
Mit der Abfahrt von Südafrika ging es nun mit der MS Albatros in den indischen Ozean. Hier erreichten wir nach 2 Seetagen La Réunion. Dies ist ein französisches Überseegebiet und gehört somit auch zur EU. Sie ist die westlichste Insel der Maskarenen und hat rund 850.000 Einwohner. Der Hafen von Le Port, an dem das Schiff festmachte, ist ca. 3 km vom Stadtzentrum entfernt.
Tag 1
Neben verschiedenen Ausflügen die angeboten wurden, bestand auch die Möglichkeit ein Shuttle in die Küstenstadt St. Paul sowie ins Stadtzentrum von Le Port zu nutzen. Um den Tag optimal zu nutzen ging es schon um 8:30 Uhr mit dem ersten Bus in die Küstenstadt St. Paul, welches heute die zweitgrößte Stadt der Insel und frühere Hauptstadt war. Nach Ankunft an der Waterfront startete ich von hieraus meinen Spaziergang. Die Waterfront verläuft an der Küste entlang und ist mit verschiedenen Bars und kleineren Restaurants sowie mit einigen schönen Parkanlagen gesäumt. Weiter zum Stadtzentrum hin, befindet sich das sehenswerte Hotel de Ville aus den Tagen der Compagnie des Indes sowie etwas weiter der alte Friedhof Cimitiere Marin, auf dem der berühmt-berüchtigte französische Pirat La Buse begraben ist. Auf dem Rückweg zum Shuttle kam ich noch durch die Einkaufsstraße der Stadt, in der sich diverse Bekleidungs- und Drogerieläden befanden. Im Anschluss ging es weiter in die Hafenstadt Le Port.

Waterfront von St. Paul

Waterfront von St. Paul
Beim meinem Rundgang ging es entlang der Hauptstraße N4 durch die Stadt. Kleinere Läden sowie Imbissbuden und ein Supermarkt „Score“ zierten diese Straße. Auf dem Marktplatz fand an diesem Mittwoch ein Wochenmarkt statt, auf dem vor allem Obst und Gemüse angeboten wurden. Gleich nebenan ist auch die Touristeninformation zu finden. Neben einigen Geschäften sind auch mehrere Schulen, welche meist einen Sportplatz haben, zu sehen. Verfolgt man die Straße weiter, geht sie in die N7 über, welche direkt in das Einkaufszentrum „Jumbo“ führt. Der Weg vom Zentrum bis dorthin beträgt ca. 6 km. Dort erledigte ich noch ein paar Kleinigkeiten. Danach machte ich mich mit dem Shuttle wieder auf zum Schiff.
Tag 2
Am heutigen Tage ist ein Ausflug in das Landesinnere der Insel geplant. Hierzu machte sich unsere Gruppe über die Küstenstraße durch die Hauptstadt St. Denis bis nach St. Andre in den Nordosten auf. Bei dieser Fahrt passierten wir tropische Landschaften sowie Zuckerrohrplantagen. Die Fahrt nach St. Andre dauert ca. 1 Stunde von Le Port aus. Der erste Stopp war auf einer Vanilleplantage. Hier haben wir einiges über die Herstellung der Vanille erfahren. Die aus La Réunion stammende Vanille ist eine der teuersten der Welt. Nach einer Kostprobe eines Vanillelikörs und –kaffees machten wir uns auf den Weg nach Cirque de Salazie.
Die Cirques, Talkessel, die durch die Erosion des Piton des Neiges (mit 3.070 m der höchste Berg der Insel) entstanden, sind zum Teil schwer zugänglich. Von St. Andre aus schlängelt sich die Straße entlang der tiefen Schlucht des Flusses Mat bis Salazie mit seiner spektakulären Landschaft. Von den Felshängen sprudeln dutzende Wasserfälle herab. Sehr beeindruckend ist vor allem der Wasserfall Voile de la Mariee, welcher so viel wie Brautschleier heißt. Nach einem kurzen Fotostopp führte der Weg weiter in den früheren Thermalbadeort Hell-Bourg. Dort sind typische kreolische Häuser zu sehen. Von hier aus starten verschieden Wandertouren zu weiteren spektakulären Wasserfällen. Anschließend ging es wieder zurück zum Schiff.

Hell-Bourg
Tag 3
Der letzte Tag auf der Insel führte mich in die Hauptstadt St. Denis, welche mit 145.000 Einwohner die größte Stadt der Insel ist. Sie ist an drei Seiten von steilen Bergen umgeben. In seine rechtwinklig angelegten Straßen findet man sich sehr leicht zu recht. Von Le Port aus gelangt man in knapp 30 Minuten nach St. Denis. Einladend ist vor allem die Uferpromenade mit ihren Gartenanlagen und alten Kanonen. Hier befindet sich auch die Statue von Roland Garros. Das Denkmal erinnert an den auf La Réunion geborenen Luftfahrtpionier. Nicht weit davon entfernt befindet sich ein Park mit der Bronzestatue für den Gouverneur Mahe de la Bourdonnaise, der St. Denis zur Hauptstadt der Insel machte.

Statue von Roland Garros
Weiter geht es auf die Rue de Paris, an der Häuser aus der Kolonialzeit mit Veranden, schattigen Gärten und großen Fenstern stehen. Darüber hinaus ist hier auch das Musee leon Dierx, welches schöne Sammlungen moderner und zeitgenössischer Gemälde ausstellt, zu finden. Am Ender der Straße gelangt man zum Park Jardin de l’etat. Dieser beheimatet neben Tamarinden, Baobabs, Brotfrucht- und Gewürznelkenbäumen das Museum d’Histoire naturelle. Dieses beherbergt faszinierendes der Geologie sowie der Tier- und Pflanzenwelt.

Park Jardin de l’etat in St. Denis
Abgerundet wurde die Stadtbesichtigung durch einen Spaziergang durch die Einkaufsstraße Rue du Marechal Leclerc. Hier ist alles zu finden, was eine moderne Geschäftsmeile zu bieten hat. Besonders zu erwähnen ist der Grand Marche am westlichen Ende der Straße, welches in einem von schönen Gittern umgebenen Gebäude liegt. Hier bietet sich eine große Auswahl an Kunsthandwerk.

Stadtzentrum von St. Denis
Mein Fazit:
Auf La Reunion gibt es eine Menge zusehen. Sowohl in den verschieden Küstenort kann man die europäische als auch kreolischen Einschlag entdecken, als auch ein Besuch des Landesinneren ist auf jeden Fall lohnenswert. Vor allem Wander- und Naturfreunde ist diese grüne Insel sehr zu empfehlen. Die ausgedehnten Wanderwege rund um Salazie, laden zu stundenlangen erkunden ein.
Heute liefen wir mit der MS Albatros in Durban, dem größte Industriehafen Südafrikas, ein. Für die Gestaltung der 3 Tag, die das Schiffs hierliegt, gab es interessante Ausflüge. Hierbei bestach natürlich die Überlandtour zum Kruger Nationalpark für genau diesen Zeitraum hervor. Mich interessierte vor allem, inwiefern er sich vom Etosha Nationalpark unterscheidet. Wie auch bei der vorhergehenden Überlandtour gab es ein Treffen aller 34 Ausflugsteilnehmer, um den genauen Ablauf sowie offene Fragen zu besprechen.
Tag 1
Nichts stand mehr im Weg und unsere Gruppe brach am frühen Morgen auf. Der erste Teil des Tages war eine Standrundfahrt durch Durban. Zu Beginn passierten wir die 8 km lange Uferpromenade Golden Mile, dessen Sand im Sonnenschein goldfarben leuchten soll. Dies ließ sich leider nicht überprüfen, da der Tag ziemlich verregnet begann. Weiterhin ist sie mit Restaurants, Luxushotels und einem Vergnügungspark gesäumt.Von hier aus fuhren wir weiter zum Moses-Mabhida-Stadion, welches anlässlich der Fußball Weltmeisterschaft 2010 erbaut worden ist. Heute wird es nicht dauerhaft genutzt, so dass die Unterhaltungskosten anders erwirtschaftet werden müssen. So hat man die Möglichkeit den Rundbogen, welcher quer über den Stadion liegt, zu belaufen oder sich per Banji Sprung von diesem zu stürzen. Aber auch größere Gesellschaften wie Hochzeiten, zum Beispiel bei Indern, wo mal 10.000 Gäste zusammen kommen können, nutzen unter andrem das Stadion dafür.

Stadtzentrum von Durban

Jumma Musjid Moschee in Durban
Weiter mit dem Bus ging es jetzt mehr ins Stadtzentrum, bei dem vor allem die diversen religiösen Einrichtungen hervorstachen. Einen Zwischenstopp legten wir dann am indischen Markt ein. Hier kann man unterschiedlichste Artikel von Holzschnitts- und handgefertigte Arbeiten über Kleidung bis hin zu Lebensmittel erwerben. Besonders das Farbenspiel der Gewürze ist sehenswert gewesen. Wer ein wenig mehr Zeit mitbringt, kann auch den gegenüberliegenden Fleischmarkt besichtigen. Da unser Zeitplan straff gesteckt war, hatten wir hierzu keine Möglichkeit mehr und machten nach kurzer Fahrt halt am Botanischen Garten von Durban. Dieser besitzt ein Haus voller seltener Orchideen, tropischer Farne und Kletterpflanzen.

Am Gate des King Shaka Airports Durban
Nach diesem letzten Besichtigungspunkt machten wir uns nun auf zum King Shaka International Airport, wie der Flughafen von Durban heißt. Auch hier klappte der Check-In wie auch das Boarding reibungslos. Für die Flugstrecke von Durban zum Kruger Mpumalanga Airport der am Kruger Nationalpark liegt, benötigt man rund 1 Stunde, welche durch die Fluggesellschaft Airlink bedient wird. Um 15:30 Uhr angekommen, erreichten wir nach einer halben Stunde das Hotel Protea in Nelspruit. Der Rest des Tages stand zur freien Verfügung.
Tag 2
Der 2. Tag stand ganz im Zeichen der Pirschfahrt. Um die Tierwelt bei Sonnenaufgang besichtigen zu können, machten wir uns in Kleinbussen um 5:30 Uhr zu dem ca. 1 Stunde entfernten Malelane Gate, welcher einer der Eingänge des Kruger Nationalpark ist, auf. Hier stieg unsere Gruppe in Safarijeeps um. Gleich zu Beginn der Pirschfahrt konnten wir ein Rudel Hyänen beobachten. Diese entrissen einem Geier seine Beute und verteidigten diese, bis sie auf unsere Jeeps aufmerksam wurden. Sie kamen bis auf 3 Meter heran und umstellten teilweise diese. Mit einem mulmigen Gefühl löste sich die Situation aber schnell wieder auf, welche sehr beeindruckende war. Diesen Eindruck kaum verdaut, machte uns unser Ranger auf einen Baum aufmerksam. Hoch oben in der Baumkronen war ein Leopard zu erspähen, der einzige den ich bei den Nationalpark zu Gesicht bekommen habe.
Die weitere Fahrt am Vormittag ist geprägt von Antilopen, Impalas, Büffel, Elefanten und Giraffen sowie einigen Nashörner. Nach 2 Zwischenstopps war es auch schon 13 Uhr und wir nahmen mitten im Nationalpark unser BBQ Mittagessen ein. Die zweite Pirschfahrt ist leider nicht ganz so ereignisreich gewesen. Es gab die ein oder andere Phase in dem wir auch mal eine Stunde kein Tier sehen konnten. Ein Grund dafür lag an dem Unwetter mit starken Regen sowie Blitz und Donner, welches gestern Abend sowie während der Nacht vorüber zog. Gegen 16 Uhr brachen wir vom Nationalpark wieder zum Hotel auf.

Büffels
Tag 3
Nach dem Check-Out aus dem Hotel setzten wir uns um 8 Uhr bei strahlenden Sonnenschein wieder in Richtung des Nationalparks in Bewegung. Den entspannten Weg den wir am Vortag genommen haben, konnten wir aufgrund eines Unfalls nicht benutzen. So mussten wir einen größeren Umweg über die Hügel nehmen. Man merkte wie die Kleinbusse sich den Berg hochquälten und erreichten wir den Nationalpark mit 30 minütiger Verspätung. Wieder in die Safarijeeps umgestiegen, ging es auf die letzte Pirschfahrt. Wie am Nachmittag zuvor ließen die Tiere auf sich warten. Es konnten noch einmal Antilopen, Warzenschweine sowie Elefanten und Büffel beobachtet werden, die die Straße überquerten.

Flug nach Durban mit Airlink
Um 12 Uhr war die Pirschfahrt beendet und wir machten uns zum Restaurant auf, in dem das 3 Gänge Mittagessen eingenommen wurde. Von hier aus ging es direkt zum Kruger Mpumalanga Flughafen. Dieser sehr kleine aber feine Airport ermöglichte eine perfekte Abwicklung, so dass es überpünktlich losging. In Durban um 16:00 gelandet erfolgte noch der Transfer zur MS Albatros und wir konnten wieder einschiffen.
Mein Fazit:
Es ist auf jedenfall lohnenswert den Kruger Nationalpark zu besuchen. Für eine intensivere Pirschfahrt ist natürlich ein länger Aufenthalt nötig, um diesen gänzlich zu besichtigen. Im Vergleich zum Etosha Nationalpark ist dieser deutlich grüner und es waren mehr Büffel, Hyänen, Nashörner zu sehen. Ich möchte nicht sagen, dass der eine oder andere besser ist. Beide haben ihre Eigenheiten und jeder muss sich selbst ein Bild davon machen. Wenn man aber die Big Five Afrikas sehen möchte, sollte man schon beide Nationalparks besuchen. Dennoch ist die Tierbeobachtung immer von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Bezüglich der Malariaprophylaxe gilt das gleiche, wie ich es in meinem Bericht zum Etosha Nationalpark erwähnt habe.
Heute stand der Hafen von Richards Bay auf dem Programm. Neben seiner Lage in der Nähe von Wildschutzgebieten sowie den Zulu Dörfern ist es ein beliebtes Kreuzfahrtziel. Da auf dem bisherigen Abschnitt die Kultur ein wenig zu kurz kam, wollte ich mich mehr mit dieser beschäftigen. Da klang der Ausflug ins Shakaland recht interessant, an dem ich teilgenommen habe.

Die Zulus
Durch unsere verspätete Anreise mit dem Schiff auf Grund der zu starken Wellenbewegung, verzögerten sich die Ausflugsbeginn ein wenig. Doch die Reiseleitung des Schiffes hat dies ganz gut gemanagt und trotzdem einen reibungslosen Ablauf organisiert.
So hieß es kurz nach 9 Uhr auf ins Shakaland, welches an den großen Heerführer Shaka erinnert, der den Zulu 1820 zu einer goldenen Zeit verhalf. Das Shakaland ist ein ursprünglich als Filmkulisse aufgebautes Museumsdorf der Zulus. Diese sind eine der größten ethnischen Gruppen Südafrikas. In den geflochtenen Rundhütten erhielten wir Einblicke in die traditionelle Lebensweise des Volkes der Zulu. Hierbei erfuhr ich mehr über die Sitten und Gebräuche sowie die Bedeutung der Kleidung. Besonders die Tanzvorführung vor dem Mittagessen im Dorf war interessant. Anschließend fuhren wir wieder zum Schiff.

Aussicht vom Zuludorf
Mein Fazit:
Richards Bay an sich ist ehr ein industrieller Standort. Daher lohnt sich der Besuch eines der Wildreservate oder Zulu Dörfer. Mit meiner Auswahl für das Shakaland lag ich nicht verkehrt und würde es weiterempfehlen, wenn man einen ersten Einblick in Kultur der Zulus erlangen möchte.
Immer ostwärts weiter, legten wir heute in East London an. Dieser Ort wurde als Stützpunkt während der Xhosa-Kriege 1836 eingerichtet und liegt an der Mündung der Flüsse Buffalo und Nahoon. Ihrem Wachstum verdankt die Stadt vor allem den deutschen Siedlern, welche sich um das historische Fort niederließen.
Für den heutigen Tag entschied ich mich, eine entspannte Stadtrundfahrt durch den Ort vorzunehmen. Auf dieser Fahrt passierte ich viele im viktorianischen Stil erbauten Gebäude sowie die anlässlich des 60-jährigen Thronjubiläums von Königen Victoria errichtet City Hall. Diese konnte auch bei dem kurzen Zwischenstopp besichtigt werden.

City Hall von East London
Weiter durch das Stadtzentrum gelangen wir zum East London Museum. Dies ist ein naturkundliches Museum, bei dem das berühmte Exemplar des Quastenflosslers bewundert werden kann, von dem man annahm, er sei vor 40 Millionen Jahren ausgestorben, ehe er sich 1938 in den Netzen eines Fischers verfing. In diesem Museum ist er nun ausgestopft und mit einer Länge von 1,60 m zu besichtigen. Weiterhin ist der Riesenvogel Dodo aus Mauritius mit dem einzig bekannten Dodo Ei der Welt hier ausgestellt. Neben der einstündigen Führung besichtigten wir diese und weitere Exemplare, welche in den Meeren vor East London vorkommen.

Der Quastflossler
Zum Abschluss der Rundfahrt stand noch ein kurzer Fotostopp am Denkmal zu Ehren der deutschen Siedler an.

Denkmal zum Ehren der deutschen Siedler
Mein Eindruck:
Wenn man in East London vorbeikommt, kann man sich das Museum anschauen und die wenigen Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen. Ansonsten gibt es hier nicht viel zu bestaunen.
Über Nacht ging es die Küste weiter, so dass die MS Albatros am frühen Morgen Port Elizabeth erreichte. Der Hafen liegt ein wenig außerhalb des Stadtzentrums und ist somit eher mit dem Auto oder Taxi zu erreichen. Da mich die Beschreibung der Stadt vorher nicht wirklich reizte, zog ich einen Besuch des Addo Elefanten Nationalparks vor. Der Park liegt rund 72 km nördlich von Port Elizabeth entfernt und wurde 1931 gegründet, um die letzten Elefanten der Region zu schützen. Neben den Elefanten sind weitere Tiere wie Hyänen, Antilopen und Nashörner zu sehen.

Port Elizabeth
Nach ca. 1 Stunden erreichte unsere Ausflugsgruppe den Park. Mit unserem Bus ging es direkt in den Nationalpark, wo wir auch schon die ersten Tiere erspähen konnten. Weiter im Park erblickten wir immer mehr Elefanten, welche in Gruppen an zu treffen waren. Viele Gruppen der Elefanten waren auf dem Weg zu einer Wasserstelle, bei der sie trinken und baden. Es war sehr schön zu sehen, wie vielen Herden von Elefanten sich der Tränke näherten. Dieses Geschehen konnten wir aus wenigen Metern Entfernung beobachten.

Eingang zum Addo Elefanten Nationalpark

Achtung Elefanten auf der Straße
Besonderes bezaubernd waren die kleineren Elefanten, welche in den Gruppen zu sehen waren. Auch die Interaktion der kleinen Elefanten mit den Erwachsenen war sehr beeindruckend. Nach einer knapp 3 Stündigen Beobachtungsfahrt fuhren wir wieder zum Schiff zurück.

Elefantenherde am Wasserloch
Mein Eindruck:
Wer sich für Elefanten interessiert bzw. diese gerne mal Hautnahe erleben möchte, für den ist dieser Besuch des Parks sehr zu empfehlen.
Mit dem Ablegen in Kapstadt geht die Tour nun an der südafrikanischen Küste entlang, bei den Stopps an verschieden Hafenstädten anstehen. Den Anfang macht heute das Örtchen Mossel Bay, dass übersetzt so viel wie Muschel-Bucht heißt. Der Ort ist bekannt für zwei Punkte. Zum einen beginnt hier die bekannte Garden Route und zum anderen betrat Bartolomeu Diaz 1488 erstmals südafrikanischen Boden.

Stadtzentrum
Da dieser Ort nur über eine sehr kleine Pier verfügt, kamen die Tenderboote zum Einsatz. Für heute entschied ich mich, keinen geführten Ausflug vorzunehmen, sondern den Ort, welcher recht überschaubar ist, alleine zu erkunden. An der Pier angekommen, geht es über eine kleine Brücke direkt in die Ortschaft. Hier hat man die Möglichkeit in der nahenliegenden Tourismusinformation sich einen Stadtplan bzw. Infos für Aktivitäten in dem Ort zu bekommen.
Schräg gegenüber der Touristeninformation befindet sich der Bartolomeu Dias Museum Complex, welches ein Geschichts- und Seefahrtsmuseum ist. Aufgrund des perfekten Wetters, zog ich es lieber vor, an der frischen Luft zu bleiben und ging zum Post Office Tree. Hier durchfahrende Kapitäne hinterließen im 17. Und 18. Jahrhundert Nachrichten.

historischer Friedhof
Weiter auf dem George Bland führte mich der Weg vorbei am historischen Friedhof des Ortes direkt auf die belebte Bucht mit einigen kleinen Hotels und Cafes. Surfer nutzten diesen Sonntag zum Wellenreiten bzw. Baden. Gleich neben der Bucht auf einem Hügel erblickte man einen Leuchtturm, welcher über einen steilen Weg besucht werden konnte. Diese Möglichkeit nutze ich natürlich und wurde darüber hinaus mit einem schönen Ausblick auf die Bucht belohnt.

Leuchturm von Mossel Bay

Ausblick auf die Küste
Wieder unten angekommen, machte ich mich über die Upper Cross Point zurück ins Zentrum und beendete meinen Besuch.
Mein Eindruck:
Dies ist ein kleiner netter Ort, welchen man besuchen kann, aber nicht unbedingt muss.
Mit dem Anlaufen von Kapstadt erreichen wir den ersten Wechselhafen auf der Reise. Die MS Albatros liegt volle 4 Tag in dieser Metropole Südafrikas, in der es eine Menge zu entdecken gibt.
Um die Zeit in vollen Zügen auszukosten, sollte man sich vorher ein wenig mit der Stadt und seiner Umgebung befassen, um gut vorbereitet das Sightseeing anzugehen. Die gebotenen Ausflüge vom Schiff decken da eine breite Palette ab, welche ich in Anspruch genommen habe.
Durch die gute Lage des Schiffes hatte man einen kurzen Weg in die Stadt bzw. zu der naheliegenden Waterfront, welche bei Touristen sehr beliebt ist
Tag 1
An diesem Tag war die Rückreise aus Namibia, so dass dieser Tag nicht für Kapstadt zur Verfügung stand.
Tag 2
Das Erste, was man mit Kapstadt sicherlich in Verbindung bringt, ist der Tafelberg, von dem man aus einen herrlichen Blick auf Kapstadt hat. Mit dem Bus ging es durch das Zentrum der Stadt zur Talstation die auf einer Höhe von 363 m liegt. Der Ausflug begann schon recht früh, so dass es keine lange Warteschlange gab. Bei anderen Tageszeiten und super guten Wetter können sich hier sehr lange Schlangen mit Zeiten bis zur 3 Stunden bilden. Von dort geht es mit der Seilbahn auf eine Höhe von 1067 m zur Bergstation. Leider war es uns am heutigen Tage nicht vergönnt, etwas von der Stadt zusehen, da sich die Wolken wie eine Decke auf den Berg legte. Nach einiger Zeit zur freien Verfügung ging es wieder hinunter und unsere Ausflugsgruppe machte sich auf den Weg zum nächsten Zwischenstopp.
Die Fahrt führte wieder in das Stadtzentrum vorbei an der Einkaufsstraßen Adderly Street und Wale Street zum Kastell der Guten Hoffnung, dem ältesten Gebäude des Landes. Dieses Fort wurde 1666 sternförmig angelegt und nie belagert. Die Hauptattraktion ist die Schlüsselübergabe um 10 Uhr sowie die Wachablösung um 12 Uhr. Anschließend fuhren wir weiter in den Company Garden. Früher war es ein Gemüse- und Obstgarten der jetzt in einen prachtvollen botanischen Garden umgewandelt wurde. Von hier aus kann man auch das Houses of Parlament sowie den Regierungssitz des Südafrikanischen Präsidents betrachten.
Tag 3
Heute unternahm ich eine Tour in die Umgebung von Kapstadt. Neben der Metropole ist Südafrika auch bekannt für seine guten Weine. Bekannte Anbaugebiete in dieser Region sind Stellenbosch, Wellington, Paarl sowie Franschoek, welches ich heute kennenlernen werde.

Weinregion Südafrika
Hierzu machte sich unsere Gruppe auf in das Franschoek-Tal. Die idyllische Landschaft besticht durch die vielen Weinreben sowie dem strahlend blauem Himmel und den abgerundeten Bergen im Hintergrund. Nach knapp einstündiger Fahrt kamen wir im Ort Franschoek an, wo wir das Museum sowie Hugenotten Denkmal besichtigten, welche über die Geschichte der Region informierte. Das Örtchen vermittelt durch seinen Baustil und dem Flair ein wenig an Frankreich. Nach einem individuellen Spaziergang durch Franschoek ging es zum Weingut Allee Bleue. Wir besichtigten das Weingut und nahmen neben einigen Kostproben der Weine auch das Picknick-Mittagessen ein. Dieses schöne Ambiente lud zum längeren Verweilen ein.
Aber es hieß nun weiter, da das nächste Weingut anstand. Nach kurzer Fahrt erreichten wir Blaauwklippen und durften auch hier den Weinkeller besichtigen. Natürlich durfte auch eine Verkostung der Weine nicht fehlen. Neben zwei Weißweinen wurden zwei Rotweine sowie ein Aperitif gereicht. Anschließend nahmen wir unseren Rückweg zur MS Albatros auf, wo ein abendlicher Ausflug zum Signal Hill wartete.

Weinprobe
Mit dem Bus ging es auf den Signal Hill, welcher 350 m hoch ist. Von hier aus hat man einen schönen 360 Grad Panorama auf die Stadt mit der Victoria und Albert Waterfront, dem Tafelberg und die Tafelbucht. Das Wetter spielte heute super mit und man konnte die Sonne bei einem tollen Farbenspiel im Südatlantik untergehen sehen.

Kapstadt bei Tag

Kapstadt im Lichterglanz
Tag 4
Wenn man in Kapstadt ist, darf natürlich ein Besuch der Kap Halbinsel, bei dem der indische und atlantische Ozean aufeinandertreffen, nicht fehlen. Mit dem Bus ging es an der Küstenstraße durch die malerischen Ortschaften Hout Bay und dem Chapmans Peak Drive. Hier machten wir einen kurzen Stopp um den schönen Blick auf Hout Bay mit seinem Strand zu genießen. Weiter ging es zum Nationalpark „Kap der Guten Hoffnung“ welchen wir nach knapp 1,5 h seit Ausflugsbeginn erreichten. Mit einer Zahnradbahn geht es auf die Aussichtsplattform, dem Cap Point, von wo man eine tolle Aussicht hat. Ein Schild mit diversen Pfeilen zeigt die Richtungen in andere Weltmetropolen mit deren Kilometeranzahl bis dorthin.
Mein Eindruck:
Ein Besuch von Kapstadt und deren Umgebung ist definitiv lohnenswert. Hierfür kann man sich gut und gerne 1 Woche Zeit nehmen. In Kapstadt sollte man neben dem oben beschrieben Tafelberg, dem Kastell auch die bekannte Waterfront sowie die Innenstadt besuchen. Vor allem Signal Hill ist bei einheimischen aufgrund seinen Sonnenuntergängen sehr beliebt. Darüber hinaus sind sicherlich auch die vielen Strände an der Küstenstraße und deren kleinen malerischen Ort ein Besuch wert. Hierzu kann man auch die bekannten Hop On Hop Off Bus nutzen.
Aber auch die Umgebung mit den verschieden Weintälern und deren Kostproben sowie Landschaften sollte man nicht verpassen. Ein Besuch des Cape Points, bei dem die beiden Ozeane zusammen treffen, komplettiert einen Besuch dieser Region.
Wenn man in der Stadt unterwegs ist, sollte man dennoch die Augen offen halten. Es ist ratsam nur das nötigsten mitzunehmen, da es wie in vielen südafrikanischen Städten eine erhöhte Kriminalitätsrate gibt.
In den ersten 3 Wochen standen vor allem die Inseln des Atlantiks auf dem Programm, so dass man auf das Festland des afrikanischen Kontinents gespannt war. Am Abend des 4. Novembers 2017 war es dann soweit und die MS Albatros erreichte Walvis Bay in Namibia. Alle Passagiere mussten mit ihrem Reisepass bei den örtlichen Behörden, welche auf das Schiff kamen, vorstellig werden, um die Einreiseformalitäten zu erledigen. Durch die gute organisatorischen Vorbereitungen der Schiffscrew benötigte man nicht lang. Da am nächsten Tag die 4 tägige Überlandtour vom Schiff anstand, entschied ich mich den heutigen Abend entspannt an zugehen, um fit für die nächsten Tage zu sein. Bei einem Treffen der Teilnehmer einige Tage zuvor, wurden die Tour besprochen und eventuelle Fragen geklärt.
Tag 1
Kurz nach 7 Uhr trafen sich alle 30 Ausflugsteilnehmer und wir machten uns auf die Tour quer durch den Norden Namibias, deren Höhepunkt der Besuch des Etosha Nationalparks war. Am Hafenausgang stand der Reisebus, welcher mit Klimaanlage und komfortablen Sitzen mit schöner Beinfreiheit ausgestattet war, bereit. Von hieraus ging es in das 30 km entfernte Swakopmund. Viele Dinge in diesem Ort erinnern an die deutsche Kolonialzeit. Sei es die deutschen Straßennahmen, die Geschäfte oder das Hotel zum Kaiser. Hier hatten wir ein wenig Zeit den Ort zu erkunden.

Stadtansicht Swakopmund
Entlang der Küstenstraße ging es weiter in den Norden. Die Landschaft war geprägt von viel Sand und Meer. Dies änderte sich mit einbiegen ins Landesinnere. Hier war weit und breit nur Wüste und Dünen zu sehen. Aus dem Asphalt an der Küste wurden nun Schotterpisten und man wurde im Bus über mehrere Stunden ordentlich durchgeschüttelt. Gegen Mittag erreichten wir endlich eine kleine Ortschaft, in der wir unser Lunchpaket verspeisten. Nach dieser Verschnaufpause und einigen Zwischenstopps erreichte unsere Gruppe am Nachmittag das Damaraland. Hier besichtigten wir bei warmen 42 Grad Twyfelfontein, welches eine der größten Ansammlungen von Felsbildern beheimatet. Diese prähistorischen Zeichnungen und Gravierungen stellen Szenen aus dem Leben steinzeitlicher Jäger und Sammler dar. Im Jahr 2007 wurde es als erste Stätte Namibias zum Welterbe der UNESCO erklärt. Von hieraus ging es zur ersten Lodge, bei denen die Bungalows sehr spartanisch eingerichtet waren.
Tag 2
Am nächsten Morgen ging es genauso früh weiter wie am Vortag, da viele Kilometer über Schotterpisten zurückgelegt werden mussten. Mit einigen Zwischenstopps erreichten wir zum Mittag den Eingang zum Etosha Nationalpark. Das Wildschutzgebiet ist mit 22.270 qkm Ausdehnung eines der größten und bedeutendsten Afrikas. Es umfasst verschiedene Vegetationszonen vom dichten Busch bis zur weiten Salzsteppe. Im Herzen des Parks liegt die Etosha-Pfanne, eine flache Senke, die sich in regenreichen Zeiten mit Wasser füllt.

Eingang des Etosha Nationalparks
Mit unserem Bus unternahmen wir gleich die erste Pirschfahrt. Es dauerte nicht lange bis die ersten Springböcke und Zebras vor die Linse kamen. Wir beobachteten diese und andersrum blickten sie zu uns. Erstes Highlight waren dann einige Elefanten, welche wir erspähen konnten. Nach diesen ersten Eindrücken nahmen wir unser Mittagessen in einer Lodge im Nationalpark ein. Von da aus ging es weiter mit dem Bus durch den Etosha Nationalpark. Neben den oben genannten Tiere, welche immer wieder über den Weg liefen, größten Teils in großen Herden, konnten wir auch Giraffe, Gnus sowie Kudus aus der Nähe sehen. Der Höhepunkt des zweiten Tages war aber ein Löwe. Diese Tiere in freier Wildbahn zu beobachten ist schon sehr faszinierend. Mit diesen Erlebnissen machten wir uns am späten Nachmittag auf zu der direkt am Nationalpark angrenzenden Mokuti Lodge. Hier wurde man mit einem Erfrischungsgetränk willkommen geheißen und bezog die sehr komfortablen Zimmer. Abgerundet wurde der Aufenthalt in der schönen Anlage, welche einen Pool hatte und durch hervorragende kulinarische Köstlichkeiten zum Abendbrot und Frühstück bestach. So konnte man auch einmal außergewöhnliche Fleischsorten wie Kudu oder Springbock verzehren.
Tag 3
Am dritten Tag nahmen wir ein sehr zeitiges Frühstück ein, damit wir beim Sonnenaufgang auf die letzte Pirschfahrt gehen konnten. Nach dem Auschecken stiegen wir diesmal in Safarijeeps um, welche jeweils 10 Personen Platz boten. Geführt wurde diese Tour durch örtliche Rangers, welche wenigen Erklärungen in englischer Sprache gaben. Gleich beim Eingang lief uns ein besonderes Tier über den Weg. Es erinnerte mit seinen Augen an das bekannte Bambi. Die Fahrt war immer wieder gesäumt von Zebras, Springböcken, Giraffen sowie Gnus und Sträußen. Durch die offenen Jeeps kam man den Tiere gefühlt noch näher. Mit genauer Beobachtung war heute auch das erste Nashorn zu erspähen. In der Mokuti Lodge zurückgekehrt gab es hier das Mittagessen und nach ein wenig Freizeit machten wir uns auf, weiter in Richtung Osten zu unserer letzten Unterkunft. Diese lag im Ort Tsumeb, wo wir noch das lokale Museum besuchten, um dann in der Kupferquelle unsere Zimmer zu beziehen. Auch hier hatte man die Gelegenheit den großzügigen Pool zu nutzen um einige Bahnen zu ziehen. Dies war bei den Temperaturen von durchschnittlich 35 Grad sehr erfrischend. Die Zimmer standen denen der Mokuti Lodge in nichts nach.
Tag 4
Der letzte und vierte Tag der Tour führt uns knapp 400 km bis nach Windhuk. Damit wir pünktlich unseren Flieger nach Kapstadt erreichen, starteten wir heute um 7:30 Uhr. Auf der 6 stündigen Fahrt über gut asphaltierte Wege machten wir einen Zwischenstopp in Okahandja, wo wir den Holzschnitzer Markt besuchten. Leider viel schon nach wenigen Minuten die Klimaanlage des Busses aus. Trotz dieser Unannehmlichkeit erreichten wir rechtzeitig den Flughafen von Windhuk. Der Check-In sowie das Boarding verliefen wie am Schnürchen und es gab keine großen Wartezeiten. Nach dem 2 Stündigen Flug mit Air Namibia, von der ich sehr positiv überrascht wurde (es gab 3 Getränke und eine komplette Mahlzeit bestehend aus Vorspeise, Hauptspeise und Nachtisch welche im Preis inbegriffen waren), erreichte unsere Gruppe Kapstadt und wir konnten mit vielen Eindrücken von Namibia auf der MS Albatros wieder einschiffen.

Holzschnitzer Markt in Okahandja

Flug mit Air Namibia nach Kapstadt
Mein Eindruck:
Auf dieser Überlandtour hat man ein wenig Namibia kennenlernen können. Neben der beeindruckenden Tierwelt auch die weite und unterschiedliche Landschaft sowie das Leben der Menschen im Landesinneren. Um noch tiefer ein Land kennenlernen zu können, benötigt man natürlich noch mehr Tage, aber um einen Anreiz hierfür zu bekommen, ist so eine Tour nicht verkehrt.
Bei der Tierbeobachtung spielen natürlich unterschiedliche Faktoren eine Rolle, wie viele und welche Tier man sehen kann. Als Ausstattung sollte man eine gute Kamera sowie ein Fernglas mitnehmen, um die versteckten Tiere zu beobachten. Da es teilweise ein Malariagebiet je nach Jahreszeit ist, sollte man dementsprechend vorbeugen. Für die Malariaprophylaxe gibt es unterschiedliche Aussagen von Ärzten und Apothekern. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er das Medikament vorbeugend nimmt, es erst bei einem Stich verwendet oder komplett darauf verzichtet. Dennoch ist es nicht verkehrt ein Mückenspray zu verwenden. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass es einen hohen DEET Anteil hat.
Die Bezahlung in Namibia erfolgt mit der lokalen Währung, dem Namibia Dollar bzw. kann auch mit dem Südafrikanischen Rand erfolgen, welche im Verhältnis 1 zu 1 steht. Zu beachten ist, dass man das Rückgeld in Namibia Dollar bekommt.
Die MS Albatros befindet sich immer noch mitten im südlichen Atlantik. Der nächste feste Boden unter den Füßen ist in westliche Richtung knapp 3290 km entfernt in Brasilien bzw. in östliche Richtung Angola, welches auch über 1860 km entfernt ist. Genau zwischen diesen beiden Ländern taucht eine kleine Insel auf, welche vor 4 Mio. Jahren ein Vulkan war. Heute ist diese Insel ein britisches Überseegebiet und wird unter dem Namen St. Helena geführt.

Inselansicht St. Helena
Berühmtheit erlangte St. Helena durch Napoleon, welcher nach seiner Niederlage auf diese Insel verbannt wurde und 1821 starb. Heute leben knapp 4000 Einwohner auf der Insel, wovon 700 in der Hauptstadt Jamestown wohnen. Die englische Bevölkerung besteht überwiegend aus Nachkommen britischen Siedler sowie Afrikanern. Auf der 122 qkm großen Insel bietet sich ein facettenreiches Landschaftsbild. Steile Klippen und bizarre, vegetationslose Felsformationen wechseln sich mit bewaldeten Bergen und tief eingeschnittenen Tälern sowie fruchtbaren Hochplateaus ab und gehen in grüne Weiden mit subtropischer Vegetation über.

typische Gebäude in St. Helena
Auf Grund der Geschichte gibt es auf St. Helena einiges zu entdecken. Wie bei den meisten kleineren Inseln lagen wir auf Reede und wurden per Tenderbooten auf die Insel gebracht. Hier angekommen sind es nur 5 Minuten bis zum Stadtzentrum, welches sehr gut per Fuß erkundet werden kann. Gleich in der Nähe vom Eingang erstreckt sich eine imposante Leiter dem Berg nach oben. Dies ist die sogenannte Jakobsleiter, welche 699 Stufen hat und teils sehr steil ist. Diese Herausforderung hat mich gereizt und so nahm ich die Erklimmung in Angriff. Nach ca. 10 Minuten oben angekommen, hat man einen fantastischen Überblick über die Stadt, die auch in die Täler hineinreicht. Für den Weg nach unten hat man dann zwei Möglichkeiten. Zum einen die gerade erklommene Leiter herabzusteigen bzw. die hinunterführenden Straße zu benutzen.

Die Jakobsleiter

der Beginn

nach 699 Stufen
Nach dieser sportlichen Aktivität ging es nun in das Stadtzentrum. Hier gibt es neben einigen Souvenitgeschäften und Cafés diverse Häuser, die im typischen englischen Style gehalten sind. Da es sich hier um ein britisches Übersehgebiet handelt, besteht die Möglichkeit, auch mit englischen Pfund zu bezahlen. Die gehandelten Preisen sind deutlich teurer, als die auf dem europäischen Festland. Dies hat eine einfache Logik. Bis Mitte Oktober 2017 war St. Helena nur per Seeweg erreichbar. Es machte sich immer ein Schiff von Kapstadt aus auf den Weg, um die Inseln mit unterschiedlichsten Gütern zu versorgen. Der Weg des Versorgungsschiffes betrug 5 Tag. Die hohen Transportkosten schlagen sich natürlich auf den Preis nieder. Aber vor kurzen wurde der Flughafen auf der Insel eröffnet und wird von einer Fluggesellschaft einmal wöchentlich angeflogen. Dies ist teilweise wegen der Windverhältnisse aber nicht ganz einfach.
Nach einer kurzen Kaffeepause in einem netten Café direkt am Stadteingang, bei welchem man einen guten Blick auf die Jakobsleiter hat, studierte ich den Stadtplan. Hierbei fiel mir der Heart-Shaped Waterfall ins Auge. Kurzerhand entschloss ich mich, diesen aufzusuchen. Über die Market Street ging es durch Jamestown an den nördlichen Stadtrand. Von dort an ging es serpentinenmäßig steil bergauf sowie über verschiedenen Bodenbelegen nach oben. Nach knapp 3 km vom Stadtzentrum bog der Weg auf eine kleine Holztreppe ab, welche nun in dichtbegrünte Vegetation führte. Die letzten 1,5 km führten nun über unwegsames Gelände quer durch den Wald, an dessen Ende der Wasserfall in Erscheinung trat. Für den Besuch des Wasserfalls mit Hin- und Rückweg sollten geübte Wanderer ca. 3 Stunden vom Zentrum einplanen. Mit schönen Eindrücken von St. Helena machte ich mich wieder zurück zum Schiff.

Heart-Shaped Waterfall
Mein Eindruck:
Diese sehr europäische Insel mitten im Atlantik ist allemal ein Besuch wert. Wer sich auf das Stadtzentrum konzentriert bzw. die nahe Umgebung erkunden will, kann dies bequem per Fuß in Angriff nehmen. Zur Erforschung der Geschichte Napoleons auf St. Helena, kann dies mit örtlichen Taxis bzw. Reiseanbieter unternehmen.
Am heutigen Tage erreichte die MS Albatros die Insel Ascencion. Dies ist ein britisches Überseegebiet und liegt mitten im südlichen Atlantik. Durch ihre abgeschiedene Lage ist diese Insel nur den wenigsten bekannt. Dennoch ist sie für viele Länder strategisch sehr interessant, so dass diverse Geheimdienste hier Außenposten stationiert haben.
Daher habe ich mich mit Spannung auf dieses Überseegebiet gefreut. Alles sah danach aus, dass ein Landgang möglich wäre. Wie nun zu erahnen ist, machte uns leider ein Frachter einen Strich durch die Rechnung. Dieser konnte aufgrund des schlechten Wetters der Tage zuvor nicht rechtzeitig entladen werden, so dass dieser die Pier blockierte. Ob dies nun tatsächlich der Hauptgrund war, wissen wir nicht.

Versorgungsschiff vor Ascension Island
Um nicht umsonst den weiten Weg zu dieser Insel unternommen zu haben, entschied der Kapitän Ascencion Island einmal zu umrunden. Mit dieser Entscheidung konnte man ganz gut leben. Auf der Umrundung hat man sowohl die vielfältige Landschaft von kargen Ebenen über tropischen Regenwald bis zu zerklüften Tälern als auch die darauf befindlichen geheimdienstlichen Einrichtungen bestaunen können, was auf einem Landgang nicht möglich gewesen wäre. Der Grund hierfür liegt daran, dass man bei einem betreten der Insel sich verpflichtet, die Hauptstadt Georgtown nicht zu verlassen. Wenn sich jemand dieser wiedersetzt, wird er sofort der Insel verwiesen und wird ggf. mit einer Geldstrafe belegt. Damit bekommt man schon einen Eindruck, wie wichtig dieses Überseegebiet für die Geheimdienste ist.

Geheimdienstanlagen soweit das Auge reicht
Nach knapp 2 Stunden war die Umrundung der Insel, welche eigentlich ein Vulkan ist, der bis 1000 Meter über den Meeresspiegel reicht, beendet. Von den 50 noch aktiven Vulkanen auf der Insel hat man nichts mitbekommen. Der letzte Ausbruch ist auch schon 700 Jahre her. Hier übrigens unser Begleiter bei der Umrundung 😉

Mein Eindruck:
Wenn man die Möglichkeit hat, einmal auf die Insel zu kommen bzw. diese zu umrunden sollte man diese unbedingt nutzen. Sehr Ratsam hierfür ist, sich mit einem guten Fernglas auszustatten, um die Einrichtungen genauer zu betrachten.