlich festhalten, damit man nicht rausfällt. Besonders abzuraten ist vom Reiten mit den Maultieren wie Pferde, Esel oder Dromedare, obwohl diese im Eintrittspreis enthalten sind.

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Pferdekutschen in Petra

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Schotterweg zum Eingang des Engpass Bab as-Siq

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Gräber und Triklinium am Rande des Schotterweges

Nun aber zurück zu den sportlichen Besucher von Petra, die den gesamten Weg zu Fuß bestreiten wollen. Vom Pferdekutschhäuschen sind es noch einmal knapp 1 km bis zum langen Engpass Bab as-Siq. Auf dem Weg dorthin findet man die ersten Gräber und Triklinium bevor links und rechte nebeneinem die Felswände in den Himmel ragen. Der Gang wird immer enger und die Felsen kommen einem bedrohlich nahe. Im Zusammenspiel mit der Sonne ergeben sich wunderbare Motive. Sogar die Pferdekutschen kommen hier gerade so durch.

Nach ca. 500 Meter sticht auf einmal das berühmte und wunderschön erhaltene Schatzhaus hervor. Dieser beeindruckende Anblick lässt einen den Atem stocken. Die prächtige Fassade ist mit Säulen, Skulpturen und einer Urne geschmückt. Der Innenraum wirkt durch seinen Sandstein schlicht und war früher ein Begräbnistempel.

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Schatzhaus

Von hier aus geht rechts neben dem Schatzhaus die Schlucht weiter hinunter. Auf der linken Seite findet man eine Felsformation, welche man auch hinaufklettern kann. Dies sollte man unbedingt nutzen, da man von hier aus einen tollen Überblick auf die Schlucht hat. Besonders das Theater, welches mehreren tausend Besuchern Platz bot sowie die mächtigen Bauten am Felsabhang, die sogenannten Königsgräber, welcher aus dem Urnengrab, den Seidengrab und den Palastgrab besteht, stechen einem hier ins Auge. Der Weg dorthin führt über Schotter- und Sandwege sowie Treppenstufen der damaligen Zeit mit unterschiedlichen Höhen.

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auf dem Weg zur Sclucht mit dem Theater und Königsgräbern

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Aussicht vom Fels auf das Theater

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das Theater

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Königsgräber

Für den Rückweg sollte man unbedingt beachten, dass der Weg, so wie man in die Schlucht läuft auch wieder zurück bestritten werden muss. Was man am Anfang nicht direkt wahrnimmt, ist das es ziemlich steil war und somit der Rückweg noch ein wenige anstrengender wird als der Hinweg. Am Besucherzentrum wieder angekommen ging es mit dem Bus zurück nach Aqaba.

Mein Fazit:

Die Felsenstadt Petra muss man besucht haben. Der Engpass Bab as-Siq an sich ist beeindrucken und wenn am Ende das Schatzhaus in die Höhe ragt, bleibt einem der Atem weg. Auch beim Theater und den Königsgräbern gibt es eine Menge zu entdecken. Vor allem wenn man sehr gut zu Fuß ist und  klettern mag, ist das ein Muss. Wer als die Felsenstadt in seiner ganzen Vielfalt entdecken möchte, sollte sich hierfür unbedingt mindestens 3 Tage zeitnehmen.

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