
Mit dem Stopp in Ushuaia haben wir nun den südlichsten Hafen auf der Südamerikaumrundung erreicht. Die Stadt ist die südlichste von Argentinien sowie der Welt. Aufgrund ihrer Lage auf Feuerland müssen alle Waren eingeflogen werden, was sich natürlich auch auf den Preis niederschlägt. Deshalb zählt sie zu den teuersten Städten Argentiniens als auch ganz Südamerikas.

auf in das Zentrum
Aufgrund des Überlandausfluges bin ich nicht mit der MS Albatros nach Ushuaia gekommen, sondern per Flugzeug. Wir erreichte bei recht nassen und stürmischen Wetter die Stadt. Gleich zu beginnt der Ankunft wurde man durch die Architektur des Terminals überrascht. Und zwar ist der Großteil aus Holz erbaut.

das Terminal aus Holz
Nach dem das Gepäck verstaut wurde, ging es nun durch die Stadt direkt zu unseren Schiff. Nach einer kurzen Stärkung machte ich mich noch einmal zu Fuß in die Stadt auf. Von der Pier läuft man rund einen halben Kilometer und steht dann schon direkt im Zentrum. Eine typische Einkaufsstraße lädt zum Schlendern ein. Neben einfachen Gebäuden finden sich einige Denkmäler und Statuen vor.

vorbei an einigen Denkmälern und Statuen

vorbei an einigen Denkmälern und Statuen
Vor allem durch seine Nähe zum Feuerland Nationalpark als auch Startpunkt für viele Expeditionen in die Antarktis, erfuhr die Stadt einen raschen Aufschwung durch den Tourismus. Aber auch einige Kreuzfahrtschiffe, wie wir, machen hier eine kurze Zwischenstation.

die Gebäude wirken frabenfroh
Nach dem Spaziergang durch die Stadt ging es wieder auf das Schiff. Leider konnten wir nicht wie geplant um 18 Uhr ablegen. Es machte uns das berüchtigte Wetter, vor allem der Wind, einen Strich durch die Rechnung. Es wurde immer wieder versucht abzulegen, bis es dann endlich um 22 Uhr klappte.
Mein Fazit:
Wie auch Punta Arenas lädt der Ort zum Flanieren und Spazierengehen vor einer großen Fahrt ein. Wer sich 1 – 2 Tage Zeit nimmt, hat in Ushuaia und seiner näheren Umgebung alles gesehen.
Für heute ist eine weitere Überlandtour geplant. Wie üblich gab es ein Informationstreffen zur Besprechung der Tour sowie des Kennenlernens der Mitreisenden. Der gemeinsame Ausflug, welcher über 3 Tage geht, führt ins in den Nationalpark Torres del Paine in Chile und zum Perito Moreno Gletscher in Argentinien.
Tag 1
Vor dem Schiff stand auch schon unser Bus bereit. Um 6 Uhr ging es auf eine 6 stündige Busfahrt quer durch die patagonische Steppe über Puerto Natales in den besagten Nationalpark im Süden Chiles. Dieser wurde aufgrund seiner Naturschönheit und seines Tierreichtums von der UNSECO 1978 zum Welterbe ernannt. Er umfasst eine Fläche von 1814 qkm und zählt 15 über 2000m hohe Gipfel. Er wird von der chilenischen Wald- und Parkbehörde verwaltet und darf nur mit einem Pass betreten werden.

einsame Straße in der Weite

Estancia in der Steppe

Eingang zum Nationalpark Torres del Paine
Die Landschaft ist atemberaubend. Türme aus Vulkanschichten, Granit und Kalk, weißblaue Gletscher und Seen, deren grünblaues bis türkisfarbenes Spektrum eine Augenweide ist. Highlight jeder Chile Reise und eines der bekanntesten Fotomotive sind die drei fast senkrechte Granitspitzen des Torres del Paine Massives (Türme = Torres), welche in mitten des Parkes in den Himmel ragen. Der höchste der drei misst 2600 m.

ich vor dem Torres del Paine Massiv

Massiv der Torres del Paine

Torres del Paine Massiv bei Sonnenaufgang
Die nördliche Grenze des Nationalparks bildet der 20 km lange Grey-Gletscher mit blau schimmernden Eiszacken. Dieser schmilzt millimeterweise in den Grey-See und produziert Eisberge, die in phantastischen Grün- und Blautönen schimmern. Darüber hinaus ist der Park auch Heimat einer Vielzahl an Wildtieren, wie z. B. von Guanakos, Nandus, Kondoren und anderen exotischen Vogelarten. Aufgrund der niedrigen Höhenlage weist die Zone nördlich von Puerto Natales ein besonderes Mikroklima mit häufigen und schnellen Wetterumschwüngen auf. Man kann sagen, dass man an diesem Ort quasi alle vier Jahreszeiten innerhalb von weniger Stunden erleben kann. Daher ist ein guter Wind- und Regenschutz empfehlenswert. Nach einer Wanderung durch den Nationalpark mit Besichtigung der beschrieben Sehenswürdigkeiten und diversen Aussichtsstopps geht es am Abend ins Hotel. Schnell wird noch das Abendbrot eingenommen und ein ereignisreicher Tag geht zu Ende.

Cuanacos und Schafe
Tag 2
Am Morgen des zweiten Tages heißt Abfahrt um 6:30 Uhr Richtung argentinischer Grenze, wo wir den Bus sowie den Reiseleiter wechseln. Der Grenzübertritt aus Chile nach Argentinien sowie der Wechsel dauerte rund 2 Stunden. Im Anschluss geht es weiter in Richtung El Calafate, welches wir nach 4 Stunden erreichen. Von dort fuhren wir noch einmal 80 km durch die patagonische Steppe. Das Mittagessen nahmen wir unterwegs als Lunchbox zu uns und bestaunen währenddessen die Steppe, welche eher karg, flach und trocken ist. Doch am Fuße der Anden verändert sich die Landschaft schlagartig und zeigt sich üppig grün sowie bewaldet.
Endlich haben wir nun den Parque Nacional Los Glaciares erreicht. Dieser ist 4459 qkm groß und wurde 1981 von der UNESCO in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. Das Highlight des Parkes ist der Perito Moreno Gletscher, welcher ein spektakuläres Naturschauspiel bietet. Regemäßig brechen riesige Brocken des Gletschers ab und stürzen in das Seewasser des Lago Argentino. Er ist 30 km lang und die eisige Welt erstreckt sich über 250 qkm. Dieser befindet sich im Grenzgebiet von Argentinien und Chile.

Eingang zu den Aussichtspunkten des Perito Moreno Gletscher

atemberaubender Anblick des Perito MOreno Gletschers

das unendliche Eis des Perito Moreno Gletschers
Der Perito Moreno Gletscher ist bedingt durch seine Lage und das besondere Klimas, einer der wenigen Gletscher weltweit, der nicht rückläufig ist. Besonders beeindrucken ist die 60-80 Meter hohe Eiswand sowie das komprimierte tiefblaue Eis und die Spiegelung der bizarren Eistürme. Von verschieden Aussichtspunkten betrachten wir den Gletscher sowie die beiden danebenliegenden Seen. Anschließend geht es in ein Restaurant, wo wir unser Abendessen einnahmen.


Der Gletscher ist 3 x größer als der Bodensee

beeindruckend wie klar der Gletscher ist

gigantische Ausmaße
Tag 3
Nach einer kurzen Übernachtung im nahenliegenden Hotel geht es nach dem Frühstück am dritten Tag zum Flughafen von El Calafate. Von dort startete unser einstündiger Flug nach Ushuaia, wo bereits die MS Albatros auf uns wartete.
Mein Fazit:
Die patagonische Steppe als auch der Nationalpark Torres del Paine bestechen durch ihre unendliche Weite. Mittelpunkt des Nationalparkes ist ohne Zweifel das gleichnamige Felsmassiv. Bei klarem Wetter kann man die faszinierenden drei Spitzen sehen. Wer die Möglichkeit hat, sollte diese auch bei einem Sonnenauf- und -untergang betrachten. Durch die Lichtverhältnisse erscheint das Massiv immer wieder in neuem Licht.
Ein absolutes Muss ist der Perito Moreno Gletscher. Wer diesen schon von weitem sieht, kommt einfach nur ins Staunen. Sobald man direkt vor diesem Gletscher steht, ist man einfach nur fasziniert. Sollte man sich in der Gegend aufhalten, dem empfehle ich unbedingt den Perito Moreno Gletscher anzuschauen.
Unsere MS Albatros erreichte am frühen Nachmittag die südlichste Großstadt von Chile. Diese heißt Punta Arenas und hat rund 120.00 Einwohner. Punta Arenas war seinerzeit eine Strafkolonie und wurde 1848 gegründet. Durch die spätere Entdeckung von Steinkohle und dem Import von Schafen erlangte Punta Arenas mehr Bedeutung und wurde ein wichtiger Freihafen für die Engländer.

Willkommen in Punta Arenas
Vom Hafengelände aus ist es nur ein kurzer Fußweg von 10 Minuten bis ins Zentrum dem Plaza de Armas. Hier spiegelt sich der frühere Reichtum der Stadt wieder, die als Zentrum der Schafzucht in Patagonien und wichtige Handelsstation auf dem Weg zum Pazifik einst große Bedeutung besaß. Heute besiedeln vor allem Nachfahren von Deutschen, Schweizer und kroatischer Einwanderer Punta Arenas.

historische Architektur im Stadtbild
Auf dem Plaza de Armas befindet sich eine Statue zu Ehren von Hernandez Magellane. Nicht umsonst liegt die Stadt auch an der Magallanstraße. Darüber hinaus findet man hier das frühere Herrenhaus der Familie Braun-Menéndez, welches heute ein Museum ist. Gleich daneben sticht die Kathedrale von Punta Arenas heraus. Diese liegt direkt an der Einkaufsstraße der Stadt. Die durch schöne Bäumen und Pflanzen gesäumte Straße lädt zum Flanieren und Stöbern in den Geschäften ein.

Magallan Denkmal

Herrenhaus der Familie Braun-Menéndez

Einkaufsstraße von Punta Arenas
Sehenswert ist darüber hinaus der Friedhof von Punta Arenas. Die Grabinschriften zeugen von der Einwanderungsgeschichte der Stadt und die Einwohner der Stadt behaupten, es sei „der schönste Friedhof Südamerikas“. Auch ein Gedenkstein für Vizeadmiral Graf Spee befindet sich auf dem Friedhof.
Mein Fazit:
Die Stadt lässt sich entspannt zu Fuß erkunden. Besonders sehenswert ist der Plaza de Armas an dem sich tolle Denkmäler und architektonische Gebäude befinden. Wer eine Expedition in die Antarktis bzw. um das Kap Horn unternimmt, kann hier gerne für einen Tag vorbeischauen.
Nach zwei Seetagen, welche ich für die Verarbeitung der Erlebnisse und Eindrücke genutzt habe, steuerte die MS Albatros nun den Hafen von Puerto Madryn an. Dieser Ort befindet sich auf halber Höhe der argentinischen Küstenlinie. Mit seinem Tiefseehafen bildet er einen natürlichen Zugang zu den weiten Ebenen Patagoniens, die ein Drittel des Landes bedecken und in denen aber nur rund 5 % der Bevölkerung Argentiniens leben.

argentinische Steppe
Puerto Madryn entwickelte sich wie die gesamte Region Chubut zu einem Touristenzentrum. Vor allem der Ökotourismus wird stark gefördert und ist bei Reitern, Radfahrern und Wanderern sehr beliebt. Viele Exkursionen in das Naturreservat der Halbinsel Valdes starten von hier. Zu beobachten sind dort je nach Jahreszeit Seelöwen, Orcas und Glattwale.

grüne Landschaftsabschnitte in der weitläufigen Steppe
Mein Ziel am heutigen Tage ist eines dieser Naturreservate. Genauer genommen führt mich der Weg zur Pinguienkolonie Punta Tombo. Vom Schiff geht es mit dem Bus über eine gute Asphaltstraße in das 70 km entfernte Trelew. Dieser Ort wurde am Ende des 19. Jh. von Walisern gegründet. Besonders stolz sind sie auf die 1889 errichtete rote Backsteinkapelle. Hierfür bleibt leider keine Zeit, denn es stehen noch 110 km gegen Süden auf Schotterstraßen durch die patagonische Steppe an. Die Landschaft an sich, ist nicht wirklich abwechslungsreich und nach knapp 3 Stunden erreichen wir Punta Tombo, wo sich die größte Pinguinkolonie außerhalb der Antarktis befindet. Hier haben die Magellanpinguine auf einer 3 km langen, ins Meer ragenden Landzunge an der Atlantikküste ihre Brutstätten. Von Oktober bis März versammeln sich hier eine große Anzahl von Pinguinen.

Eingangsschild zum Nationalpark
Auf markierten Wegen hat man die Möglichkeit, sich mitten in die Pinguinkolonie zu begeben und aus nächster Nähe die Männchen bei der Brautschau zu beobachten. Direkt neben den Wegen findet man eine Vielzahl von Pinguinen. Dabei sollte man aber auch nach vorne schauen. Denn es kann sein, dass gerade einer dieser den Weg kreuzt, denn diese haben hier immer Vorfahrt. Nach rund 1 km kommt man an einen Aussichtspunkt. Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick auf den Kilometer weiten Strand, auf dem sich tausende von Pinguinen tummeln.

den Pinguinen hautnah

beliebter Ort der Pinguine

Pinguine auf dem Weg zw. Meer und Land

tausende Pinguine am Strand
Leider reichten die zur Verfügung stehenden 2 Stunden nicht aus, das gesamte Gebiet zu erkunden. Aber dennoch hat man ein tolles Erlebnis gehabt, die Pinguine in freier Wildbahn so nahe zu kommen.
Mein Fazit:
Die gesamte Region um Puerto Madryn hat eine Menge dieser Tierwelt zu bieten. Sei es das Naturreservat Punta Tombo mit der Pinguinkolonie als auch die weitläufige Halbinsel Valdez auf der sich neben Pinguinen Seelöwen, Orcas und Glattwale tummeln. Natürlich besteht auch die Möglichkeit die Tiere von der Wasserseite mit einem Schlauchboot zu erkunden. Wie man also erahnen kann, lohnt sich ein längerer Aufenthalt für Tier- und Naturfreunde auf jeden Fall.
Nachdem am gestrigen Tage Buenos Aires und seine Umgebung im Mittelpunkt unserer Erkundungen standen, geht es heute auf einen Überlandausflug zu den Iguazu Wasserfällen. Hierzu gab es wie üblich ein Vorbereitungstreffen aller Teilnehmer.

Am Gate von Aerolinas Argentinas

Aerolinas Argentinas
Schon früh morgens ging es mit dem Ausflugsbus Richtung des nationalen Flughafens Buenos Aires. Mit der Aerolinas Argentinas flogen wir rund 2 Std. zur Stadt Foz do Iguazu an der Grenze von Argentinien und Paraguay. In der Stadt an sich gibt es nicht viel zu sehen und hat einzig allein den 20 km weiter südöstlich gelegenen Iguazu Wasserfällen seine Bedeutung zu verdanken. Die Iguazu Wasserfälle sind die gewaltigsten der Welt, höher als die Niagara- und breiter als die Victoria-Fälle und erstreckt sich über die Länder Argentinien, Brasilien und Paraguay. Sein Name (wörtlich. Große Wasser) stammt von den eingeborenen Guarani Indianern. Die Wasserfälle gehören seit 1986 zum UNESCO-Welterbe.

Impression während des Fluges
Der Fluss Iguazu, der im brasilianischen Hochland entspringt lässt sich hier über den Rand des Parana Plateaus in eine enge Schlucht fallen. Insgesamt sind es 275 Kaskaden, die in einen 80 m tiefen und rund 3 km breiten Abgrund brausen. Die Energie des Naturschauspieles wird durch die riesigen Ausmaße des umliegenden Regelwalds noch erhöht. Der urwüchsige Dschungel, heut ein Naturschutzgebiet, ist reich an Orchideen, Lianen, Baumfarnen und Tiere.

Ankunft am Flughafen von Iguazu

Eingang des brasilanischen Nationalparks der Iguazu Wasserfälle
Vom Flughafen geht es direkt zum Iguazu Wasserfall auf der brasilianischen Seite. Hierzu stand aber noch der Grenzübergang von Argentinien nach Brasilien an, welcher rund eine Stunde dauerte. Als die Formalitäten erledigt waren, konnten wir unseren Weg zum 20 Minuten entfernten Eingang des Nationalparks fortsetzen. Auf einem Rundgang ging es über Treppen und Wege in Richtung des Wasserfalles. Dabei gab es immer wieder gute Möglichkeiten diesen zu betrachten. Je näher man den Wasserfällen kam, umso lauter und beeindruckender wurde es.

Anblick der Iguazu Wasserfälle auf der brasilianischen Seite

Anblick der Iguazu Wasserfälle auf der brasilianischen Seite

Am Ende des Rundganges war es so weit und man stand nur noch wenige Meter vom Wasserfall entfernt. Hier hatte man nun die Gelegenheit direkt hinzulaufen, was ich mir natürlich nicht entgehen ließ. Wichtig ist dabei, dass man entweder einen Regenmantel mitnimmt bzw. einfach nur in Badehose hinläuft. Nach einer Abkühlung durch die Gischt des Wassers ging es wieder zurück. Mit dem Fahrstuhl gelangten wir dann wieder nach oben, von wo man zum Abschluss einen herrlichen Gesamtüberblick über die Wasserfälle hat. Mit dem Bus fuhren wir wieder zum Grenzübertritt und bezogen am Abend das Hotel auf der argentinischen Seite.
Nach dem Frühstück geht es für uns nun auf der argentinischen Seite weiter durch den Park und den Wasserfällen. Pünktlich zur Öffnung des Parks um 8 Uhr nahmen wir die erste Bahn, welche verschieden Stationen anfährt, von wo aus diverse Rundwege um die Wasserfälle führen. Unsere Gruppe nahm zuerst den obersten Weg. Dieser führt rund 1 km bis oberhalb der Wasserfälle. Von dort aus kann man in die Tiefe schauen, wo wir gestern noch Standen. Im Anschluss nahmen wir wieder die Bahn und fuhren eine Station runter und ging nun den mittleren Rundkurs entlang. Hier hat man auf dem gesamten Weg verschiedene Perspektiven, um die Wasserfälle zu betrachten.

Oberhalb der Iguazu Wasserfälle auf der argentinischen Seite

Beeindruckende Wassermassen

An den Iguazu Wasserfällen auf der argentinischen Seite

direkt bei den Wassermassen

Iguazu Wasserfälle bei strahelendem Wetter
Für beide Wege sollte man mit Fotografieren und auf sich wirken lassen, jeweils mindestens 1,5 Stunden einplanen. Für uns hieß es nun Abschiednehmen. Mit der Bahn erreichten wir wieder den Eingang des Nationalparks, wo auch schon unser Bus mit der Lunchbox zum Mittagessen wartete. Während wir diese zu uns nahmen, erreichten wir den Flughafen. Am späten Nachmittag landeten wir nach 2 Stunden Flugzeit wieder in Buenos Aires und mit dem Bus ging es zurück zum Schiff.

wundervolle Natur von oben

Anflug auf Buenos Aires
Mein Fazit:
Dieses Erlebnis ist unbeschreiblich und so faszinierend. Bereits beim ersten Anblick der Wasserfälle spürt man das gigantische Ausmaß und je näher man diesen kommt, umso beeindruckender wird es. Unbedingt sollte man bei einem Besuch die argentinische als auch die brasilianische Seite besuchen. So kommt man in den Genuss, die Wasserfälle einmal von unten als dann auch von oben betrachten zu können.
Diesmal legt unsere MS Albatros in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires an. Man sagt, diese Stadt hat einfach alles. Die breiteste Straße, die zartesten Steaks und wenn man den Argentiniern glaubt, die schönsten Frauen überhaupt. Es gibt so viel Sehenswertes in dieser Stadt. Angefangen von Gebäuden im Kolonialstil, klassizistischen Bahnhöfen und Banken, modernste Architektur sowie Luxus, Tango, Techno aber auch Armut. Nur die Ruhe muss man suchen, aber hierzu dienen einem die vielen schönen Plätze unter Ombu- und Jacarandabäumen. Aber auch auf der kulturellen Seite hat Buenos Aires eine Menge zu bieten. Dabei wohnen ein Viertel der Bevölkerung Argentiniens, fast 14 Mio. im Einzugsgebiet dieser Stadt, welche von einer Stadtautobahn sowie dem Rio de la Plata eingegrenzt ist.

auf der Fahrt durch Buenos Aires
Wie man schon erahnen kann, lässt sich hier eine große Vielfalt entdecken, wofür ein einziger Tag absolut nicht ausreicht. Um dennoch im groben das Wichtigste zu sehen, geht es heute mit einem privaten Reiseführer durch Buenos Aires und deren Umland.
Mit einer Stunde Verzögerung auf Grund der Freigabe des Schiffes empfing mich der private Guide kurz nach 9 Uhr. Mit dem Auto ging es nun in das rund 40 km entfernte Parana-Delta, wo die Kleinstadt Tigre der Ausgangspunkt für Fahrten in dieses Delta ist. Hier gibt es statt Straßen Flüsse und Kanäle, statt Garagen Bootsanleger. Die Kinder fahren mit dem Boot zur Schule und Supermarktschiffe fahren zu den Einwohnern direkt an den Steg. Kolibris schwirren über die Insel und die Häuser stehen auf Stelzen. Dieser Rio Parana bildet ein Labyrinth aus über 350 Inseln auf einer Fläche von 17.500 qkm. Viele Einwohner der Millionenstadt Buenos Aires haben hier ihr Ferien- bzw. Wochenendhäuschen. Bei der Fahrt erfuhr ich durch den Guide einige interessante Informationen über das Delta und das Alltagsleben der Einwohner.

faszinierende Bauten am Delta

typische Ferien- und Wochenendehäuser des Tigre Deltas
Nach der Bootsfahrt durch das Delta geht es nun wieder zurück in die Metropole Buenos Aires, wo der Besuch des Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti (auch genannt El Monumental) im Stadtteil Belgrano auf dem Programm stand. Dies ist die Heimspielstätte des argentinischen Spitzenclubs Club Atletico River Plate und nach dem ehemaligen Präsidenten des Vereins Antonio Vespucio Liberti benannt. Das Stadion wurde in den Jahren 1936 bis 1938 erbaut und bietet für 61.000 Zuschauer Platz. Nach einer informativen und beeindruckenden Stadiontour besuchten wir noch das angeschlossen Museum des Vereins.

ich vor dem Stadio El Monumental des Clubs River Plate

Estadio El Monumental in Buenos Aires

Innenansicht des Estadio El Monumental

Pokale im Museum von River Plate
Wir machen uns auf zum U-Bahnsystem, welches das älteste in Lateinamerika ist. Die erste Strecke wurde 1913 eingeweiht. Sie ist eine schnelle Alternative falls oberirdisch wieder Stau herrscht. Mit der U-Bahn geht es für uns zum wieder zum Hafen. Dabei passierten wir Unterirdisch den Plaza de Mayo, dem geschichtlichen Herzstück der Stadt, welcher 1580 angelegt worden ist. Der Name des Platzes erinnert an die Revolution aus dem Jahr 1810. Während der Militärdiktatur (1976 – 1983) verschwanden rund 30.000 Menschen. Bis heute laufen Angehörige jeden Donnerstag schweigend um einen Obelisk in der Platzmitte und fordern Aufklärung über das Schicksal ihrer Kinder. Durch das laufen umgehen sie das damals herrschende Versammlungsverbot.

der Straßenverkehr von Buenos Aires
An der Stirnseite des Platzes steht das rosafarbene Regierungsgebäude Casa Rosada. Das Gebäude steht über einem Netz von Tunnel eines ehemaligen Forts. Auf der anderen Seite des Platzes steht das mehrmals umgebaute, ehemalige Rathaus der Stadt Cabildo. Dort versammelten sich am 25. Mai 1819 Patrioten und kämpften um die Unabhängigkeit von Spanien. Die Farben ihrer karkaden – hellblau und weiß – zieren heute die Nationalflagge Argentiniens. Die Bauarbeiten für die Kathedrale Metropolitana im Norden des Platzes dauerte mehr als ein Jahrhundert.

Eingang des La Ventana
Am Abend ging es pünktlich mit dem Auto zur Tangoveranstaltung ins La Ventana im Zentrum der Stadt. Bei einem leckeren Abendessen mit eleganten Rotwein und der Tango Show, beschließen wir den fantastischen Tag.

Im La Ventana

Tangoabend im La Ventana
Diese Tanzform wurde vermutlich im 19. Jh. hier erschaffen, obwohl auch Kuba als Ursprungsland in Frage kommt. Es begann in den Armenvierteln, wo die Leute auf der Straße und in den Bars tanzten und in den 1920er Jahren alle in Tangoleidenschaft waren. Die Musik, die Lieder von unglücklicher Liebe und die tänzerische Dramatik passten nahtlos zu ihrer Persönlichkeit und Geschichte. Die schlanken Tänzerinnen mit hüfthoch geschlitzten Röcken und die geschniegelten Tänzer mit nach hinten gekämmten Haar strahlen Arroganz und Sexappeal aus. Auge in Auge gleiten sie eng umschlungen über die Tanzfläche. Bei der jungen Generation wurde der Tango durch die Rockmusik verdrängt, doch der Nationalstolz hat den Trend gewendet, und heute gibt es viele Gelegenheiten, Tango zu tanzen, zu hören und zu sehen.
Mein Fazit:
Die Stadt Buenos Aires als auch seine Umgebung haben eine Menge zu bieten. Um alles hier einmal kennen zu lernen, sollte man sich mindestens eine Woche Zeit nehmen. Lohnenswert sind vor allem die Viertel La Boca, Tigre als auch das Zentrum mit dem Plaza de Mayo, um die sich unzählige historische Gebäude befinden. Für Fussballinteressierte ist ein Besuch der Stadion der Clubs River Plate und Boca Juniors zu empfehlen. Natürlich darf ein Abend bei einer Tangoshow nicht fehlen. Von mir ein absolutes Muss, Buenos Aires noch einmal zu besuchen.
Wir bewegen uns immer südwärts der Küste Brasiliens entlang und kommen nun im Südosten des Landes an, welches das ökonomische Kraftwerk mit den drei größten Städten des Landes ist und rund die Hälfte der Einwohner von Brasilien zählt. Eine dieser Städte ist Rio de Janeiro, die unsere MS Albatros heute besucht.

Künstwerke am Strand
Der Anblick des Zuckerhutes, die Hafeneinfahrt, die berühmte Christusstatue auf dem Corcovado und die tiefblaue Guanabara-Bucht sowie die Stände Ipanema und Copacabana und zu guter Letzt der Karneval von Rio sind nur einige Begriff, die man mit dieser Stadt in Verbindung bringt. Deshalb ist sie auch seit 2012 zum UNESCO Welterbe ernannt worden.

Sambodromo
Die Stadt mit ihrem Zentrum ist gut zu besichtigen. Es gibt eine verlässliche Metro und deutlich mit ihrer Endstation angeschriebenen Busse. Die Avenida Rio Branco ist ein idealer Ausgangspunkt für Erkundungen. Auf dieser befinden sich verschieden Cafés und Bars sowie diverse Theaters, Kinos, Paläste, Plätze und Museen. Leider reicht ein einziger Tag nicht aus, um Rio kennenzulernen. Daher habe ich mich entschieden den Zuckerhut sowie den Corcovado mit der Christusstatue zu besuchen.

Blick auf den Zuckerhut
Mit dem Bus geht es durch das brodelnde Stadtzentrum zur Guanabara-Bucht, von wo aus eine Drahtseilbahn zum Zuckerhut, welcher ein Granitblock von 396 Metern ist, führt. Von dort hat man einen atemberaubenden Blick auf die gesamte Bucht, das Häusermeer von Rio, die Strände, den Corcovado sowie die Rio-Niteroi-Brücke. Der Zuckerhut lässt sich aber auch zu Fuß auf verschiedenen Wegen in rund 90 Minuten erklimmen. Besonders bezaubernd soll der Anblick bei Sonnenuntergang sein.

Auffahrt zum Zuckerhut

Blick auf das Häusermeer von Rio

ich auf dem Zuckerhut
Im Anschluss ging es durch den Wochenendverkehr von Rio in Richtung des Corcovado. Hier steigt man in eine Zahnradbahn um, welche einen auf den 709 Meter hohen Corcovado bring. Zwei Rolltreppen führen zur monumentalen Christusstatue, die mit ausgebreiteten Armen als Erlöser schützend ihre Hände über die Stadt hält. Leider spielte das Wetter nicht wirklich mit und der Berg war mit Wolken verhangen. So ergab sich auch kein Blick auf die Stadt und die Statue konnte man nur schwer erkennen.

Eingang zur Zahnradbahn zum Corcovado

Zahnradbahn zum Corcovado

Auf dem Corcovado an der Christusstatue
Auf der Rückfahrt zum Schiff geht es an den Stränden Botafogo, Urca und Flamengo vorbei ins historische und moderne Stadtzentrum, wo sich Wolkenkratzer und Gebäude im Kolonialstil abwechseln.

Parlamentsgebäude
Mein Fazit:
Eine schöne Stadt, welche eine Menge zu bieten hat. Besonders lohnenswert sind natürlich die Besuche auf dem Corcovado sowie dem Zuckerhut. Aber auch ein verweilen an den vielen bekannten Stränden von Rio de Janeiro laden beim schönen Wetter ein. Zu guter Letzt bietet die Stadt einige grüne Oasen sowie tolle architektonische Bauten, welche sich zu erkunden lohnen. Daher kann man nur sagen das Rio de Janeiro auf jeden Fall ein Besuch wert ist. Am besten nimmt man sich hierfür mehrere Tage Zeit.
Nächster Halt: Salvador de Bahia. Der Bundestaat Bahia fällt durch seine hauptsächlich dunkelhäutige Bevölkerung und sprichwörtliche Festlaune auf. Dies rührt aus dem 16. Jh. her als riesige Zuckerrohrplantagen angelegt wurden, für die man Tausende von Sklaven ins Land holte. Die daraus resultierende Vermischung von Kulturen schuf die typische Atmosphäre des Nordostens Brasiliens.

Bänder überall
Die Hauptstadt Salvador des Bundesstaates Bahia erhebt sich auf einem Felsufer über der geschützten Bucht von Todos os Santos. Die Reichtümer mit denen Salvadors herrliche Villen und Barockkirchen erbaut wurden, stammten aus den Ernten der portugiesischen Plantagen. Das historische Zentrum ist seit 1985 UNESCO Weltkulturerbe. Deshalb werde ich heute auch an dem Ausflug historisches Bahia teilnehmen.

Fort mit Leuchtturm
Mit einfachen Bussen geht es vorbei an dem Vorort Barra mit seinem Leuchtturm in die Oberstadt des historischen Bahias. Diesen kann man auch per Fußweg vom Hafen in 15 min. erreichen. Hierzu führt dann ein Fahrstuhl von der Unter- in die Oberstadt. Jetzt beginnt ein schöner Rundgang durch die Altstadt. Zuerst geht es in das Viertel Pelourinho mit seinen Gebäuden aus dem 17. Und 18. Jh. sowie den großartigen Bauwerken aus der Kolonialzeit.
Weiter geht es in die nur unweit entfernte Klosterkirche San Fracisco aus dem 18. Jh. Der Hauptaltar, das reiche Schnitzwerk und die Mauern sind alles mit Blattgold überzogen. Die von Manoel Inacio da Costa aus einem einzigen Baumstamm geschnitzte Statue des Sao Pedro da Alcantara steht in einer Seitenkapelle. Die Wände des Klosterkreuzzuges sind mit herrlichen Azulejos gekachelt. Darüber hinaus gibt es auch noch eine kleinere Kirche nebenan.

Klosterkirche San Fracisco

Innenansicht Klosterkirche San Fracisco
Zum Abschluss geht es die Praca de Se vorbei an weiteren eindrucksvollen Palästen, Klöstern und reich ausgestattete Barockkirchen zum Platz Terreiro de Jesus auf dem täglich ein Kunsthandwerksmarkt stattfindet. Hier stehen auch weitere herrlichen Bauwerke Salvadors zum Beispiel die Dominikanerkirche Sao Domingos aus dem 17. Jh. und die Kirche Sao Pedro dos Clerigos aus dem 18. Jh.

Impressionen aus der Altstadt

Trommler in der Altstadt

Altstadt von Salvador da Bahia

Terreiro de Jesus
Nach einem kurzen Zwischenstopp ging es für mich am Nachmittag direkt auf den nächsten Ausflug. Diesmal unternahm ich eine Panoramafahrt durch die Unterstadt von Salvador da Bahia. So ging es mit dem Bus vorbei am Fort Monte Serrat zur populären Wallfahrtskirche Nossa Senhor do Bonfim. Diese ist berühmt für seine mit Bändern geschmückten Zäune. Jene werden an den Zäunen von den Besuchern geknotet und für jeden Knoten soll ein Wunsch in Erfüllung gehen. Der Anblick diese ist schon bemerkenswert. Weiter ging es für mich durch viele Stadtteile von Salvador da Bahia. Die Unterstadt wird meist von der ärmeren Schicht der Gesellschaft bewohnt, was man auch an den vielen älteren und/oder auch mit Schimmel befallen Häusern sieht.
Den Abschluss bildeten auf der Rückfahrt zum Schiff der Blick auf das WM-Stadion von 2014 sowie ein Besuch auf dem Mercado Modelo, wo einheimisches Kunsthandwerk, afrobrasilianische Kultgegenstände und Kuriositäten angeboten werden.

Mercado Modelo
Mein Fazit:
Wenn man Salvador da Bahia besucht, sollte man unbedingt die Oberstadt, mit seiner Altstadt und den schönen Kirchen sowie Bauwerken besuchen. Diese kann entspannt mit dem Fahrstuhl aus der Unterstadt erklommen werden. Darüber hinaus ergibt sich von dort ein toller Blick auf Salvador und seine Bucht. Aber auch die Unterstadt sollte man nicht meiden. Hier wird einem der Kontrast zur modernen und schicken Welt ermöglicht. Natürlich darf hier nicht die Wallfahrtskirche Nossa Senhor do Bonfim fehlen.