St. Helena – eine abgeschnittene Insel

Die MS Albatros befindet sich immer noch mitten im südlichen Atlantik. Der nächste feste Boden unter den Füßen ist in westliche Richtung knapp 3290 km entfernt in Brasilien bzw. in östliche Richtung Angola, welches auch über 1860 km entfernt ist. Genau zwischen diesen beiden Ländern taucht eine kleine Insel auf, welche vor 4 Mio. Jahren ein Vulkan war. Heute ist diese Insel ein britisches Überseegebiet und wird unter dem Namen St. Helena geführt.

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Inselansicht St. Helena

Berühmtheit erlangte St. Helena durch Napoleon, welcher nach seiner Niederlage auf diese Insel verbannt wurde und 1821 starb. Heute leben knapp 4000 Einwohner auf der Insel, wovon 700 in der Hauptstadt Jamestown wohnen. Die englische Bevölkerung besteht überwiegend aus Nachkommen britischen Siedler sowie Afrikanern. Auf der 122 qkm großen Insel bietet sich ein facettenreiches Landschaftsbild. Steile Klippen und bizarre, vegetationslose Felsformationen wechseln sich mit bewaldeten Bergen und tief eingeschnittenen Tälern sowie fruchtbaren Hochplateaus ab und gehen in grüne Weiden mit subtropischer Vegetation über.

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typische Gebäude in St. Helena

Auf Grund der Geschichte gibt es auf St. Helena einiges zu entdecken. Wie bei den meisten kleineren Inseln lagen wir auf Reede und wurden per Tenderbooten auf die Insel gebracht. Hier angekommen sind es nur 5 Minuten bis zum Stadtzentrum, welches sehr gut per Fuß erkundet werden kann. Gleich in der Nähe vom Eingang erstreckt sich eine imposante Leiter dem Berg nach oben. Dies ist die sogenannte Jakobsleiter, welche 699 Stufen hat und teils sehr steil ist. Diese Herausforderung hat mich gereizt und so nahm ich die Erklimmung in Angriff. Nach ca. 10 Minuten oben angekommen, hat man einen fantastischen Überblick über die Stadt, die auch in die Täler hineinreicht. Für den Weg nach unten hat man dann zwei Möglichkeiten. Zum einen die gerade erklommene Leiter herabzusteigen bzw. die hinunterführenden Straße zu benutzen.

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Die Jakobsleiter

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der Beginn

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nach 699 Stufen

Nach dieser sportlichen Aktivität ging es nun in das Stadtzentrum. Hier gibt es neben einigen Souvenitgeschäften und Cafés diverse Häuser, die im typischen englischen Style gehalten sind. Da es sich hier um ein britisches Übersehgebiet handelt, besteht die Möglichkeit, auch mit englischen Pfund zu bezahlen. Die gehandelten Preisen sind deutlich teurer, als die auf dem europäischen Festland. Dies hat eine einfache Logik. Bis Mitte Oktober 2017 war St. Helena nur per Seeweg erreichbar. Es machte sich immer ein Schiff von Kapstadt aus auf den Weg, um die Inseln mit unterschiedlichsten Gütern zu versorgen. Der Weg des Versorgungsschiffes betrug 5 Tag. Die hohen Transportkosten schlagen sich natürlich auf den Preis nieder. Aber vor kurzen wurde der Flughafen auf der Insel eröffnet und wird von einer Fluggesellschaft einmal wöchentlich angeflogen. Dies ist teilweise wegen der Windverhältnisse aber nicht ganz einfach.

Nach einer kurzen Kaffeepause in einem netten Café direkt am Stadteingang, bei welchem man einen guten Blick auf die Jakobsleiter hat, studierte ich den Stadtplan. Hierbei fiel mir der Heart-Shaped Waterfall ins Auge. Kurzerhand entschloss ich mich, diesen aufzusuchen. Über die Market Street ging es durch Jamestown an den nördlichen Stadtrand. Von dort an ging es serpentinenmäßig steil bergauf sowie über verschiedenen Bodenbelegen nach oben. Nach knapp 3 km vom Stadtzentrum bog der Weg auf eine kleine Holztreppe ab, welche nun in dichtbegrünte Vegetation führte. Die letzten 1,5 km führten nun über unwegsames Gelände quer durch den Wald, an dessen Ende der Wasserfall in Erscheinung trat. Für den Besuch des Wasserfalls mit Hin- und Rückweg sollten geübte Wanderer ca. 3 Stunden vom Zentrum einplanen. Mit schönen Eindrücken von St. Helena machte ich mich wieder zurück zum Schiff.

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Heart-Shaped Waterfall

 

Mein Eindruck:

Diese sehr europäische Insel mitten im Atlantik ist allemal ein Besuch wert. Wer sich auf das Stadtzentrum konzentriert bzw. die nahe Umgebung erkunden will, kann dies bequem per Fuß in Angriff nehmen. Zur Erforschung der Geschichte Napoleons auf St. Helena, kann dies mit örtlichen Taxis bzw. Reiseanbieter unternehmen.

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