Mansfeld – Luthers Kindheit (II)

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Am ersten Tag der Reise kamen wir erst gegen 17:45 in Mansfeld an. Unser erstes Ziel war das Elternhaus Luthers mit dem dazugehörigen Museum. Dieses verschließt seine Türen eigentlich um 18 Uhr, weshalb innerhalb des Museums schon die letzten Arbeiten abgeschlossen wurden. Die Mitarbeiter waren jedoch so freundlich, mir dennoch Zutritt zu gewähren, sodass ich schnell einige Fotos machen und mich über die Ausstellung informieren konnte. Im Museum erhält man einen Überblick über das alltägliche Leben der Familie, Luthers Schulzeit sowie die Beziehungen der Familie. Funde, wie Kleidung und Spielsachen, geben Auskunft über das Familienleben.

DSC_2763_links: Elternhaus; rechts: Museum

Im Jahr 1484 beschloss die Familie Luther mit ihrem Sohn nach Mansfeld zu ziehen, in dem Martin aufwuchs und von 1488 bis 1496 die Lateinschule besuchte. Sein Vater etablierte sich als Bergwerksbetreiber und Hüttenmeister. Bereits 1491 war Martin an der Verwaltung als Vierherr beteiligt und besaß ein eigenes Haus. Sechs Jahre später verließ er die Stadt und erweiterte seinen Bildungsstand in Magdeburg und Eisenach. Die Eltern Hans und Margarete lebten bis zu ihrem Tod in Mansfeld. Aufgrund archäologischer Funde aus dem Jahr 2003, ist es belegt, dass es sich um einen wohlhabenden Haushalt handelte. Martin Luther predigte im Jahr 1546 mehrmals in der Mansfelder Georgskirche und in der Schlosskapelle. Auf einer Anhöhe der Stadt befindet sich das Stammschloss der Grafen von Mansfeld. Zahlreiche Frührenaissancebauten zeugen vom Reichtum dieser Grafen. In Folge einer Erbteilung, die im 16. Jahrhundert stattfand, wurde das Grafenhaus in drei Linien unterteilt: Vorderort, Mittelort, Hinterort. Da Martin Luther mit den Grafen befreundet war, wurde er gebeten die Erbstreitigkeiten zu schlichten. Der Versuch der Schlichtung war der Grund für die letzte Reise, die er vor seinem Tod unternahm.

DSC_2738_In Mansfeld hinterließ der deutsche Reformator Dr. Martin Luther seine ersten Spuren. Der Ort gilt als Kinderstube des Reformators, da sich hier auch das Elternhaus befindet. In der Mansfelder Schule genoss Martin seine schulische Ausbildung, die ihm seinen Weg in die Lehren der Welt öffnete. Hier knüpfte er lebenslange Freundschaften und seine Liebe zur Musik entstand. Aufgrund von Dr. Martin Luthers Bekanntheit, wurde auch Mansfeld über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Luthers_Elternhaus_MansfeldEintrittskarte mit Stempel (Lutherrose), die man in den Gedenkstätten erhält.

DSC_2818Luthers Eltern

Das Anwesen der Luthers umfasste zahlreiche Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Das heutige Museum war einst Teil des Vorderhauses. Dieses Anwesen repräsentierte den wohlhabenden Lebensstil der Familie. Der Wohlstand, den der Bergbau herbeiführte, ermöglichte Martin Luther die bestmögliche Ausbildung.

DSC_2749_In der Stadt befindet sich der Lutherbrunnen, der im Jahr 1913 aufgestellt wurde. Dieser wurde zu Luthers 430. Geburtstag aufgestellt und zeigt drei Phasen seines Lebens: den Abschied des 13-jährigen Kindes, den Thesenanschlag in Wittenberg und Luther in Worms vor dem Kaiser.

LutherbrunnenDie Stadtkirche St. Georg gilt als Beginn des Lutherweges und der Unterbau des Westturms entstand bereits im 13. Jahrhundert. Im Jahr 1929 wurde das achteckige Turmoberteil ergänzt. Der Heilige Georg, der Kirchenpatron der Grafen von Mansfeld war, gilt als Namensgeber der Kirche. Aufgrund des Kupferbergbaus, der zu dieser Zeit seine wirtschaftliche Blütezeit hatte, findet man hier eine reiche Ausstattung. Martin Luthers Vater war einer der Stifter der Kirche. Besonders sind die drei geschnitzten Altäre und das lebensgroße Porträt Martin Luthers, Emporen mit Szenen aus dem Neuen Testament und ein Taufstein von 1520 sowie Gräber der Mansfelder Grafen. Neben der Kirche befindet sich die Lutherschule, in der sich mittlerweile eine Stadtinformation befindet, die eine kleine Ausstellung beherbergt.

DSC_2774Besonders sehenswert sind auch das Rathaus, das Schloss und der Marktplatz.

DSC_2778Schloss Mansfeld

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Viel Spaß in Mansfeld!

Jörg Arndt

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