Als ich in ein Märchen kam…

In der ganzen Welt nennt man Buchara die Märchenstadt. „Das edle Buchara, herrliche Stätte“ – unter diesem Name war diese wunderbare Stadt im muslimischen mittelalterlichen Osten bekannt. Welche Attribute erscheinen in der Fantasie, wenn man sich in diesem sonnigen Land mit unendlichen Wüsten und blühenden Gärten, lauten Basaren, alten Moscheen und Medresen findet? Magisch, märchenhaft, alt, exotisch und, sicherlich echt orientalisch, da Buchara eine der ältesten Städte im Osten ist. Es reicht, durch das Labyrinth der engen Gassen zu gehen und einen kurzen Blick auf die Lehmwände der kleinen Häuser zu werfen. Die süße Luft des mittelalterlichen Basars, imprägniert mit blumigen Aromen von Nelken, Ingwer und Zimt, einatmen, um die magische Atmosphäre des Ostens zu spüren und sich in Buchara für immer zu verlieben…

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Impressionen Buchara

Unser Reiseleiter

20160511_115019_.jpgRuhshed Haydarov wurde am 10. Juni 1976 in Tadschikistan geboren. Er studierte deutsche Filologie und machte im Anschluss an den Bachelor den Master. In Bamberg vertiefte er in einem besonderen Programm die deutsche Sprache. Zunächst arbeitete er an einer Hochschule als Deutschlehrer, wählte dann aber den Beruf des Reiseführers. Das macht er auch heute noch mit großer Freude und mittlerweile mit eigener Reisefirma.

Den Ruf der Stadt Buchara machen eine Fülle von Attraktionen, darunter das Lab-e Haus, Poi-Kalyan, Samaniden-Mausoleum, Palace Sitorai Mohi-Khosa aus. So gehören zu den architektonischen Sehenswürdigkeiten im Grunde unzählige Ensembles, Mausoleen, Medresen (islamische Schulen) und Moscheen, die tausendjähriges Alter überschreiten.

Aufgrund des Alters und der Schönheit erweckt sie besonderes Interesse und Freude bei Reisenden aus der ganzen Welt, die sich dann in einer Märchenstadt wiederfinden, genau wie ich!
Auch die Bewohner Bucharas zieht es in ihre Stadt – gastfreundliche und nette Menschen sowie die in der Stadt herrschende orientalische Atmosphäre lockt verschiedenste Menschen aus dem In- und Ausland an.

IMG_8062_.jpgKinder in Buchara

Nach unserer Busfahrt in Richtung Stadt, kamen wir in unserem Hotel an und begaben uns sofort auf die Suche nach neuen Abenteuern. Zunächst schlenderten wir durch die Stadt und bewunderten mittelalterliche Moscheen und Medresen, fotografierten atemberaubende Landschaften und machten an zahlreichen Souvenirständen halt. Postkarten, Bücher, Tonfiguren, Armbänder sowie bunt bestickte Taschen – all das konnte man hier erwerben.
Während der Führung erzählte uns der Guide vom letzten Emir und seinen Verwandten. Diese hatten großen Einfluss auf die architektonische Gestaltung der Stadt, darunter auch zahlreiche Baudenkmäler. Vergeblich versuchten wir uns später an ihre Namen sowie die Geschichten und Legenden zu erinnern.

Unterkunft

Im Hof einer alten Medrese bot ein Straßenhändler eine Tonlampe an, ähnlich wie die von Aladdin. Fasziniert von der Atmosphäre des Ostens, gab ich unverzüglich mein letztes Geld für dieses wunderbare Andenken. Anschließend rieb jeder der Gruppe an der Lampe, aber wir konnten keine magischen Fähigkeiten beobachten. Trotzdem verursachte dieser Moment bei uns allen positive Emotionen. Ein weiteres Andenken ist eine bunte Tonfigur eines usbekischen Scheitelkäppchens, die ich in der Nähe des Lab-e Haus erworben hatte.
Lab-e Haus, mit Gebäuden aus dem 17. Jahrhundert und einem der ältesten Basare, gilt als interessantester und ruhigster Platz in der gesamten Stadt. Hier wachsen jahrhundertealte Maulbeerbäume, unter denen man immer ein schattiges Plätzchen findet. Hier trifft man sowohl Bewohner, als auch Urlauber in den lokalen Teehäusern oder Touristen, die sich die Medrese anschauen. Zudem entdeckten wir zahlreiche Straßenhändler sowie einen Derwisch. Ein Bild wie aus einem orientalischen Märchen.

Lab-e Haus

Bei einem Spaziergang über den Platz fanden wir die Statue von Hodja Nasreddin, die ihn auf seinem berühmten Esel darstellt. Wir fühlten uns in unsere Kindheit zurückversetzt, als wir die Bronzeskulptur des östlichen halblegendären „weisen Narren“ betrachteten.
Wir nahmen an einer Führung durch die Medrese teil, in deren Hof ein herrschaftlicher hundertjähriger Baum steht. Am Fuße des Gebäudes wurden einige Szenen aus dem Film  „Ali Baba und die 40 Räuber“ – der Held des Ostens, der die bösen Räuber besiegte und die Liebe der schönen Mardijna für sich gewann.

Impressionen Taschkent (Lage der Gebäude im Laufe der Jahrhunderte durch verschiedene Einflüsse verändert)

Nach langem Bummeln durch das verwinkelte Labyrinth der Stadtgassen entdeckten wir die berühmte Festung Ark in Buxoro. Dabei handelt es sich um eine Art Museumsstadt mit einer Zitadelle und dem „aufgeschüttetem Platz“ – Registan, auf dem während der Antike Feste und Hinrichtungen stattgefunden haben. Das Baudenkmal, dessen Bau Historiker auf das 10.- 11. Jahrhundert n.Chr. datieren, ist in Form des Sternbildes Großer Bär gebaut. Andere behaupten, die Festung sei bereits im 4. Jahrhundert vor Christus entstanden. Ark ist eine sehr besondere Sehenswürdigkeit der Stadt und überzeugt mit einer unvergleichlichen Architektur. Leider war der Aufenthalt auf eine kurze Dauer begrenzt, da noch weitere Führungen auf dem Plan standen.

Festung Ark

Der nächste Programmpunkt war der Komplex Poi Kalyan, nahe der Festung Ark. Hier befindet sich die berühmte Kalyan Moschee mit dem gleichnamigen Minarett sowie die Medrese Mir-i Arab.
Das Kaylan Minarett ist das höchste Gebäude in Bucharas Altstadt. Damals wurden die Muslime von den Muezzinen zu Festlichkeiten und den Freitagsgebeten in die Moschee berufen, die am Fuße des Minaretts liegt. Dieser, eigentlich gewöhnliche Ziegelturm beeindruckt durch seine Größe und die Originalität der Muster, die das Minarett schmücken. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Gebäude saniert. Dies gestaltete sich aufgrund der Farbgebung äußerst schwierig, den Farbstoff mit dieser Haltbarkeit zu entwickeln. Den Restauratoren gilt große Anerkennung!

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Poi Kalyan

Meiner Meinung nach ist die Gestaltung aller Moscheen und Medresen der Altstadt Bucharas originell und einzigartig. Optisch gefiel mir besonders die Medrese Nodir Devonbegi, in der sich heute ein Handwerkszentrum befindet. Das ist durchaus ein weit verbreitetes Phänomen, da zahlreiche Medresen bis heute für handwerkliche Zwecke genutzt werden. Hier entstehen aus Holz, Metall, Ton, Seide und anderen Materialien handgemachte Meisterwerke, die für eine ordentliche Summe an die Touristen verkauft werden. Das denkwürdigste usbekische Souvenir aus solch einer Werkstatt war eine Art  Koranhalter – bestehend aus vier aneinander befestigten Holzstücken. Ich erinnere mich, wie ein Lehrling des Meisters uns etwa 10 Minuten zeigte und erklärte, in welcher Reihenfolge wir die Holzplatten setzen müssen, um einen solchen Halter zu bekommen. Somit kaufte jeder von uns einen Koranhalter und machte ein Erinnerungsfoto mit den Studenten. Erwähnenswert ist es, dass wir das gleiche Handwerk kurze Zeit später fanden, nur billiger. Die Preise für die gleiche Sache können unanständig hoch und beim nächsten Straßenhändler verdächtig niedrig sein. Anfangs war es für uns ziemlich ungewohnt mit verschiedenen Mitteln zu handeln, aber bis zum Ende der Reise hatten wir das so gut gelernt, dass wir den genannten Preis teilweise um die Hälfte reduzieren konnten.

Impressionen meiner Reise

Die Einheimischen haben uns mit ihrer freundlichen und fröhlichen Art insgesamt beeindruckt. Mit ihnen führten wir zahlreiche inspirierende Gespräche. Ich war angenehm überrascht direkt vor mir Kinder mit lauter und schallender Stimme „Hallo“; „How are you“ und „bye“  schreien zu hören und zugleich zu kichern. Auch die kleinen Kinder, die an das Aufeinandertreffen und die Kommunikation mit Touristen aus dem Ausland gewöhnt sind, erlernen schon im jungen Alter Freundlichkeit und Gastfreundschaft auszustrahlen. Wir versuchten in englisch und russisch die Kommunikation zu beleben.

Impressionen

Am Abend gingen wir zu einem lokalen Teehaus in der Nähe unseres Hotels. Bei einer Tasse grünem Tee mit Jasmin ließen wir die Erlebnisse der letzten Tage Revue passieren und sprachen über unsere weiteren Pläne. Für den nächsten Morgen war ein Ausflug in die usbekische Stadt Chiva geplant.

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Impressionen Chiva

Wir waren uns sicher, dass Buchara für immer in unseren Herzen und im Gedächtnis bleibt. Eine Stadt der auferstehenden Legenden und Märchen. In jeder Ecke geschehen Wunder, über deren Echtheit es keine Zweifel gibt.

Gerlinde Regenhardt

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