Zwischenstop beim Weltkulturerbe „Kloster Lorsch“

DSC_3059Rathaus von Lorsch

Diesmal zog es mich für einen kleinen Zwischenstop auf das Klostergelände in Lorsch. Dabei handelt es sich um eine Weltkulturerbestätte, die ich auf meiner Reise natürlich nicht auslassen wollte.
Die Karolingerstadt Lorsch ist nur wenige Gehminuten von der Klosteranlage entfernt. Sie besitzt zahlreiche Fachwerkhäuser und ist geprägt von Kirchen sowie historischen Gebäuden. Das Rathaus stammt aus der Renaissance und besitzt einen Nibelungensaal mit prachtvollen Wandgemälden.

Kloster_Lorsch_

Kurze Zeit nach der Gründung der Abtei entstand im Jahr 764 auf einer eiszeitlichen Flugsanddüne eine Klosteranlage. Bis heute sind die Königshalle, das Basilikafragment und die Klostermauer erhalten, die von einer beeindruckenden Landschaftsarchitektur umgeben sind.

Das Kloster Altenmünster ist ebenfalls Teil des Welterbes und kennzeichnet die erste Niederlassung des Klosters von 764. Das Kloster wurde aus Platzgründen verlassen. Heute sind die Umrisse des ehemaligen Klosters durch Landschaftsarchitektur ein Zeugnis für den einstigen Standpunkt.

Die Königshalle ist ebenfalls Teil des Welterbes. Sie besitzt eine bunte Sandsteinfassade und gilt als besterhaltenes Gebäude aus karolingischer Zeit nördlich der Alpen. Im Obergeschoss befinden sich Wandmalereien aus mehreren Jahrhunderten. Dieser Bereich ist jedoch nur mit einer Führung zugänglich.

Königshalle

Das Kirchenfragment ist Teil der Basilika aus dem 12. Jahrhundert. Daraus bildeten sich drei westliche Joche des Mittelschiffs der Nazarius-Basilika. Diese wurde im Jahr 1621 während des 30-jährigen Krieges zerstört. Man nimmt an, dass in diesem Bereich bereits Vorgängerbauten gestanden haben.

Kirchenfragment

Der südliche Teil der Klostermauer ist bis heute erhalten und wurde ebenfalls ins Welterbe aufgenommen. Die drei bis vier Meter hohe Mauer besitzt eine Länge von 500 Metern und ist damit das größte original erhaltene „Gebäude” des Areals.

DSC_3057Klostermauer

In den 1590ern entstand die Scheune zur Lagerung von Zehnt. Bis heute fanden einige aufwändige Umbauten zur Erhaltung der Scheune statt. Innen befinden sich Zeugnisse aus 200 Jahren archäologischer Grabungsgeschichte und Bauforschung. Darunter sind karolingische Säulen, Kapitelle aus der Blütezeit, Belege für hochtrabendes Bauen in folgenden Epochen sowie spätantike Objekte  des 2. und 3. Jahrhunderts. Leider ist dieses Areal nur mit Führungen zugänglich.

DSC_3061Zehntscheune

Bei meinem Besuch sind mir einige Dinge aufgefallen, die nach meiner Auffassung nicht ausreichend dem Status als Weltkulturerbe-Stätte gerecht werden. Leider war es mir nicht möglich die Zehntscheune zu besuchen, da diese am Tag meines Besuches geschlossen war. Außerdem ist es meiner Meinung nach sehr schade, dass man die Königshalle nur mit einer Führung besichtigen kann, die zudem zusätzliche Kosten mit sich bringt. Somit entschloss ich mich dazu, diesen Teil der Anlage auszulassen, da ich nicht die nötige Zeit und auch nicht das Bedürfnis nach einer Führung besaß. Des Weiteren missfiel es mir, dass für die Führungen eine Voranmeldung benötigt wird. Da ich mich kurzfristig für einen Abstecher zur Klosteranlage entschied, war ich nicht vorbereitet und wurde leider etwas enttäuscht.
Die Ausstellung über das Leben der Mönche  entsprach auch nicht meinen Vorstellungen. In der klostergeschichtlichen Abteilung gab es kaum Darstellungen in Form von Nachbauten und meine Lust die zahlreichen Texte zu lesen verging ebenfalls nach einiger Zeit, weshalb ich ziemlich enttäuscht die Ausstellung verließ.

DSC_3075klostergeschichtliche Abteilung

Zusätzlich befinden sich im Museumszentrum ein Tabakmuseum und eine volkskundliche Sammlung von Küchen- und Toilettenausstattungen aus unterschiedlichen Stilepochen, die aber nach meinem Empfinden überhaupt nicht zur eigentlichen Thematik gepasst haben. Nochmals würde ich das Museumszentrum nicht besuchen.
Interessant dagegen empfand ich das „Experimentalarchäologische Freilichtlabor Lauresham“, dieses stellt eine gelungene Nachbildung eines karolingischen Herrenhofes dar. Hier wird der damalige tägliche Betrieb in den Bereichen Ackerbau, Viehzucht und Handwerk widergespiegelt.

Freilichtlabor Lauresham
experimentalarchäologisches Freilichtlabor Lauresham

 

Symbol_Geocaching Geocache: GC1MW4Q; Koordinaten: 49,652717 8,569100; Kloster Lorsch (Traditional-Cache)

Ich freue mich über Ihre Reaktionen auf meine Beiträge und gerne auch über ein Like in den sozialen Medien.

Jörg Arndt

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