Die alte Kaiserstadt Kyoto

Nachdem ich im Frühjahr Peking sowie Nordkorea bereist habe, ging es für mich im Sommer nun in das Land der aufgehenden Sonne. Bei dieser Rundreise durch Japan lernen wie das historische sowie die Moderne des Landes kennen. Ende Juli machte ich mich als Teil einer Reisegruppe auf eine interessante dreiwöchige Tour. Wir starteten mit einen Direktflug von Frankfurt am Main nach Osaka. Der Nachtflug mit der Lufthansa war sehr entspannt und der Landeanflug auf den Flughafen von Osaka spannend, da dieser auf einer Halbinsel liegt.

Kurz nach Ankunft hatten wir auch schon unser Gepäck und ein fantastisches Wetter. Die 40 Grad sowie die sehr hohe Luftfeuchtigkeit (es war gerade einmal 8 Uhr in der Früh) gab einen Vorgeschmack was die nächsten Wochen wartet. Mit dem Bus fuhren wir durch die Kansai-Region in die Stadt Kyoto. Neben Kyoto als kulturelles Zentrum zählen Osaka als Handelszentrum sowie Kobe als moderne Großstadt zu dieser Region. Sie nimmt eine Fläche von rund 27000 qkm ein und zählt ca. 6 Mio. Einwohner.

Nach dem wir unsere Hotelzimmer bezogen haben, machte sich die Gruppe auf um erste Eindrücke dieser traditionellen Stadt zu bekommen. Für den heutigen Tag stand vor allem das Zentrum als auch der östliche Teil im Mittelpunkt mit welchem wir begannen. Mit dem hervorragend ausgebauten Metronetz der Region geht es zum Kiyomizu-dera-Tempel. Dieser ist auf einem Berg errichtet und gibt einen schönen Blick über die Stadt. Das 1633 errichtet Gebäude besticht vor allem durch die Bauweise ohne einen einzigen Nagel sowie der Veranda, welche auf mehreren Pfählen erbaut wurde.

Von dort geht es weiter zum weiter nördlich gelegenen Chion-in-Tempel. Beeindruckend an diesem Ort ist vor allem die Tempelglocke, welche in ihrer Größe unerreicht ist. Es werden 17 Mönche benötigt um diese Glocke in Bewegung zu setzen. Diese ersten Eindrücke der Tempel machen natürlich hungrig. Dementsprechend nutzten wir ein Lokal was weiter im Zentrum lag, da es von dort zu der Nijo Burg ging. Das Schlossareal umfasst 275 000 qm und hat 23 Gebäude und Tore. Sehenswert ist hier vor allem der Ninomarupalast mit seinen 33 Räumen in einer Größe von 800 Tatami Matten. Aus historischer Sicht ist die Verkündung des Endes der 250 Jahre währenden Militärherrschaft der Tokugawa interessant.

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Am Nachmittag unternahmen wir einen Rundgang über den Nishiki Ichiba Markt. Auf dem mehr als 400 Jahre bestehenden Markt bieten Händler Fisch, Gemüse,  Tofu, Süßigkeiten und vieles mehr an. Hier lässt sich das lokale Geschehen hautnah erleben. Den Abschluss des Tages bildet ein Besuch im Gion Viertel. An diesem Ort trifft man das traditionelle Kyoto mit seinen Holzhäusern und den typischen lamellenartigen Gittern. Hier entstanden zum Ende der Edo Zeit die ersten Geisha Häuser, welche bis heute bestand haben. Mit diesem geschichtlichen Hintergrund, den Geishas sowie den Restaurants und dem Gion Corner, einem Bühnen- und Veranstaltungshaus, verleiht es dem Viertel ein besonderes Ambiente. Denn Abend lassen wir im besagten Gion Corner ausklingen. In einer knappen Stunde werden die großen japanischen Kunstformen  in kurzen Varianten angeschnitten. Zu diesen Kunstformen zählen zum Beispiel das Puppenspiel, die Teezeromonie, Blumenstecken, japanische Harfe und vieles mehr.

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Den zweiten Tag begannen wir wiederum im Zentrum von Kyoto, wo der Kaiserpalast steht. Er war  von 794 – 1868 der Sitz des japanischen Kaisers bis dieser den Sitz nach Edo, dem heutigen Tokio verlegte.  Der Palast ist umgeben von einer großen Steinmauer und befindet sich im Kyoto Gyoen Park. Erreicht werden kann der Palst über einer der sechs Tor. Für die Öffentlichkeit ist das nur jeweils eine Woche im Frühjahr und eine im Herbst möglich. Ausländische Gäste können den Palst nach vorheriger Anmeldung auch ganzjährig besuchen.

Neben der Geschichte ist Japan auch für seine schöne Kultur bekannt. Wie am Vortag bei den Geishas bewundert werden konnte, tragen viele Japaner zu Veranstaltungen einen Kimono. Dieses Kleidungsstück sollte nun im Mittelpunkt stehen. Hierzu geht es weiter in den nordwestlichen Teil Kyotos in das Nishijin Textilcenter. Zur vollen Stunden finden in dem Center Kimonoshows statt. Die jungen Damen präsentieren verschiedenste Kimonos mit wunderschönen Farben und Motiven. Neben den vorgeführten Kimonos können auch weitere traditionelle und moderne Andenken an Japan erworben werden. Der Besuch lohnt sich auch für Leute die nicht so viel mit Mode zu tun haben, sich aber an den tollen Kleidungsstücken erfreuen können.

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Im Anschluss steht das Highlight jedem Kyoto Besuches an.  Mit dem öffentlichen Busverkehr geht es zum Kinkakuji Tempel, der auch besser bekannt ist unter dem Goldenen Pavillon. Der 1394 erbaute Pavillon besteht aus drei Baustilen:

  • Dem palastartigen Shinden-zukuri im Erdgeschoss
  • Darüber den Cho-on-do, die den Samurai Häusern gleicht
  • Abschließend der Karayo-Stil aus dem Zen Tempel, welcher ursprünglich nur vergoldet war.

Vor dem Pavillon befindet sich ein See in dem sich der Tempel bei Windstille spiegelt. 1950 wurde das Gebäude mutwillig niedergebrannt und anschließend wieder aufgebaut, so dass auch das Zwischengeschoß vergoldet wurde. Die Hintergründe zu dem Brand können in dem Roman „Der Tempelbrand“ von Yukio Mishima nachgelesen werden.

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Kinkakuji Tempel

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Nahansicht des Kinkakuji Tempel

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