
Mein Name ist Desirée Buchholz, ich bin 19 Jahre alt und in der letzten Woche war ich als Expedient unterwegs mit der neuen AIDAperla®. Heute werde ich euch von meinen Erlebnissen auf dem Schiff und an Land berichten. Die Tour führte von Neapel über Genua nach Mallorca.
AIDAperla®
Am 28. Mai startete meine Reise am Flughafen Berlin-Tegel. Der Flug verlief gut und direkt am Kofferband wurden wir von AIDA-Mitarbeitern empfangen. Auch die Einteilung für den Transfer zum Schiff verlief reibungslos. Bei der Ankunft im Hafen erhielten wir einige Werbegeschenke und ein Erfrischungsgetränk. Kurze Zeit später konnte ich bereits auf meine Verandakabine, in der vor mir noch keiner geschlafen hatte. Ein Highlight war die Hängematte auf dem Balkon, die ich während meiner Reise häufig nutzte. Nachdem ich meinen Koffer hatte, entschloss ich mich zusammen mit meiner Mitbewohnerin das Schiff zu erkunden, da erst wenige Mitreisende auf dem Schiff waren.
meine Kabine
Bis zum Auslaufen blieb mir noch ein wenig Zeit die Stadt Neapel zu besichtigen. Die Stadt lag nur wenige Minuten vom Schiff entfernt und bot einen atemberaubenden Blick auf den Vesuv (Weltnaturerbe). Ansonsten konnte Neapel mich leider nicht überzeugen, einzig die kleinen Gassen besitzen einen gewissen italienischen Charme. Vielleicht benötigt man aber auch einfach nur mehr Zeit, um die Schönheit Neapels zu entdecken.
Neapel und der Vesuv
Zum Auslaufen wurde das Lied Orinoco Flow von Enya gespielt, das eine besondere Atmosphäre schaffte, während die Lichter Neapels an uns vorbeizogen.
Kurze Zeit später fand im Theatrium der Sektempfang statt, bei dem wir vom Präsidenten von AIDA CRUISES® und vom Director Sales begrüßt wurden.
Den Abend ließen wir im Beach Club bei einem Bier und guter Musik ausklingen und freuten uns auf die nächsten Tage auf dem neuen Schiff.
Beach Club
Am ersten Tag auf See war das Wetter besonders gut. Den ganzen Tag strahlender Sonnenschein. Somit verbrachten wir unsere Zeit auf dem Sonnendeck oder im Pool (darunter auch Infinity-Pools). Auf der Fahrt entdeckten wir sogar mehrmals Delfine, ein weiteres Highlight auf dieser Tour.
Infinity-Pool, auf dem Skywalk, Innenpool
Besonders waren auch die Shows an Bord. Die 90-er Jahre Show riss alle Zuschauer mit, einige sangen sogar die Lieder mit. Die Künstler überzeugten mit ihren Fähigkeiten und versetzten die Zuschauer mit Tanz, Kleidung und Musik in diese Zeit zurück.
Am nächsten Abend besuchten wir die Rock-Show. Diesmal bestand die Show nicht nur aus Tanz sondern auch aus Live-Gesang. Erneut rissen die Künstler das Publikum mit, sodass eine einmalige Stimmung entstand.
90-er Show und Licht-Show
Unser nächster Halt war Genua. Zuvor hatte ich bereits über AIDA CRUISES® eine Tour durch die Stadt gebucht. Leider war ich von der Tour mehr enttäuscht als überzeugt. Die Tour begann mit einer Bootsfahrt, die jedoch nur zehn Minuten dauerte und uns näher an die Stadt heranbrachte. Die Abholung und Aufteilung wurde gut organisiert. Nachdem wir in der Stadt angekommen waren, begann unsere Führung mit einer Einwohnerin Genuas. Da die Dame tatsächlich von hier stammt, wirkte die Führung authentischer, da auch einige Berichte über die Einwohner folgten. Jedoch war unser Guide teilweise sehr schlecht zu verstehen. Die Gruppe war nicht sehr groß, aber dennoch konnte man die Dame trotz Lautsprecher teilweise kaum hören. In der Beschreibung war außerdem die Rede von einer Weinverkostung und einem Mittagessen. Im Saal angekommen erhielten wir kleine Snacks und Dips, die man dann im Glas für 5 € kaufen konnte. Dadurch fühlte ich mich eher wie bei einer Kaffeefahrt und war ein wenig verärgert. Bei einem Preis von 35 € habe ich deutlich mehr erwartet. Zum Schluss bot die Italienerin uns an, mit ihr gemeinsam zum Schiff zu laufen, um etwas mehr von der Stadt zu sehen. Ich nutzte dieses Angebot, aber natürlich gab es auch einen Shuttlebus in die Stadt und zurück zum Schiff. Genua hat mir im Vergleich zu Neapel deutlich besser gefallen und ich könnte mir durchaus vorstellen mehrere Tage dort zu verbringen, um die Stadt in ihrer ganzen Fülle zu erleben.
Impressionen Genua
An Bord gab es zahlreiche Möglichkeiten sich zu beschäftigen. Den ganzen Tag über fanden zahlreiche Workshops statt, unter anderem in den Kategorien Sport, Multimedia, Kochen oder auch im Spa-Bereich. Zahlreiche Restaurants bieten eine große Auswahl an Speisen aus verschiedenen Ländern und auch der Service in den einzelnen Abteilungen ist äußerst zuvorkommend. Bei Fragen stand uns das Personal jederzeit zur Verfügung und auch in den einzelnen Restaurants wurde auf das Wohl der Gäste geachtet.
Spa-Bereich, Rutsche und Kletterwald
Außerdem bestand für uns Expedienten die Möglichkeit einige Weiterbildungen zu besuchen, die äußerst informativ waren. Somit konnte man seinen Tag gut verplanen, da das Wetter am zweiten Seetag nicht mitspielte. Somit nutzte ich die Zeit, um mir einige der Show-Kabinen anzuschauen und war vom Komfort einiger Kabinen fasziniert. Besonders gut hat mir die Panorama-Suite gefallen, in die ich am liebsten gleich selber eingezogen wäre.
Show-Kabinen
Mein Fazit zur AIDAperla®: ein riesiges Schiff mit vielen Möglichkeiten, um sich seinen Urlaub individuell zu gestalten. Wer möchte kann den ganzen Tag beschäftigt werden oder entspannt einen Tag im Spa, bei einer Behandlung oder in einer der vielen Saunen, verbringen. Kulinarisch wird man in den Restaurants bestens bedient und kann fast jeden Tag etwas neues ausprobieren. Das Abendprogramm bietet für jede Altersgruppe Unterhaltung und sollte man mal etwas ohne die Kinder unternehmen wollen, sind diese im Kinderclub oder im Teenieclub gut aufgehoben.
Sollte ich noch einmal die Chance haben, eine Fahrt mit einem AIDA-Schiff zu unternehmen, wäre ich auf jeden Fall dabei und vielleicht ist es ja sogar die neu vorgestellte AIDAnova®, die nächstes Jahr fertiggestellt wird.
Einblicke AIDAperla®
Buchen Sie doch Ihre nächste Kreuzfahrt bei uns, wir beraten Sie gerne!
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Desirée Buchholz
*AIDA CRUISES®, AIDAperla® und AIDAnova® sind eingetragene Marken von AIDA Cruises – German Branch of Costa Crociere S.p.A.
Unser letztes und meiner Meinung nach auch bedeutendstes auf unserer Luther-Reise war die Lutherstadt Wittenberg. Hier besichtigten wir einige Weltkulturerbestätten und historische Luthergedenkstätten.
Lutherdenkmal
Bis heute gilt Wittenberg als Stadt der Reformation und wird von Reisenden aus aller Welt besucht. Hier entdeckt man Luthers Spuren, die in der gesamten Stadt verteilt sind. Besonders sind die zahlreichen historischen Gebäude, darunter auch Kirchen und Museen. Hier befinden sich 4 Welterbestätten: Luther– und Melanchthonhaus, die Stadt– und Schlosskirche und die Natur- und Kulturlandschaft. Auch die Universität, das Zeughaus, das Haus der Geschichte und die Hundertwasserschule sind hier zu bewundern. Mein persönlicher Tipp: der Luthergarten (GPS 51.864887, 12.640096), in dem Bäume von Gläubigen aus aller Welt gepflanzt wurden. Der Garten gilt als Zeichen für die Verbundenheit und Akzeptanz der verschiedenen Religionen.
Stadtplan Innenstadt von Wittenberg
Wir besorgten uns eine Kombikarte für das Luther- und das Melanchthonhaus. Meiner Meinung nach hat sich das jedoch nur in Bezug auf das Lutherhaus gelohnt. Die Ausstellung im Melanchthonhaus besteht überwiegend aus Möbeln, die aus Pappmaschee hergestellt wurden. Somit wirken die Gegenstände eher wie Requisiten und durch die nicht vorhandenen Originale fühlte ich mich nicht in Luthers Zeit versetzt, wie ich es bereits in anderen Lutherstätten erlebt hatte. Einzig das Studier- und Sterbezimmer sowie der Kräutergarten konnten mich überzeugen. Im Lutherhaus fanden wir die umfangreichste aller besuchten Ausstellungen, die uns neue Aufschlüsse über Luther und seine Taten gab. Das beeindruckte mich sehr stark und danach kannte ich noch mehr Fakten über Luther, zum Beispeil über das Thema Ablass.
Eintrittskarte (Kombi)
Im Jahr 1504 wurde an dieser Stelle das Kloster der Augustiner Eremiten gegründet. Vier Jahre später wurde es von Luther bewohnt und später nutzte es die gesamte Familie als Wohnhaus.
Lutherstube
Das Haus wird als reformationsgeschichtliches Museum genutzt und gilt weltweit als größtes Museum dieser Art. Darin befinden sich die Lutherstube und die Predigtkanzel. Bevor es im Jahr 1883 in ein Museum umgewandelt wurde, wurde es nach Luthers Tod von der Universität genutzt. Hier betrachteten wir auch Luthers Kanzel.
Ausstellungstücke im Lutherhaus
Wie oben bereits erwähnt eignete ich mir im Lutherhaus neues Wissen über den Ablasshandel an. Dieses Thema interessierte mich sehr stark, da ich mich zuvor nur selten mit diesem damit auseinandergesetzt habe. Im Lutherhaus habe ich lehrreiche Informationen erhalten und das Thema somit auch besser verstanden.
Ausstellungsstücke zum Thema Ablasshandel
Ein freundlicher Tourguide nahm sich Zeit für uns und erklärte uns die einzelnen Wandgemälde im großen Hörsaal.
großer Hörsaal
1536 entstand das Melanchthonhaus im Stil der Renaissance und zählt somit zu den schönsten Bürgerhäusern der Stadt Wittenberg. Das Haus wurde eigens für Philipp Melanchthon und seine Familie errichtet. Bis zum Tode des Humanisten und Reformators lebte er in diesem Haus. Im sanierten Haus besichtigten wir die neue Ausstellung „Philipp Melanchthon: Leben-Werk-Wirkung“. Erstaunlich war es für mich, dass Kurfürst Johann Friedrich das Haus für Melanchthon errichten ließ, um ihn an die Universität zu binden. Bis heute gilt Melanchthon als Lehrer Deutschlands und der Reformation. Außerdem setzte er sich für die Verständigung zwischen den Kirchen ein.
Melanchthonhaus, Studier- und Sterbezimmer von Philipp Melanchthon
Einst befand sich hier das Schloss des Kurfürsten von Sachsen. Auf dem Areal errichtete man im Jahr 1506 die spätgotische Schlosskirche, an deren Tür Luther seine 95 Thesen schlug. Den Kirchturm ziert der Spruch: „ Eine feste Burg ist unser Gott“. Dabei handelt es sich um ein Kirchenlied von Martin Luther. Im Inneren der Kirche besichtigten wir Luthers und Melanchthons Grab. Auf meiner Reise durfte diese Kirche nicht fehlen, da sie seit 1996 zum Weltkulturerbe gehört und des Weiteren auch ein bedeutendes und zentrales Reformationsdenkmal darstellt.
Schlosskirche
Im Laufe des Tages besichtigten wir die spätgotische Stadt- und Pfarrkirche St. Marien und somit auch das älteste Gebäude in ganz Wittenberg. Auch das war ein wichtiger Besichtigungspunkt unserer Reise, da Luthers Predigten in dieser Kirche stattfanden. Faszinierend waren die zahlreichen ausgestellten reformatorischen Zeugnisse, darunter Tafelbilder, ein Taufbecken, der Reformationsaltar und die Orgel, die mich äußerst beeindruckte. Bis heute sind einige Details aus Luthers Predigten bekannt, die man in der Kirche erfahren kann. Erwähnenswert ist die Tatsache, dass hier der erste Gottesdienst in deutscher Sprache stattfand.
Stadtkirche mit Rathaus und Lutherdenkmal
An dieser Universität waren zahlreiche Reformatoren als Professoren tätig. Aus diesem Grund verbreitete sich der Gedanke der Reformation in ganz Europa und war somit von großer Bedeutung. Bei der Besichtigung erfuhren wir auch, dass die Universität bereits im Jahr 1502 gegründet wurde. Das Collegium Augusteum ist der erhaltene Teil der Universität. Zusätzlich gibt es noch zwei weitere Kollegienbauten aus dem 16. Jahrhundert, die erhalten sind. Ab 1817 wurde das Augusteum 200 Jahre lang als Evangelisches Predigerseminar genutzt. Noch heute gilt es als Vermittlungsort historisch-kultureller Bildung.
Collegium und Plastik von Katharina von Bora
Während seiner Zeit in Wittenberg stellte Luther fest, dass die Zahl der Gläubigen, die sich mit Ablassbriefen ihr Seelenheil erkauften, stieg. Somit hielten sie es nicht mehr für nötig die Beichte zu besuchen. Daraufhin folgten schwere Zeiten für die katholischen Kirchen, die somit unter steigender Geldnot litten. In Luthers Predigten erkannte man stets seinen Missmut gegenüber dem Ablasshandel. Er kritisierte nicht nur den Ablasshandel, sondern auch die katholische Kirche, die ihr Amt missbrauchte. Diese Kritik sprach er gegenüber seinen Kollegen in der Universität aus, noch bevor der Thesenanschlag stattfand. Martin Luther forderte eine grundlegende Reform der Kirche, die weltweit die Reformation hervorrief. Damit erreichte Luther zahlreiche Befürworter.
Thesentür und „Luther (Jörg Arndt)“ beim Thesenanschlag
Besonders möchte ich Ihnen das Hotel Best Western Stadtpalais Wittenberg empfehlen! Die Lage ist hervorragend, da es sich nur wenige Gehminuten von den wichtigen Stätten entfernt befindet. Das Personal war äußerst freundlich und auch das warme Ambiente überzeugte uns.
Am Ende unseres ereignisreichen und mit Geschichte bestückten Tages, erlaubten wir uns eine Pause in einem Biergarten hinter dem Lutherhaus. Hier gönnten wir uns ein erfrischendes Luther-Reformations-Bier in angenehmer Atmosphäre und ließen in Ruhe den lehrreichen Tag ausklingen.
leckeres Abschlussbierchen

Ich möchte es Ihnen auf jeden Fall ans Herz legen Wittenberg zu besuchen. Mal ganz von den Lutherstätten abgesehen, überzeugt die Stadt mit ihrem Charme und bietet auch viele sehenswerte Sachen.
Geocache: GC25XBE; Luthergarten; Koordinaten: 51,864850 12,639900 (Mystery-Cache)
Ich hoffe Ihnen hat unser heutiger Beitrag anlässlich des Beginn des Kirchentages gefallen und wir freuen uns über ein Feedback oder ein Like auf unseren sozialen Kanälen.
Jörg Arndt
Der nächste Stop auf unserer Tour war Speyer. Besonders interessierte mich der Dom zu Speyer, der zum Weltkulturerbe gehört. Des Weiteren zog es uns auch zur Gedächtniskirche, die erneut unser Thema Luther aufgreift.
Der Dom zu Speyer entstand in der Zeit von 1030 bis 1124 und gilt heute als größte romanische Kirche weltweit. Kunst, Religion und Geschichte bilden eine Einheit in der Gemeindekirche.
Die Fassade über dem mittleren Tor der Westseite besitzt fünf Figuren: Erzmärtyrer Stephanus als Patron des Doms, Erzengel Michael als Patron Deutschlands, Gottesmutter Maria als Hauptpatronin der Kirche, Johannes der Täufer sowie Bernhard von Clairvaux.
Die bronzene Domtür stellt eine Predigt dar. Im unteren Teil befinden sich Geschichten aus dem Alten Testament, darunter die Schöpfungs- und Urgeschichte. Szenen aus Jesus Leben befinden sich im oberen Teil und stellen somit das Neue Testament dar. Hier beginnt die Erkundung des Doms.
Domtür
Das Mittelschiff ist ein gerichteter Bau und besitzt somit im Gegensatz zu anderen Kirchen nur einen Chor. Auf dem Fundament der 12 Apostel enstand die Kirche, deren Gang von 12 Bögen gesäumt ist. Sechs Gewölbe symbolisierten im Mittelalter den Himmel. Maria, die Schutzpatronin der Kirche begleitet den Besucher durch die gesamte Kirche in Gestalt von Bildern und Nachbildungen. Am Eingang wird man bereits von einer Maria-Statue begrüßt.
Am 12. Oktober 1891 erblickte Edith Stein in Dreslau das Licht der Welt. Im Bistum Speyer entschied sich die junge Philosophin den katholischen Glauben anzunehmen. Am 1. Januar 1922 ließ sie sich taufen und erhielt einen Monat später in Speyer das Sakrament der Firmung. Bis 1931 fand sie hier ihren Wohnsitz und unterrichtete an Schulen des Klosters St. Magdalena. Des Weiteren führte sie dort auch wissenschaftliche Arbeiten durch. Der Dom galt als ihre Pfarrkirche, in der sie auch die heilige Messe mitfeierte. Ihre Beichte gab sie im Beichtstuhl des Klosters ab. Im Jahr 1933 trat sie in den Karmeliterorden ein. Edith Stein wurde am 9. August 1942 im Konzentrationslager Auschwitz von Nationalsozialisten getötet. 1999 erhoben Papst Johannes Paul II, Brigitta von Schweden und Katharina von Siena zur Patronin Europas.
Reliquie Edith Stein
Der älteste Teil ist die Krypta, die von Säulen mit rot-weißen Steinen umgeben ist und somit an die Mezquita in Córdoba erinnert. Hier befindet sich auch ein altes Taufbecken des Doms. Des Weiteren gilt die Krypta als Ort, an dem man Jesus nahe sein kann. Weltweit gibt es keine größere romanische Hallenkrypta. Ein sieben Meter hohes Gewölbe in einer Unterkirche ist nirgendwo sonst zu finden. Die Krypta besteht aus vier Räumen. Im Jahr 1041 fand die Weihe der Krypta statt.
Durch die Vorkrypta gelangt man in die Grablege der Kaiser und Könige. An der Wand befindet sich das Grabdenkmal Rudolfs von Habsburg. Hierbei handelt es sich um eine lebensgetreue Darstellung. Dies war jedoch fürs Mittelalter untypisch, da die Könige meist jugendlich dargestellt wurden.
Rudolf von Habsburg
Nach der Besichtigung des Doms zu Speyer war die Gedächtniskirche an der Reihe. Die durfte auf unserer Luther-Reise natürlich nicht fehlen. Die Kirche wurde in Gedenken an die Protestation zu Speyer, die am 19. April 1529 stattfand, errichtet. Es wurde gegen die reformatischen Neuerungen protestiert. Unter den Protestanten befanden sich evangelische Fürsten und Reichsstädte.
Zwischen 1893 und 1904 entstand der Bau nach Entwürfen von Nordmann und Flügge. Die Kirche gilt heute als Denkmal des Weltprotestantismus und wurde mit Spendengeldern aus aller Welt finanziert.

Rosette auf der Südseite von außen/innen
Gestaltet wurde die Kirche im neugotischen Stil und erinnert an eine französische Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert. In der Vorhalle befindet sich ein Lutherdenkmal, das von Statuen der protestierenden Fürsten umgeben ist. Besonders sind die Glasgemälde, die von verschiedenen deutschen Glaswerkstätten angefertigt wurden. Ein Pluspunkt bei der Besichtigung ist die Möglichkeiten mit QR-Codes und dem Handy spannende Informationen über die Kirche zu erhalten. Diese Führung ist zudem kostenlos.
Lutherdenkmal
Mein persönlicher Tipp: Ich empfehle Ihnen am Naturfreundehaus zu parken, da es nahezu unmöglich ist einen Parkplatz in der Innenstadt zu finden. Die entstehenden Kosten halten sich in Grenzen und die Sehenswürdigkeiten sind bequem zu Fuß erreichbar.
Die malerische Altstadt lädt mit einer Shoppingstraße zum Schlendern ein und auch Technikfans kommen auf ihre Kosten: das Technik-Museum. Besonders schön ist das Altpörtel, dass einen imposanten Durchgang auf die Einkaufsstraße (Maximilianstraße) bietet.
Altpörtel
Geocache: GC6Y5BQ; Der alte Riegel; Koordinaten: 49,321217 8,437217 (Traditional-Cache)
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Jörg Arndt
Unser heutiges Ziel ist die Luther- und Nibelungenstadt Worms, die auch als Romantik- und Weinstadt bekannt ist. Hier sind wir weiter unterwegs auf Luthers Spuren und kommen zu einem der historisch wichtigsten Orte seines Lebens. Hier spielte sich die Urszene der Reformation ab, aber dazu kommen wir später.
Zunächst statteten wir der Dreifaltigkeitskirche einen Besuch ab. Sie entstand als lutherische Stadt- und Reformationsgedächtniskirche und wurde als barocker Saalbau errichtet. Dies geschah nach der Stadtzerstörung (1709-1725). Beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltete man die Inneneinrichtung im Stil der 50-er Jahre.
Dreifaltigkeitskirche bei Nacht und von Innen
Dom St. Peter zu Worms – Zwischen 1125 und 1130 entstand die doppelchörige romanische Pfeilerbasilika mit Querschiff, die 1181 auf den Fundamenten errichtet wurden. An Ost- und Westchor befindet sich ornamentaler Schmuck und am Kaiserportal auf der Nordseite befindet sich die Darstellung des Nibelungenliedes „Streit der Königinnen“. Als eine steinerne Bilderbibel zeigt sich das gotische Südportal mit der gotischen Nikolauskapelle, die sich gleich nebenan befindet. Im Dom befinden sich romanische und spätgotische Steinbildwerke und der Ostchor, der nach Zerstörung der Stadt im Jahr 1689 barock ausgestattet wurde. Des Weiteren sind im Inneren der Hochaltar des Balthasar Neumanns sowie die Grablege salisischer Herzöge zu entdecken. Bis 1807 befand sich vor der Südseite die Taufkirche St. Johannes.
Dom St. Peter
Im Museum Heylshof befinden sich zahlreiche Gemälde, Kleinplastiken, Glasmalereien, Gläser und Keramik. Außerdem auch Porzellan, Grafiken und eine Sonderausstellung. Der Heylshofpark befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Bischofspalastes, der 1689 zerstört wurde. Einige in den Fußboden eingelassende Denkmalsplatten kennzeichnen die Lage der ehemaligen Gebäudekomplexe. Hier fand am 18. April 1521 die Begegnung zwischen Kaiser Karl V. und Martin Luther statt.
Man sollte unbedingt die Ausstellung „Luther in Worms 1521 – Der Ort des Geschehens” (13.2.-29.5.2017) besuchen. Man erhält Informationen über die Urszene der Reformation, die sich am 18.4.1521 zutrug. Kaiser Karl V. befahl Luther seine aufrührerischen Thesen auf dem Reichstag zu widerrufen. Dies verweigerte Luther jedoch und verwies dabei auf sein Gewissen.
Während meines Besuchs in Worms wurde die Denkmalsplatte „HIER STAND VOR KAISER UND REICH MARTIN LUTHER 1521“ entfernt und durch ein Denkmal in Form von übergroßen Bronzeschuhen der Größe 78 ersetzt. Da die Einweihungsfeier erst am 18.4.2017 stattfand, kann ich nur eine Skizze dieses neu errichteten Gedenkortes darstellen.
links: Gedenktafel am Heylsschlösschen; rechts oben: Skizze der Bronzeschuhe;
rechts unten: Denkmal vom Bildhauer Gustav Nonnenmacher
Während seines Aufenthalts wohnte Luther im Johanniterhof an der Ecke Kämmererstraße/Hardtgasse 2. Er hielt sich dort vom 16. bis zum 26.4.1521 auf.
Bronzetafel am Standort
In Worms befindet sich das größte Reformationsdenkmal der Welt. Es wurde im Jahr 1868 fertiggestellt und entstand nach einem Entwurf von Ernst Rietschel. Das Denkmal stellt die Reformationsgeschichte mit Martin Luther während des Reichstags zu Worms
dar.




Reformationsdenkmal
Natürlich durfte bei unserem Besuch auch Nibelungendenkmäler nicht fehlen. In Worms befindet sich ein siebeneckiger Brunnen: der Siegfriedbrunnen. In dessen Mitte befindet sich die Statue des Drachentöters Siegfried. Der Brunnen entstand im Jahr 1921 nach Entwürfen von Adolf von Hildebrand.
Bereits 1905 fertigte Johann Hirt eine Plastik an, die ihren Platz auf dem Fundament des alten Rheinkrans fand. 1993 finanzierte man mit Spenden und öffentlichen Mitteln die Restaurierung. Dargstellt ist Hagen, ein Gefolgsmann des Burgunderkönigs Gunther in Worms. Die Plastik trägt den Namen: „Hagen versenkt den Nibelungenschatz”.
links: Siegfriedbrunnen; rechts: Hagendenkmal am Rhein
Während unserem Besuch schliefen wir im Hotel Kriemhilde am Schlossplatz, das von einem italienischen Paar betrieben wird. Das Hotel besitzt wenige Zimmer und eine tolle Lage. Einziger Minuspunkt ist die enge Treppe, die mit schweren Koffern nur mühsam zu bewältigen ist. Unser Zimmer mit Aussicht auf Dom und Schlossplatz ließ uns den schweren Aufstieg aber schnell vergessen! Die Küche im hauseigenen Restaurant überzeugt ebenfalls. Wir aßen die Pfälzer Leberknödel, die uns sehr mundeten! Das Parken gestaltet sich etwas schwieriger, ich rate Ihnen das Auto im ehemaligen Bauhaus-Parkhaus abzustellen.
Shoppingbegeisterte kommen auch in Worms nicht zu kurz. Die Kämmererstraße besitzt zahlreiche Geschäfte, die zu einem Einkaufsbummel einladen.
Mein besonderer Tipp ist ein kleiner Spaziergang zum Rhein. Im Sommer lädt die Rheinpromenade zum Verweilen ein. Lassen Sie sich gerne von meinem Video überzeugen.
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Jörg Arndt
Rathaus von Lorsch
Diesmal zog es mich für einen kleinen Zwischenstop auf das Klostergelände in Lorsch. Dabei handelt es sich um eine Weltkulturerbestätte, die ich auf meiner Reise natürlich nicht auslassen wollte.
Die Karolingerstadt Lorsch ist nur wenige Gehminuten von der Klosteranlage entfernt. Sie besitzt zahlreiche Fachwerkhäuser und ist geprägt von Kirchen sowie historischen Gebäuden. Das Rathaus stammt aus der Renaissance und besitzt einen Nibelungensaal mit prachtvollen Wandgemälden.

Kurze Zeit nach der Gründung der Abtei entstand im Jahr 764 auf einer eiszeitlichen Flugsanddüne eine Klosteranlage. Bis heute sind die Königshalle, das Basilikafragment und die Klostermauer erhalten, die von einer beeindruckenden Landschaftsarchitektur umgeben sind.
Das Kloster Altenmünster ist ebenfalls Teil des Welterbes und kennzeichnet die erste Niederlassung des Klosters von 764. Das Kloster wurde aus Platzgründen verlassen. Heute sind die Umrisse des ehemaligen Klosters durch Landschaftsarchitektur ein Zeugnis für den einstigen Standpunkt.
Die Königshalle ist ebenfalls Teil des Welterbes. Sie besitzt eine bunte Sandsteinfassade und gilt als besterhaltenes Gebäude aus karolingischer Zeit nördlich der Alpen. Im Obergeschoss befinden sich Wandmalereien aus mehreren Jahrhunderten. Dieser Bereich ist jedoch nur mit einer Führung zugänglich.
Königshalle
Das Kirchenfragment ist Teil der Basilika aus dem 12. Jahrhundert. Daraus bildeten sich drei westliche Joche des Mittelschiffs der Nazarius-Basilika. Diese wurde im Jahr 1621 während des 30-jährigen Krieges zerstört. Man nimmt an, dass in diesem Bereich bereits Vorgängerbauten gestanden haben.
Kirchenfragment
Der südliche Teil der Klostermauer ist bis heute erhalten und wurde ebenfalls ins Welterbe aufgenommen. Die drei bis vier Meter hohe Mauer besitzt eine Länge von 500 Metern und ist damit das größte original erhaltene „Gebäude” des Areals.
Klostermauer
In den 1590ern entstand die Scheune zur Lagerung von Zehnt. Bis heute fanden einige aufwändige Umbauten zur Erhaltung der Scheune statt. Innen befinden sich Zeugnisse aus 200 Jahren archäologischer Grabungsgeschichte und Bauforschung. Darunter sind karolingische Säulen, Kapitelle aus der Blütezeit, Belege für hochtrabendes Bauen in folgenden Epochen sowie spätantike Objekte des 2. und 3. Jahrhunderts. Leider ist dieses Areal nur mit Führungen zugänglich.
Zehntscheune
Bei meinem Besuch sind mir einige Dinge aufgefallen, die nach meiner Auffassung nicht ausreichend dem Status als Weltkulturerbe-Stätte gerecht werden. Leider war es mir nicht möglich die Zehntscheune zu besuchen, da diese am Tag meines Besuches geschlossen war. Außerdem ist es meiner Meinung nach sehr schade, dass man die Königshalle nur mit einer Führung besichtigen kann, die zudem zusätzliche Kosten mit sich bringt. Somit entschloss ich mich dazu, diesen Teil der Anlage auszulassen, da ich nicht die nötige Zeit und auch nicht das Bedürfnis nach einer Führung besaß. Des Weiteren missfiel es mir, dass für die Führungen eine Voranmeldung benötigt wird. Da ich mich kurzfristig für einen Abstecher zur Klosteranlage entschied, war ich nicht vorbereitet und wurde leider etwas enttäuscht.
Die Ausstellung über das Leben der Mönche entsprach auch nicht meinen Vorstellungen. In der klostergeschichtlichen Abteilung gab es kaum Darstellungen in Form von Nachbauten und meine Lust die zahlreichen Texte zu lesen verging ebenfalls nach einiger Zeit, weshalb ich ziemlich enttäuscht die Ausstellung verließ.
klostergeschichtliche Abteilung
Zusätzlich befinden sich im Museumszentrum ein Tabakmuseum und eine volkskundliche Sammlung von Küchen- und Toilettenausstattungen aus unterschiedlichen Stilepochen, die aber nach meinem Empfinden überhaupt nicht zur eigentlichen Thematik gepasst haben. Nochmals würde ich das Museumszentrum nicht besuchen.
Interessant dagegen empfand ich das „Experimentalarchäologische Freilichtlabor Lauresham“, dieses stellt eine gelungene Nachbildung eines karolingischen Herrenhofes dar. Hier wird der damalige tägliche Betrieb in den Bereichen Ackerbau, Viehzucht und Handwerk widergespiegelt.

experimentalarchäologisches Freilichtlabor Lauresham
Geocache: GC1MW4Q; Koordinaten: 49,652717 8,569100; Kloster Lorsch (Traditional-Cache)
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Jörg Arndt
Nach meinem Besuch in Erfurt legten wir eine Zwischenübernachtung in Oberhof ein, das Luther zwar nie besuchte, aber jeder braucht ja mal eine Pause. Dort übernachteten wir im TREFF HOTEL Panorama Oberhof. Das Hotel ist besonders für Familien mit Kindern geeignet. Dieses Hotel besitzt einen gewissen Ost-Charme, ist etwas in die Jahre gekommen, aber einfach und zweckmäßig eingerichtet und somit für eine Übernachtung gut geeignet. Der Ort war zu dieser Zeit nicht stark belebt, da er eher in der Wintersportsaison genutzt wird. Hier befinden sich zahlreiche Sportstätten, die man bei Führungen oder Wanderungen erkunden kann. Auch Stadtführungen, Kletterparks sowie Spaßparks werden hier geboten.
Mein besonderer Tipp ist das Hotel/Restaurant Obere Schweizerhütte, das sich auf einer Lichtung unterhalb von Oberhof befindet. Wir bestellten Rinderroulade mit Thüringer Klößen und Rotkohl sowie Wildgulasch mit den gleichen Beilagen. Zum Nachtisch gab es dann einen Apfelstrudel mit Vanillesoße, Sahne und einer Kugel Eis. Hier gibt es äußerst leckeres Thüringer Essen, das muss man kosten!
Wartburg (Weltkulturerbe)
Am nächsten Tag zog es uns nach Eisenach, wo wir die Wartburg besuchten. Mehrere Aufenthalte Luthers in Eisenach wurden hier verzeichnet. Hier war er von 1498 bis 1501 Schüler der Georgenschule und galt dort als begabter und fleißiger Schüler. Er lebte im Haus von Ursula Cotta, das heute als Lutherhaus bekannt ist. Im Jahr 1521 predigte er auf seinem Hin- und Rückweg nach Worms in der Georgenkirche. Nach einem vorgetäuschten Überfall auf Luther nahe Möhra brachte man Luther auf die Wartburg. 1521/22 übersetzte er dort getarnt als „Junker Jörg” die Bibel vom Griechischen ins Deutsche und das in nur 11 Monaten. Im Jahr 1529 reiste er zum Marburger Religionsgespräch und legte dabei einen Stop in Eisenach ein. Drei Wochen lang war Luther 1540 Gast des Superintendenten Justus Menius, der am Pfarrberg lebte. Auf dem Karlsplatz befindet sich ein überlebensgroßes Denkmal Luthers, der die Bibel in seinen Händen hält. Szenen seiner Aufenthalte befinden sich auf dem Sockel des Denkmals.
Lutherdenkmal
Eisenachs Innenstadt besitzt zahlreiche historische Gebäude und Museen, darunter das Bachhaus; das Lutherhaus; der Marktplatz mit dem Rathaus sowie der Marktbrunnen und das Stadtschloss. Bekannt sind auch die Annenkirche; die Nikolaikirche; das Creutznacher Haus und die Georgenkirche. Die alten Stadtmauern verdeutlichen die historische Bedeutung der Stadt.
Auf der Wartburg
Die Wartburg gilt als eine der bekanntesten Burgen und war Schauplatz beudeutender Höhepunkte der deutschen Geschichte. Seit 1999 gehört die Burg zum Weltkulturerbe und steht deshalb unter besonderem Schutz. Angeblich gründete Graf Ludwig der Springer die Burg im Jahr 1076.
Bei einem Besuch ist man auf den Spuren der Heiligen Elisabeth oder entdeckt die Lutherstube, die die Besucher an die Reformation erinnert und in die Zeit Luthers zurückversetzt. Er verbrachte mehrere Monate auf der Burg, da er von Papst und Kaiser geächtet wurde. Dort übersetzte er in kurzer Zeit das Neue Testament ins Deutsche. Im Jahr 1777 war Goethe Gast auf der Burg und hinterließ zahlreiche Zeichnungen der Anlage.
Am 18. Oktober 1817 (300. Reformationsjubiläum; 4. Jahrestag Leipziger Völkerschlacht gegen napoleonische Fremdherrschaft) versammelten sich mehr als 500 Studenten zum Wartburgfest. Dies war die erste bürgerlich-demokratische Versammlung Deutschlands. Sie kämpften unter dem Motto „Ehre-Freiheit-Vaterland” für einen vereinten Nationalstaat.
Lutherstube
Im Lutherhaus, in dem Luther angeblich während seiner Schulzeit von 1498 bis 1501 lebte, befindet sich heute eine Ausstellung über die mittelalterliche Welt. Das Fachwerkhaus gilt als ältestes dieser Art in ganz Thüringen. Das Haus wurde vollständig saniert und ist nun mit einer Dauerausstellung, einem Museumsshop und Veranstaltungsräumen ausgestattet.
Lutherhaus Eisenach
Die circa 1180 erbaute Georgenkirche gilt als Haupt-, Stadt- und Pfarrkirche. Sie befindet sich am Marktplatz und ist die größte und bekannteste Kirche Eisenachs. Ludwig III. gründete die Kirche und im Jahr 1515 wurde diese zu einer spätgotischen Hallenkirche umgebaut. Martin Luther predigte hier mehrfach und Johann Sebastian Bach wurde 1685 in der Kirche getauft. Aufgrund einiger Umbauten fand hier ein stetiger Wandel der Gestaltung statt. Erst 1902 erhielt die Georgenkirche einen Kirchturm, zuvor waren die Glocken an der Stadtmauer angebracht. Heute trifft sich hier die evangelische Georgengemeinde.
Ein weiterer Tipp, den ich Ihnen ans Herz legen will ist das Romantikhotel mit der Landgrafenstube, das sich auf dem Gelände der Wartburg befindet. Die Preisgestaltung ist etwas gehobener, jedoch sind die Gerichte so köstlich, dass man sein Geld mit gutem Gewissen ausgeben kann. Zudem bekommt man einen unglaublichen Ausblick geboten, der einfach unvergesslich ist.
Romantikhotel mit Landgrafenstube
Kommen Sie doch einmal in Eisenach vorbei und lassen sich von der Vielfalt dieser Stadt beeindrucken.
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Jörg Arndt
Heute führte mich meine Reise nach Erfurt.
Erfurt war 10 Jahre lang Heimatort Luthers, der von der Stadt stark geprägt wurde. Im Jahr 1505 erlangte er an der Universität die Magisterwürde der philosophischen Fakultät. Im selben Jahr trat Luther der Legende nach als Dank für sein Überleben bei einem Unwetter als Novize ins Augustinerkloster ein und wurde dort Mönch. Aufgrund seines Eintritts in den Bettelorden der Augustiner-Eremiten verlor er das Ansehen seiner Eltern. Zwei Jahre später folgte seine Weihe zum Priester im Erfurter Dom. Für sein Theologiestudium blieb Luther weitere zwei Jahre in Erfurt, bis er 1508 an die Universität Wittenberg geschickt wurde. 1511 verlässt er Erfurt endgültig und wendet sich Wittenberg zu. Jedoch kehrte er häufig für kurze Aufenthalte zurück.
Lutherdenkmal vor der Kaufmannskirche
Luthers Gewittererlebnis fand bei Stotternheim (Vorstadt von Erfurt) statt. Es gilt als Schlüsselerlebnis in Luthers Leben, da dieses Ereignis seine Entscheidungen stark beeinflusste. Nach einem Besuch seiner Eltern in Mansfeld im Jahr 1505 geriet er in ein Gewitter, dessen Blitzschlag ihn in starke Angst versetzte. Aus diesem Grund betete er zur Heiligen Anna. Er versprach Mönch zu werden, sollte die Heilige Anna ihm helfen. Naturerzeugnisse wurden damals noch religiös gedeutet, weshalb häufig ein Gebet oder ein Gelübde in der Hoffnung auf Schutz abgelegt wurde. Da Luther keinen Schaden von dem Gewitter mit sich zog, hielt er sein Versprechen und trat zwei Wochen später ins Kloster ein.
Lutherstein
Das Erfurter Augustinerkloster gilt als „Wiege der Reformation”, da Martin Luther sich hier als Novize der Theologie widmete. Ab 1507 studierte er auf Beschluss des Augustinereremiten-Konventes in Erfurt Theologie. Seine erste Messe las der geweihte Priester am 02. Mai 1507 in der Augustinerkirche. Somit gilt das Kloster als zentrale Station seines Lebens und die Entwicklung seines theologischen Denkens. Bis heute ist das Kloster im Wesentlichen im mittelalterlichen Stil erhalten, wie sie auch Luther von 1505 bis 1511 erlebte. Etwa 1563 wurde Luthers Zelle in Kloster zum Memorialort und erhielt im Jahr 1669 eine museale Ausstattung, die im Jahr 1872 bei einem Brand zerstört wurde. Luthers Zelle gilt bis heute als Memorialraum. Des Weiteren wird das Kloster von Bildungs- und Sozialeinrichtungen sowie als Herberge für den ökumenischen Pilgerweg genutzt.
Augustinerkloster mit Augustinerkirche
Die 1260 Jahre alte Landeshauptstadt gilt bis heute als wirtschaftliches, kulturelles und politisches Zentrum. Aufgrund der zahlreichen Handelsstraßen bezeichnete man die Stadt auch als Handels- und bis heute Universitätsstadt. Vom Reichtum der Stadt zeugen restaurierte Renaissance- und Fachwerkbauten, zahlreiche Kirchen, Klöster sowie der Domberg und die Krämerbrücke. Auch Persönlichkeiten wie Bach, Goethe und Napoleon waren in der Stadt.

Modell von Erfurt
Die Krämerbrücke, eine Holzbrücke aus Krambuden, war Teil des west-östlichen Handelsweges Via Regia und wurde bereits im Jahr 1117 erwähnt. Die ursprüngliche Holzkonstruktion wurde 1325 durch eine Steinbrücke ersetzt, die über die Gera führt. Auf der Brücke befindliche Buden nutzte man als Verkaufsstellen. Aufgrund zahlreicher Brände erlebte das Bauwerk einen ständigen Wandel. 1472 errichtete man nach einem großen Brand Wohnhäuser auf der Brücke und in den Brückenpfeilern entstanden Kellerräume, die von Händlern als Lagerräume genutzt wurden. Zwei Kirchen wurden von der Krämerbrücke begrenzt: die St. Aegidien am Wenigemarkt und westlich die Kirche St. Benedikt, die 1810 für den Bau eines Wohnhauses abgerissen wurde. Im Jahr 1898 entstand nach Abriss der Mühlenstege an gleicher Stelle die Rathausbrücke. Ab 1985 fanden Sanierungsarbeiten statt, bei denen Abdichtungsmaßnahmen und eine Neupflasterung vorgenommen wurden. Weitere Reparaturen und Neupflasterungen fanden 1991 bis 2002 statt. 32 Häuser werden als Wohnungen sowie als Geschäfte genutzt und zur Erhaltung dieses einzigartigen Bauwerkes in Europa wurde einst eine Stiftung gegründet.
Krämerbrücke
Sehenswert ist auch der spätgotische Dom St. Marien, in dem Luther 1507 geweiht wurde. Der Dom besitzt einen hochgotischen Choranbau und einen romanischen Turmbereich. Es gilt als Nachfolgebau der Bischofskirche, die 742 von Bischof Bonifatius veranlasst wurde. Im mittleren Turm befindet sich die weltweit größte freischwingende mittelalterliche Glocke „Gloriosa“. Die St. Severiekirche gilt als Wahrzeichen Erfurts und ist eine fünfschiffige frühgotische Hallenkirche, die im 12. Jahrhundert eine Stiftskirche der Augustinerchorherren war.
links: Dom St. Marien; rechts: St. Severi Kirche
Mein besonderer Tipp ist das Hotel Krämerbrücke. Man sollte es sich nicht entgehen lassen eine Nacht in dem auf der Brücke gebauten Hotel zu verbringen. Es überzeugt mit einer modernen Einrichtung und ausgewählten Speisen.
Geocache: GC3AX30; Koordinaten: 50,978700 11,030683; Krämerbrücke (Traditional-Cache)
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Viel Spaß
Jörg Arndt
Heute haben meine Familie und ich den Nationalpark Hainich in Thüringen besucht. Dieser Ort ist ein besonderer Tipp für Reisende, die Kinder dabei haben, aber auch Erwachsene kommen hier auf Ihre Kosten!
Auf dem Weg zum Nationalpark legten wir einen Fotostop beim Mittelpunkt Deutschlands ein.
Auf dem folgenden Plan wird die Größe des Nationalparks deutlich sichtbar. Ein Besuch des Baumkronenpfades lohnt sich. Es wird ein atemberaubender Blick auf das geschützte Areal geboten. Mein Tipp: beim Besuch des Baumkronenpfades sollte man auf dem Parkplatz Thiemsburg, den man über den Ort Zimmern erreicht, parken.
Seit 2011 gehört der Nationalpark Hainich zum Weltnaturerbe. Den Besuchern werden verschiedene Stationen geboten, an denen sie ihr Wissen erweitern, aber auch Naturphänomene beobachten können.
Entlang des gesamten Pfades befinden sich Schautafeln mit zahlreichen Informationen und Rätseln, die sowohl für Kinder als auch für Erwachsene interessant sind. Die Ausstellung „Die Geheimnisse des Hainich“ besteht aus interaktiven Präsentationen, Filmvorführungen und Modelle. Aufgrund einfacher Darstellungsweisen ist es selbst für die Kleinen verständlich. Neu ist die Wurzelhöhle, die Informationen über Lebewesen und biologische Prozesse unter den Bäumen gibt. Hier verbinden sich interaktive Elemente mit Modellen und Erklärungen.
Im Jahr 2005 wurde der Baumkronenpfad als zweiter Deutschlands eröffnet. 2009 wurde der Pfad um eine zweite Schleife erweitert. Der 534 m lange Pfad besteht aus zwei Schleifen, eine ist der Fauna gewidmet, die zweite Schleife mit 238 m gilt dem Urwald. Der Baumkronenpfad ist auch für Senioren und gehbehinderte Menschen geeignet, da dieser komplett barrierefrei ist. Der Aussichtsturm kann jedoch nur über eine Treppe erreicht werden. Hunde sind auf dem Pfad nicht erlaubt, es besteht jedoch die Möglichkeit die Hunde in abschließbaren Hundeboxen unterzubringen.
Hier entdeckt man die verschiedensten Tier- und Pflanzenarten, darunter Wildkatze; Fledermaus und Specht. Die Rotbuche ist in diesem Gebiet am stärksten vertreten. Einzigartig in diesem Lebensraum sind Totholz und Altbäume sowie die Strukturvielfalt und das Klima.
Erdfall an der Thiemsburg
Der Pfad besitzt eine Länge von 534 m Länge und eine offene Plattform in Höhe von 44 m gibt einen Blick auf den Hainich und das Thüringer Becken frei, den man nie vergessen wird.
Ausblick auf die Baumkronen
Der Nationalpark Hainich ist auf jeden Fall ein Spezialtipp für Kinder. Hier werden sie spielerisch an die Natur herangeführt und können Neues entdecken und lernen. Besonders sind auch die Kletterabteile, die aus zwei Hängebrücken bestehen.
Geocache: GC3MRGN; Koordinaten: 51,082167 10,513333; Erdfall an der Thiemsburg (Earth-Cache)
Der Nationalpark ist immer einen Besuch wert, das sollte man sich nicht entgehen lassen!
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Jörg Arndt
Unser heutiger Ausflug führt uns nach Mühlhausen in Thüringen. Auch dieser Ort ist Schauplatz eines wichtigen historischen Ereignisses aus der Vergangenheit.
links: Marienkirche; rechts: Bach-Kirche Divi Blasii
Im Februar 1525 kommt es in der Marienkirche zum Erfolg einer revolutionären Bewegung in Thüringen. Thomas Müntzer, der das Votum der Gemeinde erhalten hatte, nutzte dies und sein Predigeramt zur Durchsetzung seines volksreformatorischen Programms. Im März 1525 fällt in dieser Kirche die Entscheidung über die Absetzung des patrizischen Rates. Hier versammelten sich die entschiedensten revolutionären Kräfte unter der Regenbogenfahne, die als Symbol des Thüringer Aufstands galt.
Obwohl der Aufstand fehlschlug, gilt diese Bewegung als erster Versuch in der deutschen Geschichte, Fortschritte im Namen des Volkes auf revolutionärem Weg zu erlangen. Somit gilt die Kirche heute als Geschichtsdenkmal mit nationaler Bedeutung.
Obwohl Luther Mühlhausen niemals besuchte, spielte die Stadt in der Reformation eine wichtige Rolle. Thomas Müntzer predigte, wie bereits oben erwähnt, in der Kirche St. Marien und erhielt in seinem Pfarrerberuf Förderung durch Luther. Müntzer entwickelte sich jedoch in die entgegengesetzte Richtung, die radikale. Er rebellierte gegen die geistliche Obrigkeit, die ständisch geprägte weltliche Ordnung. Seine Vorstellungen wollte er mit Gewalt durchsetzen. Während der Bauernkriege wurde er in der Schlacht von Bad Frankenhausen festgenommen, gefoltert und letztlich in Mühlhausen hingerichtet.
Wohnhaus Müntzer
In der Kornmarktkirche befindet sich das Bauernkriegsmuseum.
Mühlhausen verzaubert mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten und wird nicht ohne Grund Stadt der Tore und Türme genannt.
Zahlreiche deutsche Kaiser und Könige hielten hier Hof. Der Name „turmgeschmücktes Mühlhausen“ ist auf die 59 Türme der Kirchen und der Stadtbefestigung zurückzuführen. 11 gotische Kirchen prägen die historische Altstadt, auch die zweitgrößte Kirche Thüringens, die Marienkirche, ist hier zu bewundern.
Die Pfarrkirche Divi Blasii ist die zweite Hauptkirche Mühlhausens. Dabei handelt es sich um eine gotische Hallenkirche, die eine enge Verbindung mit Johann Sebastian Bach besitzt. Von 1707 bis 1708 war Bach in der Kirche als Organist tätig.
Mühlhausen lädt seine Besucher ein, die mittelalterlichen Straßen und Gassen, die sie an restaurierten Fachwerkhäusern vorbeiführen, zu erkunden. Mein persönlicher Tipp ist die Einkaufsstraße Steinweg. Die zahlreichen Geschäfte laden zu einer ausgedehnten Shoppingtour ein und auch für Freunde der Architektur wird etwas geboten.
Bei einem Besuch in Mühlhausen sollte man unbedingt das Hotel Brauhaus zum Löwen besuchen. Wir schliefen im Nebenhaus La Villa. Das Hotel besitzt einen eigenen Bierbraukessel und man sollte es nicht verpassen ein leckeres dunkles Bier zu trinken und die hauseigenen Speisen zu kosten. Nur zu empfehlen!
Abschließend kann ich sagen, dass Mühlhausen eine wunderschöne Stadt ist, die seit dem Mittelalter eine wichtige Rolle in der deutschen Geschichte spielt.
Unternehmen Sie doch auch eine Reise nach Mühlhausen und lassen sich von unseren Tipps inspirieren.
Geocache: GC6K26B; J.S.B.; Koordinaten: 51,207250 10,458250 (Traditional-Cache)
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Jörg Arndt