
Gut zwei Jahre nach der Afrikaumrundung mit der MS Albatros möchte ich euch nun einen weiteren Teil dieses Kontinents näher bringen. Ich nehme euch mit auf eine Tour den der Massentourismus noch nicht erschlossen hat. Bei diesem Abenteuer geht es diesmal entlang der Küste Westafrikas, die damals nicht auf dem Reiseplan stand.
Aufgrund von verschiedenen Gründen wird dieses Gebiet so gut wie von Kreuzfahrtschiffen gemieden. Selbst Phoenix Reisen, welche interessante und spannende Häfen anbietet, fährt diese Route das erste Mal nach knapp 10 Jahren wieder. Darum sollte einem auch bewusst sein, dass dies quasi ein Abenteuer ist und hier niedrigere Maßstäbe angesetzt werden sollten.

Mit dem Van zum Flugplatz
Nun möchte ich euch mit auf die Reise nehmen, welche am 25. November 2019 im südafrikanischen Kapstadt begonnen hat. In dieser Metropole sowie deren Umgebung sind jede Menge Highlights zu entdecken. Hierzu könnt ihr in meinem vorherigen Artikel zur Weinregion, der Kap Halbinsel und dem Tafelberg informieren. Dennoch ließ ich die Zeit nicht ungenutzt und schaue mir heute die Stadt von oben an.

Empfangshalle
Mit den Van ging es vom Hafengelände gut 15 Minuten entlang der Waterfront zum Helioflugplatz. Schon der Eingang mit dem ausgerollten roten Teppich machte das Ganze zu einem schönen Ambiente. Nach der Sicherheitseinweisung und der Erklärung der Flugroute, ging es dann auch schon in die Luft.
Der gut zwanzig minütige Flug führte vorbei am Finalstadion der WM 2010, dem Tafelberg, dem Hafengebiet von Kapstadt sowie Robben Island, welche eine Gefängnisinsel war. De berühmteste Insasse hieß Nelsen Mandela. Abgerundet wurde das Ganze mit einem Glas Champagner nach der Landung. Von dort ist es auch nicht weit zur Waterfront, welche zum Spazieren und Flanieren einlädt. Neben den Startplätzen für Helikopterrundfüge besteht hier die Möglichkeit, auch Bootstouren zu unternehmen. Wer es entspannter angehen möchte kann hier ein Theater, Aquarium, Brauerei oder Museum besuchen. Aufgrund des angrenzenden Hafens kann man natürlich auch in eines der Fischrestaurants einkehren und frischen Fisch genießen.
Wer also einmal die Gelegenheit hat in Kapstadt einen Rundflug zu machen, sollte dies unbedingt machen. Bei strahlend blauen Himmel hat man eine fantastische Sicht auf Kapstadt. Und die nahegelegene Waterfront runden einen Tag um das Hafengebiet ab, welches alles fußläufig zu erreichen ist.
Nachdem der Aufstieg auf den Fuji-San erfolgreich hinter mir liegt, nutze ich den heutigen Tag zu freien Verfügung. Mit der U Bahn mache ich mich wie der nach Asakusa. Neben dem Sensoji Tempel, den ich am ersten Tag in Tokio besichtigt hatte, gibt es noch eine weitere Attraktion in dieser Gegend: den höchsten freistanden Fernsehturm der Welt, dem Tokio Skytree. Mit der Eintrittskarte in der Hand fahre ich auf 350 m Höhe. Von der dortigen Aussichtsplattfom hat man einen herrlichen und unendlichen Blick auf das Häusermeer der Großstadt. Für mutige Besucher besteht sogar auf der Höhe von 440 m auf einem gläsernen Boden die Aussicht zu genießen.

Skytree in Tokio
Selbst von dort oben ist mein nächstes Ziel der Ueno Park leider nicht wirklich zu erkennen. Durch die Buchstaben und Nummern welche die Lienen und Stationen der U Bahn haben kann man sich sehr gut orientieren sowie fortbewegen. Es ist quasi wie beim Schiffe versenken. Über die Ueno Station lässt sich der Park, welcher auch als grüne Lunge der Stadt bezeichnet wird, erreichen. Im Jahre 1872 wurde er als erster öffentlicher Park in Tokio eröffnet. In diesem Park sind neben Statuen, Tempeln, Schreine sowie ein Zoo zu finden. Eine weitere Sehenswürdigkeit auf diesem Gelände ist das Nationalmuseum von Tokio in dem die Kultur und Geschichte Japans eindrucksvoll dargestellt werden.
Den Abschluss des entspannten Tages bildet natürlich eines der bekanntesten Exportschlage aus Japan. Und zwar verbrachten wir ein Abend in der Karaokebar. Bei ausgelassenen Stimmung mit Getränken sangen wir um die Wette.
Den letzten Tag in Japan verbringen wir noch einmal im Herzen der Metropole Tokio. Im Zentrum liegt auf einer Fläche von 1 mio. qm der Kaiserpalast. Von hieraus lenkte die Tokugawa Familie die Geschicke Edos. Doch im Laufe der Zeit zerstörten Kriege, Brände und Erdbeben die Anlage. In seiner jetztigen Form wurde sie 1968 erbaut. Eine Innenbesichtigung des Palastes findet nur zum Geburtstag des Kaisers statt. Die Bevölkerung hat dann die Möglichkeit dem Kaiser zu zuwinken, der sich auf dem Balkon präsentiert.
Die bisherige Tour ist schon von mehreren Eindrücken geprägt. Doch die kommenden zwei Tage sollten den absoluten Höhepunkt bringen. Es soll nichts Geringeres als der Fuji-San, der heilige Berg der Japaner, bestiegen werden. Hierfür machen wir uns am Mittag vom Tokioter Busbahnhof auf um bis zur 5. Bergstation auf 2305 Meter zu fahren. Ein offizieller Aufstieg auf den Berg ist nur zwischen Anfang Juli und Ende August erlaubt. In den anderen Zeiträumen ist der Weg zu beschwerlich und die Berghütten werden zu der Zeit nicht betrieben.
An der 5. Bergstation angekommen macht sich unsere Gruppe bereit für den Aufstieg. Hierfür sollten aber einige Dinge vorher beachtet werden. Aufgrund der Höhe sollte man kleidungstechnisch nach dem Zwiebelschalenprinzip vorgehen. Seine Ausdauer und Kraft besonnen einteilen, was Besonderes auf knapp 4000 m Höhe wichtig ist. Darüber hinaus sollten alle nötigen Verpflegungsmaterialien (Riegel, Trinken usw.) vorher besorgt werden. Ein Kauf ist unterwegs möglich, aber zu überteuerten Preisen. Der produzierte Müll muss selbst gesammelt und wieder mit runtergebracht werden, da keine Mülleimer auf dem Weg vorhanden sind. Für Individualtouristen ist eine Reservierung für eine der Berghütten zwingend erforderlich. Ansonsten kann es zu der Zeit des offiziellen Aufstieges eng werden. Denn man sagt, dass jeder Japaner einmal in seinem Leben den Fuji-San erklommen haben sollte.
Nach diesen ganzen Informationen wollen wir uns allmählich an den Aufstieg machen. Die ersten hundert Meter verlaufen noch recht sanft doch anschließend wird es immer steiler und sogar die ein oder andere Stelle muss erklommen werden. Je weiter der Aufstieg geht umso dünner wird nun auch die Luft. Wer diese Höhen noch nicht mitgenacht hat, wird zu Beginn erst einmal überrascht sein. Als ungeübter Bergsteiger komme ich doch recht gut voran und komme nach knapp 4 Stunden auf unserer Bergstation auf einer Höhe von 3000 Meter an. Die erste Anstrengung ist aber schon schnell verflogen als man die Aussicht erblickt. Mit der Zeit treffen auch meine Mitreisenden ein, so dass wir um 20 Uhr unser einfaches Abendessen einnehmen können. Kurz danach heißt es auch langsam zu Ruhe kommen. Dicht aneinander gereiht in Schlafsäcken heißt es ein paar Stunden Kraft sammeln. Denn um 0 Uhr klingelte schon der Wecker. Des heutigen Tages Ziel ist um 4 Uhr auf dem Gipfel des Berges um den Sonnenaufgang zu genießen.
Kurz gewaschen und das Frühstück noch zu uns genommen und schon ging es weiter mit dem Aufstieg. In der vollkommenen Dunkelheit ist noch einmal ein wenig mehr Aufmerksamkeit gefordert. Doch die vielen Stirnlappen weisen einen recht gut den Weg. Man kann sich gar nicht vorstellen wie voll es schon um diese Zeit auf dem Berg ist. Alle Personen laufen quasi wie auf einer Perlenschnur aufgereiht hintereinander her. Da es aber wichtig ist seinen eigenen Rhythmus zu finden besteht auch die Möglichkeit auszuscheren. Doch dies erledigt sich meist nach wenigen Metern. Aufgrund der Höhe benötigt man öfter eine Pause und kurz danach reiht man sich meist wieder hinter den Personen ein, die man kurz vorher überholt hatte. Stück für Stück komme ich dem Gipfel näher und erreichte diesen auf knapp 3800 m dann kurz nach 3 Uhr. Bei dem Fuji San handelt es sich eigentlich um einen ruhenden Vulkan mit geringem Ausbruchsrisikos. Der letzte Ausbruch erfolgte 1707 und schleuderte eine Aschewolke bis fast nach Tokio, dem ehemaligen Edo. Daher erkundigte ich noch das Gebiet auf dem Gipfel mit dem Vulkankrater. Der anschließende Sonnenaufgang entschädigt natürlich für die kurze Nacht und den Aufstieg.
Auf einen anderen entspannteren Weg geht es danach wieder runter auf die 5. Station, wo sich unsere Gruppe versammelte. Hierfür sollte man rund 4 Stunden einplanen. Unsere Rückfahrt nach Tokio führte über Kamakura, wo wir den großen Buddha besichtigten. Er stammt aus dem Jahre 1252 und hat eine Höhe von 13,3 m, womit er der zweithöchste Buddha Japans ist. Sein Gewicht wird auf ca. 93 Tonnen geschätzt. Durch den Anstrengenden Aufstieg und der kurzen Nacht machten wir uns als bald auf nach Tokio. Doch die Megametropole begrüßte uns mit einem langen Stau. Wir nehmen quasi alles mit :-).
Für die Frühaufsteher unter uns bestand die Möglichkeit den weltberhmten Tsukiji Fischmarkt zu besuchen. Diese Chancehaben sich einige von uns natürlich nicht entgehen lassen, vor allem weil ein modernerer und größerer in Planung ist. Der Fischmarkt ist mit der U Bahn sehr gut zu erreichen und liegt sehr zentral. Der Eingang ist erst einmal von Gemüse- und Zubehörhändler geprägt bevor es dann auf die große Fischmarkthalle zu geht. Diese ist leider für Touristen nicht zugänglich. Dennoch bekommt man beim drumher einen tollen Einblick von der Arbeit auf einem Fischmarkt. Mit seinen täglich 2500 t gehandelten und 450 Sorten ist es der größte Markt auf der Welt. Für Touristen ist es wichtig drauf zu achten, den Betrieb nicht zu stören sowie die umherfahrenden PKWs, LKWs und dieverse andere fahrzeuge nicht aus den Augen zu verlieren. Ein Besuch ist auf jeden Fall sehr lohnenswert.
Nachdem wir ein kleines Frühstück im Hotel eingenommen haben, geht es gemeinsam in der Gruppe zum Ryogoku Viertel. Auch hier kommt man mit dem ÖPNV-Netz hervorragend hin. Über die gleichnamige Station. Das Viertel ist die Heimat der Sumo-Ringer. Dementsprechend findet man hier das Sumo Museum und die Ryogoku Kokugikan (große Sumohalle) sowie das Edo Tokyo Museum. In dem großen und eindrucksvollen Gebäude wird die Geschichte und Kultur der Edo-Zeit bis hin zur Industrialisierung sowie das modernen Tokio dargestellt.
Nach dem Übergang von der Vergangenheit in das moderne Tokio führt uns der Weg jetzt in den südwetsen der Stadt nach Shibuya. In diesem Viertel werden die Trends hinsichtlich der Mode gesetzt. Diese lässt sich in all seiner Facetten auf der weltberühmten Kreuzung erkennen. Über den Ausgang Hachiko der Shibuya Station steht man quasi vor der Kreuzung, welche von einer Vielzahl von großen Werbetafeln gesäumt ist. Hier findet man die kommenden Trendprodukte bzw. welche grade brandaktuell sind. Wer die Kreuzung nicht nur in Mitten der Menschenmenge erleben möchte, hat die Möglichkeit vom Bahnhof über einen Übergang zum gegenüberliegenden Kaufhaus die Kreuzung zu betrachten. Ein anschließender Bummel über die geschäftsträchtige Meile mit seinen ganzen Läden sollte unbedingt mitgenommen werden.

Die bekannteste Kreuzung der Welt
Nicht weit von hier entfernt lässt sich aber auch wieder das alte Tokio finden. Im Yoyogi Park ist der Meiji Schrein beheimat, der einst der Familienschrein des Meiji Kaisers war. Neben dem inneren Garten findet man hier auch eine Schatzkammer mit Ausstellungsstücken rund um die kaiserliche Meiji Familie. Das nationale Shinto-Heiligtum ist dicht umgeben von Allen und Wäldern.
Nach diesem kurzen Abstecher in die Vergangenheit heisst es jetzt wieder Kontrastprogramm. Mit dem ÖPNV geht es ins Viertel Shinjuku. Diese wie auch Shibuya waren früher Dörfer mit ländlicher Umgebung. Doch heute sind es beiden die pulsierenden Gegenden der Metropole. Shinjuku ist heute geprägt durchh seine Geschäftsviertel und Wolkenkratzern. Doch bevor wir einen dieser Wolkenkratzer besteigen, müssen wir erst einmal den größten Bahnhof der Welt verlassen. Die Station Shinjuku wird täglich von 3,5 Mio. Menschen zum ein-, aus- und umsteigen genutzt. Desorientierung ist hier angesagt!
Doch durch unsere Reiseleiterin konnten wir den Überblick behalten, so dass wir über den westllichen Ausgang das Gebäude der Stadtverwaltung erkennen konnten. Die beiden kathedralenartigen Wolkenkratzer wurden 1991 eröffnet und gefielen den Tokiotern nicht auf anhieb, da sie befürchteten, die Verwaltung würde abgehoben wirken. Dies ist gott sei dank nicht eingetreten. Neben der Stadtverwaltung beheimaten die beiden Türme auch eine Touristeninformation im Erdgeschhoss. Für uns geht es aber in den 45. Stock der Türme wo eine Aussichtsplattform einen schönen Blick über Tokio freigibt. Für die Sparfüchse unter allen ist zu erwähnen, dass dieser Ausblick gegenüber den anderen Aussichtspunkten kostenlos ist. Den Abschluss für heute bildete ein Spaziergang über das Geschäftsviertel von Shinjuku.
Früh am Morgen machen wir uns zum Bahnhof von Hamamatsu, wo am Bahnsteig die Shinkansen an uns vorbei rauschen. Erst wenn man dort steht erlebt man die gewatige Geschwindigkeit dieses Zuges. Wenige Minuten später war es dann so weit,dass unser Zug in den Bahnof einfuhr. Ganz typisch japanisch stellen wir uns geordnet in Zweierreihen an der dafür vorgesehennen Linie an.
Mit über 300 km/h und vorbei am Fuji, den wir schemenhaft am Horizont erkennen können, fahren wir in Richtung Tokio. Nach kanpp 1 ½ Stunden ist es dann soweit, dass die Hauptstadt erreicht wurde. Mit über 25 Millionen Einwohnern zählt der Großraum Tokio zu einen der größten Städte der Welt. Wer immer schon einmal den Traum hatte, die Stadt zu besuchen, hat gewisse Vorstellungen wie zum Beispiel die verschiedenen Stadtteile, den Fischmarkt, die Schnelllebigkeit, die Elektronik und vieles mehr. All dieses soll in den kommenden Tagen auf den Programmpunkten stehen.

Übersichtsplan eine Station im ÖPNV von Tokio
Kurz nachdem wir im Hotel eingechekt haben, geht es auch schon in die Stadt. Für die Fortbewegung ist das U Bahnnetz hervorragend geeignet. Mit der Prepaidkarte logt man sich immer an den Bahnhof ein, welche man zum Fahrtbeginn betritt und aus, wenn man sein Zielbahnhof erreicht hat. Wichtig ist, dass man darauf achtet, dass immer ein gewissen Guthaben auf der Karte vorhanden ist. Für uns geht es am Vormittag in das Viertel Asakusa, welches über die gleichnamige Station erreicht werden kann. Von dort ist der Weg zum Sensoji Tempel nicht mehr weit. Bevor man aber die Anlage betritt, muss erst einmal das Kaminarimon-Tor durchschritten werden. Verziert wird dieses Tor mit einer überdimensionalen Laterne sowie gewaltige Wächterfiguren daneben. Das Wahrzeichen ist eines der meist geschossenen Fotos der Touristen. Dahinter tummeln sich viele Stände mit Essen und Souvenirs , was zu Edo-Zeiten, wie Tokio früher hieß, ganz anders aussah. Da ließen sich hier Künstler sowie Samuraie nieder und war eines der angesagtesten Vergnügungsviertel.
Wer nun die Stände links stehen lässt kommt gerade auf den großen Haupttempel zu. Flankiert wird der Sensoji Tempel rechts von einer Wasserstelle, welche zur Reinigung dient und links von einer kleinen Pagode, welche der Sage nach die Asche von Buddha beheimaten soll. Der Tempel selbst wurde 645 erbaut und gibt der goldenen Statue der Kannon (Göttin der Gnade) Schutz. Neben dem Tempel sind die beiden noch im original erhaltenen Zustand errichteten Nitenmon-Tor, welcher dem Shogun als Eingangstor diente sowie der Asakusa Jinja Schrein über welchen wir das Gelände verlassen.
Nicht weit entfernt kann man die Türme der Asahi Brauerei erkennen. Dort befindet sich eine Bootsanlegestelle für Wasserbusse. Mit einem solchen unternehmen wir eine Flussfahrt auf dem Sumeda. Nach einer ¾ Stunde erreichen wir den Hama Rikyu Garten.
In diesem Garten, welcher zu Ehren der Tokugawa Familie errichtet wurde, lässt sich die Schönheit der japanischen Gartenarchitektur und –gestaltung bewundern. So befindet sich hier eine Teichanlage, welche mit Meerwasser versorgt wird. Durch die Gezeiten gibt es der Landschaft unterschiedliche Landschaften. In mitten dieses Teiches befindet sich ein Teehaus in dem man die Teezeromonie bewundern kann. Mit den ersten quirligen Eindrücken der Metropole geht es nun zurück in das Hotel.
Wir bewegen uns heute von der Kansai Region nach Gifu im Zentrum der Insel Honshu. Sie ist eine der wenige Gebieten, die keine Küste haben. So geht es mit dem Reisebus in die gleichnamige Stadt, in der wir die Burg besichtigen werden. Sie steht auf dem Berg Kinka, welcher mit einer Seilbahn verbunden ist. So heißt es ab in die Gondel und hoch zur Burg die 1956 erbaut wurde. Der vierstöckige Stahlbeton zeigt den Übergang vom Mittelalter bis in die frühere Neuzeit. Daher ist dieser Bau mit den architektonischen Techniken für die japanische Geschichte bedeutsam. Aufgrund seiner strategischen Lage, auf 329 m, galt sie früher als uneinnehmbar.
Bevor es weitergeht, nehmen wir noch eine kleine Mahlzeit zu uns. Bei einem typischen japanischen Mittagessen steigt langsam die Vorfreude auf die Hauptstadt. Aber bevor diese besichtigt wird, fahren wir in die 30 km südlich gelegene Stadt Nagoya. Die viertgrößte Stadt des Landes ist eher eine Industriestadt mit wenigen Sehenswürdigkeiten. Bekannt ist sie vielmehr in Verbindung mit der Nachbarstadt Toyota, wo der gleichnamige Autohersteller seinen Firmensitz hat. Das mit abstand sehenswerte in Nagoya ist die dortige Burg.
Nagoya wurde im 16. Jahrhundert gegründet ist war eine typische Burgenstadt. Die 1532 erbaute Burg war früher auch einmal Sitz des Herrscher Toyotomi. Sie konnte sich bis zum 2. Weltkrieg halten bis diese komplett zerstört wurde. Doch im jahre 1959 wurde die Burg wieder errichtet und gilt als schönes Beispiel für die Burgenarchiitektur japans. Das Zentrum bildet der 48 m hohe Donjon in der vom ersten bis zum fünften Stock dieverse Kunstschätz der Feudalzeit ausgestellt werden, die vor den Flammen gerettet werden konnten. Wer bis zum siebten Stock geht hat einen schönen Ausblick über die Stadt Nagoya.
Am Nachmittag hast es weiterfaht mit dem Bus nach Hamamatsu wo wir unsere Unterkunft für die kommende Nacht beziehen. Hierbei handelt es sich um kein typisches Sternehotel sondern um ein traditionelles Ryokan. Sobald man die Unterkunft betritt fühlt man sich um einige Jahrhunderte in der Zeit zurückversetzt. Das Zimmer besteht aus Schiebetüren aus Reispapier, Tatamimatten und Futon. Nach einer kurzen erfrischung gab es auch schon das Abendessen. Dabei gab es eine besondere Kleidungsvorschrift: Kimono. Alle Reiseteilnehmer nutzen die zur Verfügung gestellten Kleidungsstücke. Nachdem das Essen mit Stäbchen eingenommen wurde und der ein oder andere Sake (Reisschnaps) zur Verdauung getrunken war, zogen sich die meisten in ihr Zimmer zurück. Hier wurde auch schon das Bett auf den Tatamimatten vorbereitet. Diese interessante Übernachtungsmöglichkeit bleibt einem noch lange in Erinnerung.
Mit acht Personen sollte es diesmal nach Kolberg gehen.
Kolberg ist mit dem PKW von Berlin aus besonders gut zu erreichen. Unsere Anfahrt dauerte ungefähr vier Stunden. Sobald die Bauarbeiten an der Autobahn S6 in Polen aber abgeschlossen sind, beträgt die Dauer höchstwahrscheinlich nur noch 3 Stunden, also besteht auch die Möglichkeit einfach mal ein Wochenende vor Ort zu verbringen.
Die Anfahrt mit der Bahn gestaltet sich etwas schwieriger, da zahlreiche Umstiege nötig sind, um überhaupt in Kolberg anzukommen. Eine weitere Alternative ist der Flixbus, der aber auch deutlich länger unterwegs ist. Meiner Meinung nach ist der PKW also das beste Mittel, um schnellstmöglich dort anzukommen!
Vor Ort gibt es leider sehr wenige Parkplätze. Einige Hotels bieten private Parkplätze an, die jedoch nur gegen eine Gebühr genutzt werden dürfen. Leider hatten wir in unserer Wohnanlage keine eigenen Parkplätze. Also mussten wir meist um einen Parkplatz kämpfen. Da wir darauf aber in unserem Urlaub eher weniger Lust hatten, ließen wir das Auto meist stehen.
Café der Unterkunft Kurort Apartamenty
Wir entschlossen uns aber gemeinsam eine Ferienwohnung zu nehmen, in der alle acht Personen Platz haben. Die Anlage, in der sich vier Ferienwohnungen befinden, nannte sich Apartamenty Kurort. Da wir eher einen ruhigen und entspannten Urlaub genießen wollten, waren wir froh über die kleine Anlage. Auf dem Areal befindet sich ein kleines Café, in dem aber leider kein Frühstück angeboten wird. Dementsprechend sorgten wir allein für unsere Versorgung. Das war kein Problem, da in unmittelbarer Nähe die bekannten Supermärkte Lidl und Kaufland zu finden waren. In der Stadt selbst befinden sich auch einige Frühstücksrestaurants, die sehr einladend aussahen.
Etwas schwierig und auch anstrengend ist die ständige Umrechnung in Zloty, aber nach einer Weile gewöhnt man sich auch daran.
Die ersten beiden Tage war das Wetter leider etwas durchwachsen. Die nächsten Tage begrüßten uns aber mit strahlendem Sonnenschein, sodass wir die Zeit gerne draußen verbrachten.
Eindrücke der Promenade und Altstadt von Kolberg mit Rathaus und Dom
Besonders schön ist die kilometerlange Promenade. Hier schlenderten wir gerne mit der gesamten Familie entlang und probierten typisch polnische Gerichte an den einzelnen Ständen aus. Die Promenade mit separaten Fußgänger- und Radwegen ist durch einen Wald vom Strand getrennt. Der Ort ist allgemein sehr gut ausgebaut. Natürlich durfte auch hier der Besuch der Souvenirgeschäfte nicht fehlen. Diesmal wurde aber nicht nur meine Frau fündig, sondern auch die Kleinen ergatterten tolle neue Spielsachen.
Einen Nachmittag verbrachten wir in Kolbergs Altstadt.Dort entdeckten wir auch das Rathaus. Im Anschluss besichtigten wir den eindrucksvollen Kolberger Dom. Im Inneren befinden sich zahlreiche wertvolle Kunstwerke, darunter verschiedene Gemälde aus dem 15. und 18. Jahrhundert.
Familienzeit am Strand
Am liebsten verbrachten wir unsere Zeit am Strand. Hier konnten wir gemeinsam entspannen, Gespräche führen und besonders unsere Enkel hatten viel Spaß im Wasser, aus dem sie gar nicht mehr rauskommen wollten. Der feine Sandstrand in Kolberg ist einfach nur traumhaft.
Ausflugsboote am Hafen
An einem Tag unternahmen wir eine Hafenfahrt mit dem Wikingerschiff. Dabei ging es raus aufs Meer, sodass wir einen tollen Blick auf die Küste hatten.
Leuchtturm von Kolberg und Mole
Im Anschluss nutzten wir die Zeit für die Besichtigung des Leuchtturms sowie der Mole. Am Hafen kauften wir natürlich auch ein besonders frisches Fischgericht. In der Nähe befindet sich auch ein leckerer Eisladen, direkt an der Fußgängerbrücke am Bahnhof. Hier gab es fast täglich ein leckeres Eis für uns, aber das hatten wir uns auch nach all dem Laufen verdient.
Die schönsten Sonnenuntergänge
Unser persönliches Highlight waren aber die vielen besonderen Sonnenuntergänge, die wir während unseres Aufenthaltes bestaunen konnten. Vor allem das gemeinsame Beisammensein machte diese Momente noch wertvoller!
Jörg und Margitta Arndt
Wie in den letzten Tagen bewegen wir uns heute weiterhin in der Kansai Region. Neben Kyoto und Kobe zählt auch die Stadt Osaka mit seinen 2, 5 Mio. Einwohner dazu. Sie steht öfters mit der Hauptstadt Tokio in Konkurrenz. Dennoch muss Osaka sich nicht verstecken. Bekannt wurde es als erste großes Handelszentrum Japans und hat sich in der Führungsrolle des produzierenden Gewerbes bis heute behauptet. Durch seine offene Atmosphäre ist die Geschäftswelt immer mehr am Wachsen. Daher wirkt Osaka auf den ersten Blick sehr hektisch und wuselig.

Ankunft in Osaka
So ging es auch mir, als ich mit meiner Reisegruppe mit dem Regionalzug an der JR Osaka Station angekommen bin. Wir machten uns per Fuß auf den Weg in das Viertel Umeda, welches als Geschäfts- und Regierungszentrum der Metropole gilt. Links sowie rechts reihen sich Restaurants, Boutiquen und Hochhäuser an einander die zum Verweilen einladen. Interessante Bauwerke sind unteranderem die unterirdische Einkaufspassage die 2,6 km lang ist sowie das Umeda Sky Building. Die beiden Türme des Sky Building haben eine Höhe von 170 m und sind zusammen mit einer Aussichtsplattform verbunden. Vom 37. Stock aus hat man einen tollen Blick über die gesamte Stadt.
Was von dort oben nicht wirklich zu erkennen ist, sind die vielen Flüsse der Stadt. Das wird einem erst bewusst, wenn man eine Stadtrundfahrt auf den Flüssen und Kanälen vornimmt. Auf dieser 1 ½ h Tour erkennt man warum Osaka früher zum Handelszentrum Nummer eins Japans aufgestiegen ist. Heute stechen die neugestalteten Promenaden in Kombination mit den Bauwerken hervor und vermittelt einen tollen Eindruck, welche die Einheimischen zum Entspannen und Vergnügen nutzen. Wir steigen aber direkt vor der historischen Burg Osakas aus. Diese ist die letzte Station auf der Tour.
Die Burg von Osaka zählt mit der von Himeji zu den schönsten Japans. Erbaut wurde sie von Toyotomi, womit er seine Macht im Prozess der Vereinigung Japans widerspiegeln wollte. Für dessen Errichtung 1583 waren 100 000 Arbeiter verantwortlich. Doch 1615 brannte die Burg ab. Nur wenige Jahre nach dem Tod von Toyotomi. Auch der Wideraufbau von 1629 wurde immer wieder zu teilen zerstört. Das älteste erhaltene Gebäude der Burg stammt von 1931 dessen Hauptturm das Wirken von Toyotomi darstellt. Der angrenzende Park um die Burg lässt bei schönen Sonnenschein einen schönen Spaziergang zu. Von diesem Wahrzeichen Osakas geht es dann allmählich wieder auf den Rückweg.
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln geht es in die 1,5 Mio. Einwohner Stadt Kobe. Sie besticht vor allem durch ihren internationalen Flair und durch das traurige Ereignis von 1995 als die Stadt Kobe von einem starken Erdbeben heimgesucht wurde.
Direkt am Bahnhof ist man mitten in der Stadt und nur fußläufig entfernt, befindet sich das Rathaus von Kobe (Kobe City Hall). Zum einen wird hier das Erdbeben thematisiert und man kann sich ein wenig in die damalige Zeit versetzen zum anderen hat man vom 24. Stock einen tollen Ausblick über die gesamt Stadt Kobe. Desweiteren gibt es ein Denkmal am Fusse des Rathauses zum Erdbeben von 1995.
Nachdem wir wieder festen Boden unter den Füssen haben, geht es quer durch die Stadt in Richtung der Hafengegend. Der Hafen spielte schon im 8. Jahrhundert ein wichtige Rolle, als der Seehandel Kobe zu internationaler Bekanntheit führte. Die Bedeutsamkeit nimmt bis heute nicht ab. Sehenswert sind neben dem Hafen der 90 Meter hohe Kobetower sowie der angrenzende Meriken Park. Dieser spiegelt die gewaltigen Naturkräfte des Erdbebens wieder. Hier kann man sehen, wie es damals ausgehsehen hat. Denn im modernen Stadtbild ist davon nichts mehr zu sehen, da sehr schnell damit begonnen wurde, wieder alles herzustellen.
Nach weiteren Impressionen aus dem Jahre 1995 machen wir uns von der Hafengegend wieder in das Zentrum zum Nankinmachi. Dies ist das Chinatown von Kobe und die zweitgrößte chinesische Kolonie von Japan. Es unterscheidet sich nicht viel von anderen Chinatowns auf der Welt und lädt vor allem durch seine kulinarischen Leckerbissen ein, von welcher ich ein wenig probiere. Im Anschluss führt unser Weg mit dem Bus zu einer örtlichen Sake Brauerei.
In der Region um Kobe bedfindet sich das bekannteste Sake Produktionsgebiet von Japan. In diesem Museum wird der Zubereitungsprozess von Sake mit Modellen und Videos dargestellt. Sowohl wie es heute als auch damals von statten ging. Neben dem Prozess zur Herstellung gibt es auch die Möglichkeit den Sake zu kosten und zu erwerben. Mit dem informativen Einblick machen wir uns wieder auf den Rückweg nach Kobe, wo wir im Kobe Skytower ein traditionelles Abendessen „Shabu Shabu“ genießen.
Rund 50 km weiter westlich von Kyoto befindet sich der Ort Himeji welcher wesentlich durch seine Burganlage besticht. Diese Anlage möchte ich euch heute ein wenig näher bringen. Sie soll die schönste Burganlage in ganz Japan sein und zählt seit 1993 zum UNESCO- Weltkulturerbe. Das beeindruckteste ist die originale Erhaltung über alle Jahrhunderte hinweg, welches nur diese Burganlage gegenüber allen anderen in Japan vorweisen kann. Selbst bei der Restaurierung von 1956 – 1964 wurde auf jede Kleinigkeit geachtet, damit keine Veränderungen vorgenommen werden.
Die Burg 1620 erbaut und misst eine Höhe von 46 Metern. Ihren Spitznamen Burg des weißen Reihers hat sie aufgrund der weißen Silhouette, welche von der Ferne wie ein weißer Reiher erscheint. Insgesamt gibt es hier 38 Gebäude und 20 Türme. Den Mittelpunkt bildet der fünfstöckige Donjon. Den zweistündigen Rundgang durch die Burganlage rundete ein Spaziergang durch die Parkanlage ab.
Von dort geht es weiter in die Gartenanlage welche die Schönheit der japanischen Gartenarchitektur widerspiegelt. Besonders in Erinnerung bleibt der Teegarten, in dem wir einer traditionellen japanischen Teezeromonie beiwohnen durften. Hier konnte man hautnah miterleben, welche Bedeutung die einzelnen Schritte bei genießen des Tees zu berücksichtigen sind. Diese interessante Erfahrung sollte man versuchen in einer gewissen Art in seinen Alltag zu integrieren, um zu entschleunigen.